Sorge um Grasfrosch und Erdkröte

Sorge um Grasfrosch und Erdkröte

Bayern – Beim Bund Naturschutz Bayern wächst die Sorge um Grasfrosch und Erdkröte. Eine Auswertung der diesjährigen Amphibienwanderung in Bayern und eine genauere Auswertung der vorangegangenen Jahre zeige: „An den Amphibienzäunen werden jedes Jahr weniger Grasfrösche gefunden und die Erdkrötenbestände stagnieren auf niedrigem Niveau. Angesicht der diesjährigen Trockenheit seit für 2023 eine weitere rapide Abnahme zu befürchten. 

„Unsere Amphibien leiden unter der Klimakrise. Und zwar nicht nur seltene Arten wie die Unke, sondern auch die Allerweltsarten Grasfrosch und Erdkröte. Unsere Zahlen sind ein überdeutliches Alarmzeichen“, sagt Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BN : „Wir müssen jetzt sofort handeln und in Bayern Feuchtlebensräume erhalten, renaturieren und neu schaffen. Nur so haben Frösche, Kröten und Molche auch in Zukunft eine Chance.“

Erdkrötenbestand hat um
18 Prozent abgenommen

Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) hat neben den Daten für dieses Jahr auch weiteres Zahlenmaterial aus den vorangegangenen Jahren von 2019 bis 2021 ausgewertet. In die Analyse flossen Daten von 342 Wanderwegen aus 40 Landkreisen und Städten ein. In den drei trockenheitsgeprägten Jahren 2019 bis 2021 habe der Erdkrötenbestand gegenüber den zwölf Jahren davor (2007 bis 2018) um 18 Prozent abgenommen, der Grasfroschbestand gar um 28 Prozent. Der Blick auf die Daten, die aus dem Jahr 2022 bereits vorliegen, offenbare im Vergleich dazu eine weitere alarmierende Abnahme um 18 Prozent beim Grasfrosch. Erdkröten waren es wieder etwas mehr als 2021 (plus 11 Prozent), die Bestände seien aber noch immer weit vom langjährigen Mittel entfernt.
„Diese Zahlen machen uns Riesensorgen. Vor allem die Folge trockener Frühjahre und Sommer 2018 bis 2020 hat den Amphibien zugesetzt. Für Bayerns Amphibien kann es bereits fünf vor zwölf sein, denn lange Trockenperioden im Frühjahr und Sommer wird es durch die Klimakrise zukünftig häufiger geben“,so Uwe Friedel, Artenschutzreferent des BN. „Speziell im kommenden Jahr erwarte ich durch den sehr heißen und trockenen Sommer 2022 noch einmal einen dramatischen Rückgang!“

Tiefgreifende flächendeckende Landschaftseingriffe wie großflächige Entwässerung, Beseitigung zahlloser Kleingewässer, Flurbereinigung und Zerstörung von Feuchtgebieten und Auen hätten bereits in der Vergangenheit die Amphibien in Bayern massiv dezimiert. Mit der Klimakrise stehe man nun vor einem zweiten dramatischen Rückgang. Geringe Niederschläge würden zu niedrigen Wasserständen in den Laichgewässern der Amphibien führen. Die trockene Landschaft biete zudem für die Hüpferlinge, also die das Gewässer verlassenden Jungtiere, sehr ungünstige Bedingungen. „Viele verenden schon auf dem Weg vom Laichgewässer in den Sommerlebensraum. In trockenen Sommern können sich die Amphibien-Weibchen auch weniger Reserven anfressen, die aber für die Paarungsbereitschaft notwendig sind“, so die Experten des BN.

Um Bayerns Amphibien auch in Zeiten der Klimakrise eine Überlebenschance zu bewahren, fordert der BUND Naturschutz:

