„Gefährdete Arten im Fadenkreuz“: LBV kritisiert geplante Neuregelungen im bayerischen Jagdgesetz

„Gefährdete Arten im Fadenkreuz“: LBV kritisiert geplante Neuregelungen im bayerischen Jagdgesetz

Hilpoltstein / Bayern – Bis zum 7. Januar 2026 lief das Anhörungsverfahren zur geplanten Novelle des Bayerischen Jagdgesetzes. Der Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) reichte hierzu seine Stellungnahme beim Bayerischen Wirtschaftsministerium ein.

Der Verband betonte, dass die ursprünglich geplanten weitreichenden Gesetzesänderungen zulasten des Artenschutzes durch das Engagement des LBV abgewendet werden konnten. Dennoch sah der LBV im aktuellen Gesetzentwurf weiterhin kritische Punkte.

So lehnte der Verband die geplante Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ab. „Der Schlüssel zur Reduzierung von Nutztierrissen liegt nicht in der Jagd, sondern im konsequenten und wirksamen Herdenschutz“, sagte Dr. Andreas von Lindeiner, LBV-Landesfachbeauftragter für Naturschutz. Der LBV forderte, Jagdrecht und Jagdzeiten konsequent an wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem tatsächlichen Erhaltungszustand der Arten auszurichten. „Naturschutz und Jagd müssen sich an klaren fachlichen Kriterien orientieren – nicht an politischen Symboldebatten“, so von Lindeiner.

Laut der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) sei eine Regulierung des Wolfsbestands durch Jagd nicht erforderlich. Von Lindeiner erklärte: „Bereits heute sind Entnahmen einzelner auffälliger Wölfe über Ausnahmeregelungen des Bundesnaturschutzgesetzes rechtssicher möglich. Dies respektiert selbstverständlich auch der LBV. Die fachlichen Grundlagen für die Entnahme einzelner Wölfe bietet der bayerische Aktionsplan Wolf.“ Entscheidend sei, dass Tierhalterinnen und Tierhalter vor Ort besser beraten und beim standortangepassten Herdenschutz unterstützt würden. Öffentliche politische Aussagen, die eine vereinfachte Bejagung des Wolfs suggerierten, hielt der LBV für irreführend.

Jagd auf gefährdete Vogelarten

Kritisch bewertete der LBV auch geplante Regelungen zur Jagd auf zahlreiche Vogelarten, die sich in einem ungünstigen Erhaltungszustand befanden oder negative Bestandsentwicklungen zeigten. Besonders betroffen sei das Rebhuhn, Vogel des Jahres 2026 und eine der am stärksten rückläufigen Vogelarten in Deutschland und Europa. „Wir erheben nicht die Forderung, das Rebhuhn aus dem Jagdrecht zu nehmen. Wegen der starken Gefährdung dieser Art sollte die Jagd aber so lange ausgesetzt werden, bis Schutzmaßnahmen greifen und sich die Bestände nachweislich erholen“, sagte von Lindeiner.

Für Entenvögel wie Pfeif-, Krick-, Spieß-, Berg-, Tafel- und Samtente sowie die Wald-Saatgans sprach sich der LBV für eine ganzjährige Schonzeit in Bayern aus. Gleiches galt für die Waldschnepfe, deren Bejagung aus Sicht des Verbands nicht sachlich begründet sei. Auch die Jagd auf Großmöwen, etwa die Silbermöwe, hielt der LBV für fachlich nicht gerechtfertigt. Von Lindeiner ergänzte: „Wir gehen allerdings davon aus, dass die nahen Verwandten Steppen- und Mittelmeermöwen, die nicht jagdbar sind, auch schon mal ins Visier geraten.“ Die Bejagung sei weder notwendig noch ökologisch sinnvoll, und die Tiere könnten nicht verwertet werden.

