Rosenheim –  „Protest und Ressentiment in Ostdeutschland von der friedlichen Revolution bis heute“ lautet der Titel eines kostenlosen digitalen Vortrags der VHS Rosenheim am Mittwoch, 9. Februar, von 19.30 bis 21 Uhr.
Mit dem digitalen Wissenschaftsprogramm „vhs.wissen live“ bietet die VHS Rosenheim in Kooperation mit den Volkshochschulen Erding und SüdOst im Landkreis München hochwertige Vortragsangebote aus Gesellschaft, Wissenschaft und Verbraucherbildung als Livestream.

Zum Programm: Professor Dr. Detlef Pollack (geboren in Erfurt) studierte Theologie in Leipzig, Promotion 1984 mit einer Arbeit über die Religionstheorie Niklas Luhmanns und ihre systemtheoretischen Voraussetzungen an der Universität Leipzig. Er zählt zu den führendsten Religions- und Kultursoziologen. Er hatte Professuren in Leipzig, Frankfurt/Oder und New York inne. Derzeit lehrt er in Münster. Stefan Locke  wurde 1974 in Bautzen geboren. Er studierte in Dresden und Portland und arbeitete anschließend für die „Dresdner Morgenpost“. Seit September 2016 ist er politischer Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.
Zum Inhalt: „Ostdeutsche stilisieren sich im öffentlichen Diskurs gern als Opfer der deutschen Einheit. Tatsächlich haben sie sich aber von der friedlichen Revolution bis heute als mächtiger politischer Akteur erwiesen. So ging im revolutionären Umbruch von 1989 die Dynamik nicht von der kleinen Schar der Bürgerrechtler aus, sondern von der Bevölkerung. Und heute beherrscht die ostdeutsche Bevölkerung durch ihr Wahlverhalten und nicht zuletzt durch ihren Opferdiskurs die öffentlichen Debatten. Am ostdeutschen Protestverhalten lässt sich begreifen, wie sich eine Bevölkerung zum Volk konstituiert – unter den Bedingungen einer Diktatur – und wie in der Demokratie die kollektive Selbstermächtigung zum Ressentiment verkommt.“
(Quelle: Pressemitteilung der VHS Rosenheim / Beitragsbild: Copyright: Pollack)