  • die Erhaltung aller naturnahen Gewässer und Feuchtbiotope sowie des Feuchtgrünlandes in Bayern
  • Renaturierung von Gewässern und ein Ende der Entwässerung der Landschaft (mit hohem Zusatznutzen auch für Landwirtschaft, Bodenschutz, Klimaschutz u.a.)
  • eine Förderung für Landwirte, die bei der Bewirtschaftung Rücksicht auf Amphibien nehmen
  • die Wiederherstellung der natürlichen Auendynamik an bayerischen Flüssen in Verbindung mit natürlichem Hochwasserschutz
  • das Belassen von breiten, ungedüngten Uferrandstreifen an stehenden und fließenden Gewässern
  • die Erleichterung der Amphibienwanderungen durch bessere Vernetzung ihrer Lebensräume (Biotopverbund)
  • die Berücksichtigung der Auswirkungen auf Amphibien in Zulassungsverfahren neuer Pestizide
  • eine finanzielle Förderung für Landkreise und Kommunen beim nachträglichen Einbau von Amphibienschutzanlagen an Kreisstraßen und Ortsverbindungsstraßen
  • Reduzierung des anhaltend hohen Flächenverbrauchs in Bayern, da dieser auch die Lebensräume von Amphibien betrifft
  • eine ambitionierte Klimaschutzpolitik der bayerischen Staatsregierung als langfristig wirksame und dringend notwendige Maßnahme
    (Quelle: Pressemitteilung Bund Naturschutz Bayern / Beitragsbild: Symbolfoto re)
Amphibienwanderung im Dreiseengebiet beendet

Amphibienwanderung im Dreiseengebiet beendet

Traunstein / Bayern – Bayern größte Amphibienwanderung findet jedes Frühjahr am Weitsee zwischen Reit im Winkl und Ruhpolding statt (wir berichteten). Rund 30.000 Frösche, Kröten und Molche haben dort auch heuer wieder die Bundesstraße B 305 überquert, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Zu ihrem Schutz wurde die Bundesstraße wieder an mehreren Tagen in der Nacht für den Verkehr gesperrt.
Jetzt sind die Tiere an ihrem Ziel angekommen. Das Staatliche Bauamt Traunstein meldet die Amphibienwanderung im Dreiseengebiet für beendet. Die nächtliche Sperrung der B 305 zwischen Seegatterl und Seehaus ist ab dem heutigen Freitag, 29. April, aufgehoben.
(Quelle: Pressemitteilung Staatliches Bauamt Traunstein)

Beginn der Amphibienwanderung

Beginn der Amphibienwanderung

Traunstein / Bayern – Nach dem Schnee kommt der Regen und damit beginnt in Bayern die Amphibienwanderung. So auch am Weitsee zwischen Reit im Winkl und Ruhpolding – Bayerns größtem Amphibienübergang. Jährlich queren dort rund 30.000 Frösche, Kröten und Molche die Bundesstraße B  305 und wandern zu ihren Laichgewässern. 

Zum Schutz von Kröten, Fröschen und Co. wird die Bundesstraße im Dreiseengebiet darum während der Hauptzeit der Amphibienwanderung wieder an mehreren Tagen zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens für den Verkehr voll gesperrt. 
Die Sperrung erfolgt in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Traunstein ab den morgigen Dienstag, 5. April. 
Die Umleitung erfolgt weiträumig über die Kreisstraße TS5 von Siegsdorf nach Staudach / Grassau beziehungsweise über die Bundesautobahn A8. Die Umleitung wird ausgeschildert.
Die Sperrung der Bundesstraße erfolgt mittels Schrankenanlage bei Seegatterl und Seehaus. Sie ist unerlässlich, da bereits wenige Fahrzeuge ausreichen, um zahlrieche Amphibien zu töten. 
Um Umwege zu minimieren, werden die Verkehrsteilnehmer geben, besonders an Schlechtwettertagen gleich die Ausweichrouten über Grassau bzw. Siegsdorf zu nehmen. Grundsätzlich wird die Sperrung in den Verkehrsnachrichten der regionalen Radiosender bekannt gegeben. Zusätzlich kann ein Newsletter für die betreffenden Gemeinden über die Homepage des Staatlichen Bauamts Traunstein abonniert werden, in dem über die Sperrtage informiert wird. 
Das Staatliche Bauamt Traunstein bittet die Verkehrsteilnehmer und Anwohner für die unvermeidliche Verkehrsbehinderung um Verständnis. Da die Amphibienwanderungen witterungsabhängig sind, muss die Sperrung der Bundesstraßen B 305 durch das Staatliche Bauamt Traunstein teilweise sehr kurzfristig erfolgen.
(Quelle: Pressemitteilung Staatliches Bauamt Traunstein / Beitragsbild: Symbolfoto: re)