Transparenz bei Abschusszahlen gefordert

Darüber hinaus kritisierte der LBV, dass der Zugang zu Informationen über jagdliche Entnahmen eingeschränkt werden solle. „Transparente Daten über Abschüsse – insbesondere bei Arten mit Managementbedarf wie Wolf oder Graureiher – sind unverzichtbar, um den Erhaltungszustand bewerten und gegebenenfalls Management- und Schutzmaßnahmen anpassen zu können. Die Öffentlichkeit hat ein berechtigtes Interesse an diesen Informationen“, so von Lindeiner.
(Quelle: Pressemitteilung / Beitragsbild: Symbolfoto re)

„Stunde der Wintervögel“: Bürger zählen Vögel in Bayern

„Stunde der Wintervögel“: Bürger zählen Vögel in Bayern

Hilpoltstein / Bayern – Der bayerische Naturschutzverband LBV und sein bundesweiter Partner NABU rufen vom 9. bis 11. Januar erneut zur „Stunde der Wintervögel“ auf. Bei der Mitmachaktion können Bürgerinnen und Bürger eine Stunde lang Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen – sowohl in Städten als auch auf dem Land. „Wer eine Stunde lang bewusst hinschaut, entdeckt oft mehr als erwartet. Gerade im Winter tauchen manchmal überraschende Gäste auf“, erklärt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson.

Besonders im Blick sind in diesem Jahr Finkenarten wie Bergfinken oder Erlenzeisige, die aus Skandinavien nach Bayern ziehen, sowie heimische Finkenarten wie Buchfink, Grünfink oder Stieglitz. Auch Kernbeißer können an Futterstellen beobachtet werden. „Sind Samen in den Wäldern rar oder durch Frost und Schnee nicht zugänglich, weichen viele Arten auf Gärten oder Parks aus“, so Nelson.

Darüber hinaus zählen Teilnehmer klassische Wintervögel wie Kohl- und Blaumeise, Amsel, Haussperling, Feldsperling oder Rotkehlchen. Die Beobachtungen liefern wichtige Daten darüber, wie sich die Vogelwelt in Bayern verändert – zum Beispiel, dass in milden Wintern immer mehr Kurzstreckenzieher im Freistaat bleiben.

Vergleich zwischen Stadt und Land im Fokus

Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf dem Vergleich zwischen Stadt und Land. „Parks und Gärten in Städten bieten oft ein ganzjähriges Nahrungsangebot und ein wärmeres Mikroklima. Wer keinen eigenen Garten hat, kann im Park oder auf Friedhöfen beobachten und damit wertvolle Informationen liefern“, so Nelson.
Teilnahme ist unkompliziert: Eine Stunde Zeit genügt, gezählt wird die höchste Anzahl einer Art gleichzeitig. Auch Nullmeldungen sind wichtig. Beobachtungen können online unter www.stunde-der-wintervoegel.de
gemeldet werden, Meldeschluss ist der 19. Januar 2026. Unter allen Teilnehmenden verlost der LBV Preise.

Für Schulen gibt es die „Schulstunde der Wintervögel“ vom 12. bis 16. Januar. Lehrkräfte können mit Schülerinnen und Schülern auf dem Pausenhof, im Park oder Schulgarten die heimischen Wintervögel zählen. Materialien und Spiele für Kinder stehen hier bereit.
(Quelle: LBV / NABU Beitragsbild: Symbolfoto: re)

LBV Rosenheim lädt zur „Stunde der Wintervögel“ ein

LBV Rosenheim lädt zur „Stunde der Wintervögel“ ein

Rosenheim – Im Rahmen der bundesweiten Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ von LBV und NABU vom 9. bis 11. Januar 2026 bietet der LBV Rosenheim zwei Workshops an, bei denen Interessierte selbst Futter für Wildvögel herstellen können.

