Amphibien-Wanderung startet- Bund Naturschutz: „Bitte langsam fahren!“

Amphibien-Wanderung startet- Bund Naturschutz: „Bitte langsam fahren!“

Rosenheim / Bayern / Deutschland –  Mit den milderen Temperaturen begeben sich auch die Amphibien wieder auf Wanderung – auch im Landkreis Rosenheim. Bund Naturschutz bittet Verkehrsteilnehmer: „Bitte langsam fahren!“

Derzeit sammeln wieder über Hundert ehrenamtliche Helfer des Bund
Naturschutz Rosenheim Kröten und Frösche ein und befördern sie sicher über
die Straße. Diese Arbeit ist nicht ungefährlich. Die Helfer halten sich auf und an
den Straßen auf und sind darauf angewiesen, dass Verkehrsteilnehmer
langsam fahren. Sie sind vor allem während der Dämmerung unterwegs, teils
auch nachts.
Die Tiere müssen zahlreiche Straßen überqueren, um ihre Laichgebiete zu
erreichen. Sie folgen dabei ihren genetisch einprogrammierten
Verhaltensweisen. Der heutige dichte Straßenverkehr ist in dieser
‚Programmierung‘ nicht vorgesehen. Jedes Jahr werden Tausende von ihnen
überfahren und verenden teils qualvoll. Es ist kein schöner Anblick.
Auch die Verkehrssicherheit ist ein zentraler Aspekt. Autofahrerinnen und
Autofahrer, die plötzlich bremsen, um den Tieren auszuweichen, aber auch
durch Tierkadaver verunreinigte Oberflächen können Unfälle verursachen.
Damit niemand zu Schaden kommt, bitten wir um langsames Fahren!
Rainer Auer, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz e.V., Kreisgruppe
Rosenheim, appelliert an die Autofahrer: „Auch heuer möchte ich Sie sehr um
Rücksichtnahme bitten. Bitte fahren Sie vorsichtig! Es ist ja nur ein kurzer
Zeitraum von wenigen Wochen.“

Tümpel und Laichgewässer nicht trocken legen

Nur mit dieser wertvollen ehrenamtlichen Arbeit können die teils bereits
gefährdeten Arten erhalten werden. Um sich fortzupflanzen, müssen die Tiere
ihre Laichgewässer erreichen. Aufgrund der Wichtigkeit dieser
Artenschutzprojekte werden sie bayernweit vom Freistaat Bayern unterstützt.
Es wird auch darum gebeten, keinesfalls zur jetzigen Laichzeit Laichgewässer
und Tümpel trockenzulegen, den Bewuchs zu beseitigen oder ähnlich in die
Natur einzugreifen.
Wer helfen möchte, kann sich gerne melden unter rosenheim@bund
naturschutz.de
(Quelle: Pressemitteilung Bund Naturschutz / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Achtung! Amphibien wandern wieder

Achtung! Amphibien wandern wieder

Rosenheim / Landkreis – Kröten, Frösche und Molche haben sich wieder auf Wanderschaft begeben. Landkreis Rosenheim und Bund Naturschutz bitten Autofahrer zum Schutz der Tiere um Vorsicht. 

Ehrenamtliche Helfer bauen Schutzzäune für Amphibien im Landkreis Rosenheim auf. Foto: Paul Riederer

In den vergangenen Wochen haben wieder zahlrieche Ehrenamtliche des Bund Naturschutz in Kooperation mit den Kreisbauhöfen im Landkreis Rosenheim an Straßen mit starken Amphibien-Wanderwegen Schutzzäune und Warnschilder angebracht. Foto. Paul Riederer 

Der beginnende Frühling hat Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren gelockt. Das Schauspiel der Laichwanderung ist derzeit in vollem Gange. Deshalb haben zahlreiche Ehrenamtlich des Bund Naturschutz in Kooperation mit den Kreisbauhöfen im Landkreis Rosenheim an Straßen mit starken Wanderbewegungen Schutzzäune mit Auffangeimern aufgebaut und Warnschilder angebracht.

Die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Rosenheim und die Kreisgruppe Rosenheim des Bund Naturschutz bitten daher in den kommenden Wochen auch zur eigenen Sicherheit um besondere Vorsicht auf den Straßen. Bitte achtet dabei auf die Amphibien, aber auch auf die Menschen, die die Tiere in den Morgen- und Abendstunden einsammeln und sicher auf die andere Straßenseite bringen.
• Befolgt die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen.
• Reduziert das Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnschilder aufgestellt sind.
• Habt Ihr eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Bitte melden per E-Mail an: amphibien@bund-naturschutz.de

Amphibienzäune befinden sich im Kreisgebiet zum Beispiel bei Kiefersfelden, Flintsbach a.Inn, Samerberg, Aschau am Inn, Halfing, Wasserburg, Forsting und Bruckmühl. Insgesamt sind 21 Schutzzäune aufgebaut. Über 150.00 ehrenamtliche  Helfer betreuen acht bis zehn Wochen lang die Übergänge. Im zurückliegenden Jahr konnten auf diese Weise etwa 15.500 Erdkröten und andere Amphibienarten vor dem Tod auf den Straßen bewahrt werden. 2021 waren es 15.000, 2020 13.00Tiere.