Termine und Inhalte:
  • Samstag., 10.01.2026, 14:00–16:00 Uhr
  • Samstag., 17.01.2026, 14:00–16:00 Uhr

Workshop: Fettfutter für Wildvögel selbst herstellen
Leitung: Christina Cebulla, LBV Rosenheim

Der Workshop richtet sich an Vogelfreunde und Familien mit Kindern ab etwa fünf Jahren. Teilnehmende mischen ein nahrhaftes Fettfutter und befüllen damit halbe Orangenschalen, Kokosnüsse, Dosen, Tassen, Blumentöpfe oder Silikonförmchen. Auch Meisenknödel werden hergestellt. Anschließend werden Aufhänger oder Sitzstangen angebracht, sodass die Futterstellen direkt mit nach Hause genommen und aufgehängt werden können.

Hinweise zu den beiden Workshops:
  • Füllmaterial wird bereitgestellt. Wer mag, kann eigene Orangen-, Grapefruit- oder Kokosnusshälften sowie Kiefernzapfen mitbringen.
  • Der Workshop findet draußen statt und nur bei trockenem Wetter. Ein Ausweichtermin wird an einem späteren Samstag angeboten.

Anmeldung: christina.cebulla@lbv.de
Treffpunkt: Stadtgebiet Rosenheim, genauer Ort wird nach Anmeldung bekannt gegeben.

Quelle: ( Pressemitteilung LBV Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Ein Jahr im Zeichen des Rebhuhns: Vogel des Jahres 2026

Ein Jahr im Zeichen des Rebhuhns: Vogel des Jahres 2026

Hilpoltstein / Bayern – Mit dem Beginn des neuen Jahres startet auch die Amtszeit des Rebhuhns als Vogel des Jahres 2026. Gewählt wurde es im Herbst unter dem Motto „Für Felder voller Leben“ und löst damit den Hausrotschwanz ab. Nach Angaben der LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson lassen sich die scheuen Hühnervögel in manchen Regionen Bayerns jetzt in kleinen Gruppen von bis zu 25 Tieren, sogenannten Ketten, auf Nahrungssuche in der winterlichen Landschaft beobachten. Besonders auf Brachflächen, auf denen verblühte Pflanzen über den Winter stehen bleiben, finden sie Nahrung und Deckung.

„Das gemeinsame Überwintern birgt viele Vorteile: In großen Gruppen sind die Tiere sicherer vor Fressfeinden wie Füchsen, außerdem können sie gemeinsam auf Nahrungssuche gehen“, erklärt Nelson. Junge Rebhühner schließen sich im Winter oft ihren Eltern an. Vor allem Samen von Wildkräutern und Gräsern suchen sie unter dem Schnee, zusätzlich finden sie übrig gebliebene Getreidekörner auf abgeernteten Feldern. Niedrige Hecken, einzelne Sträucher sowie nicht gemähte Säume und Böschungen bieten Schutz.

Rebhuhn beobachten

Rebhühner bleiben Standvögel und überwintern im Brutgebiet. Sie sind rundlich, bräunlich gefärbt, etwa halb so groß wie ein Haushuhn, mit kurzem Schwanz und kurzen Beinen. Meist schreiten sie über das Feld; bei Störung fliegen sie dicht über den Boden zur nächsten Deckung und rufen ihr namensgebendes „repreprep“. Nelson rät: „Wer das Rebhuhn beobachten möchte, sollte sich ruhig verhalten. Hunde anleinen, auf den Wegen bleiben und Rücksicht auf Rebhühner und andere Feldbewohner nehmen.“

Kartierung und Bestandsmonitoring

Wissen über Vorkommen und Bestände ist zentral für den Schutz des Rebhuhns. Deshalb beteiligt sich der LBV als Partner des Dachverbands Deutscher Avifaunisten an der Kartierung im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel (MsB). Die nächste Erfassungsperiode läuft von Mitte Februar bis Mitte März, wenn die Balz beginnt. Die Kartierung eignet sich auch für Neueinsteiger, da sie sich auf eine Art konzentriert und nur wenig Zeit erfordert. Interessierte können sich unter rebhuhn@lbv.de
melden.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Stunde der Wintervögel 2026: Große Mitmachaktion vom 9. bis 11. Januar

Stunde der Wintervögel 2026: Große Mitmachaktion vom 9. bis 11. Januar

Hilpoltstein / Bayern – Vom 9. bis 11. Januar 2026 findet zum 21. Mal in Bayern die „Stunde der Wintervögel“ statt. Der LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und sein bundesweiter Partner NABU rufen Naturfreunde und Naturfreundinnen dazu auf, eine Stunde lang Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen bekannte und häufig vorkommende Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen, aber auch Wintergäste, die aus kälteren Regionen in Bayern überwintern. Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte bürgerwissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. Durch die zahlreichen Meldungen können wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände gewonnen werden.

2025 beteiligten sich in Bayern fast 25.700 Naturbegeisterte und zählten mehr als 600.000 Vögel. Die Ergebnisse liefern wertvolle Informationen für den Schutz der Artenvielfalt.

Schulstunde der Wintervögel

Im Anschluss findet vom 12. bis 16. Januar 2026 die „Schulstunde der Wintervögel“ statt. Der verlängerte Zeitraum ermöglicht es Schulen, die Aktion im Unterricht durchzuführen. Praktische Klassenpakete können über naturschwaermer.lbv.de/themen/vögel/schulstunde-der-wintervögel
bestellt werden. Der Meldeschluss für die „Stunde der Wintervögel 2026“ ist der 19. Januar 2026. Weitere Informationen zur Aktion: www.stunde-der-wintervoegel.de
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto: re)

Stunde der Wintervögel 2026: Große Mitmachaktion vom 9. bis 11. Januar

Silvesterfeuerwerk und Wildtiere: LBV fordert Rücksicht

Bayern – Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) warnt vor den Auswirkungen von Silvesterfeuerwerken auf Wildtiere. Nach Ansicht des LBV reagieren besonders Vögel auf Böller und Raketen mit Flucht, was Energie kostet und Gefahren bergen kann. Der Verband empfiehlt daher den Einsatz von leisen Kleinstfeuerwerken oder zentral organisierten Stadt-Feuerwerken.

„Bei Wildtieren löst der heftige unerwartete Lärm einen Fluchtreflex aus. Sie brauchen dann sehr lange, um wieder zur Ruhe zu kommen. Die nächtliche Unruhe kostet sie wertvolle Energie, die sie gerade in langen, kalten Winternächten zum Überleben brauchen“, erklärt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. Vögel fliegen ihren Worten nach bei Feuerwerken oft in große Höhen, landen erst zögerlich wieder und können gegen Hindernisse prallen. Auch Wasservögel reagieren noch in vier bis sieben Kilometern Entfernung. Nelson empfiehlt deshalb Abstände von mindestens zwei Kilometern zu Schutzgebieten und mindestens vier Kilometern zu Kranich- und Gänseschlafplätzen. Auch andere Tiere wie Eichhörnchen, Biber oder Rehe seien durch den Lärm stark gestresst.

Feuerwerke in Nähe von Fledermausquartieren verboten

Neben Lärm und Licht weist der LBV auf die Luftverschmutzung durch Feinstaub und Schwermetalle hin. „Für Vögel ist Feinstaub schädlich, weil sich dieser im Gefieder festsetzt, die isolierende Funktion der Federn beeinträchtigt und die Tiere beim Putzen den Staub zudem aufnehmen“, so Nelson. In der Nähe von Fledermausquartieren sei das Zünden von Feuerwerk zudem gesetzlich verboten, ebenso in waldnahen Gebieten aufgrund der Brandgefahr.
Der LBV betont, dass auf Silvesterfeuerwerk nicht vollständig verzichtet werden müsse. Nelson empfiehlt zentrale Feuerwerke durch Städte und Gemeinden, um Störungen zu bündeln und Wildtieren Ausweichmöglichkeiten zu bieten: „Für diese Rücksichtnahme bedanken sich die Vögel im neuen Jahr mit fröhlichem Gezwitscher.“
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: re)