Zahl der Tiere in den Fangeimern
geht leider immer weiter zurück

Bedauerlicherweise mussten immer mehr der engagierten Helfer feststellen, dass in den zurückliegenden Jahren an vielen Übergängen die Anzahl der Tiere in den Fangeimern zurückgeht: „Wenn wir nicht entschiedener gegen die Klimakrise vorgehen, werden die trockenen Sommer und Frühjahre, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, zur Regel. Selbst Allerwelts-Arten wie Erdkröte und Grasfrosch könnten dann zu einem seltenen Anblick werden“, betont die Geschäftsführerin der Kreisgruppe Rosenheim, Ursula Fees. Für den Schutz der Amphibien, die aufgrund ihrer schnell austrocknenden Haut auf Feuchtigkeit angewiesen sind, müssen die Gewässer im Landkreis geschützt oder renaturiert und feuchte Wiesen und Weiden erhalten werden „Viele Amphibien können wir vor dem Straßentod retten. Aber das hilft langfristig nur, wenn auch ihre Lebensräume erhalten werden.“

Zehntausende Amphibien
vor dem Verkehrstod gerettet

Ursula Fees wünscht sich, dass die Amphibienrettung im Landkreis Rosenheim auch in Zukunft weitergeht: „Über die Jahrzehnte konnten wir zehntausende Kröten und Frösche vor dem Verkehrstod  retten. Allerdings kommen viele Helferinnen und Helfer in die Jahre. Wir hoffen, dass es überall gelingt, dass die Betreuung der Zäune von Jüngeren übernommen wird. Wer etwas Gutes tun will, ist jederzeit herzlich willkommen, mitzuhelfen wie beispielsweise am Samerberg oder im Raum Wasserburg.“ Auch Unterstützung an einzelnen Tagen für den Auf- und Abbau der Zäune zu Beginn und Ende der Saison ist sehr willkommen
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Copyright U. Meßlinger- Erdkröten / Foto: Copypright Paul Riederer)

Helfende Hände für Amphibien gesucht

Helfende Hände für Amphibien gesucht

Hilpoltstein / Bayern – Mindestens 6 Grad in der Nacht und Regen in Bayern geben den Startschuss für die alljährliche Wanderung der Amphibien zu ihren Laichgewässern. Die Vorbereitungen für die große Amphibienwanderung laufen bei den Aktiven des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) schon auf Hochtouren, damit Teichmolche, Springfrösche und Erdkröten ihre Laichgewässer wieder möglichst gefahrlos erreichen können. Gesucht werden noch weitere helfende Hände.

„In ganz Bayern sind zahlreiche LBV-Ehrenamtliche dabei, Schutzzäune entlang von Straßen aufzustellen oder instand zu setzen“, so LBV-Amphibienexperte Dr. Andreas von Lindeiner. Dennoch werden im Freistaat noch helfende Hände gesucht. Vor allem während der Wanderung bis etwa Mitte April ist tatkräftiges Engagement bei der Kontrolle der Zäune sehr willkommen.

Derzeitige Kälte verhindert noch
jegliche Wanderbewegung in Bayern

Zurzeit verhindern die kühlen und langen Nächte noch jegliche Wanderbewegungen in Bayern. Doch mit zunehmender Tageslänge, hoher Luftfeuchtigkeit und steigenden Temperaturen, vor allem nachts, ist mit den ersten wandernden Amphibien im Tiefland zu rechnen. „Gras- und Springfrösche sowie Teich- und Bergmolche sind dann immer die ersten, die sich auf die Wanderung begeben. Erdkröten bräuchten allerdings noch etwas Zeit“, so der LBV-Amphibienexperte. Sobald die Temperaturen insgesamt noch milder werden, erwachen aber auch sie aus ihrer Winterstarre und machen sich auf den Weg zu ihren Fortpflanzungsgewässern. In guten Lebensräumen können an einem Gewässer durchaus mehr als 1.000 Erdkröten gemeinsam beim Laichgeschäft beobachtet werden.
Viele LBV-Gruppen betreuen mobile Krötenzäune, um Amphibien an besonderen Gefährdungsstellen vor dem Straßentod zu retten. Unter anderem engagieren sich die LBV-Kreisgruppen in Aschaffenburg-Miltenberg, Neustadt bei Coburg, Roth-Schwabach, Weißenburg-Gunzenhausen, Regensburg, Neumarkt, Regen und Dingolfing-Landau.

Mit Transporteimern
geht es über die Straßen

Insgesamt werden einige 100 Krötenzaunanlagen in Bayern von aktiven Krötenschützenden betreut. „Stehen die Zäune, müssen diese jeden Tag kontrolliert werden, am besten am frühen Abend und am frühen Morgen. Befinden sich Amphibien in den Eimern, werden diese in Transporteimern sicher über die Straße getragen. Meist werden dabei Art, Geschlecht und Anzahl dokumentiert“, erklärt Andreas von Lindeiner.

Aktiv werden im
Amphibienschutz

Wer beim Krötenretten mitmachen möchte, kann sich dazu an die örtliche LBV-Gruppe wenden. Vorkenntnisse sind nicht zwingend nötig. Wie die Hilfe funktioniert, wie man die Tiere richtig anfasst, welche Hygienevorschriften zu beachten sind und wie man Grasfrösche von Springfröschen oder Bergmolche von Teichmolchen unterscheidet, ist schnell gelernt.
Die Kontakte zu den LBV-Kreisgruppen finden sich hier.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)