Die ersten Frühlingsboten sind da

Die ersten Frühlingsboten sind da

Stephanskirchen / Landkreis Rosenheim – Auch wenn es am heutigen Sonntag draußen mit Wind und Regen sehr ungemütlich ist und Frau Holle in den nächsten Tagen wohl noch einmal kräftig die Betten schütteln wird – die Natur erwacht. Die kalte Jahreszeit neigt sich ihrem Ende zu! Die Zeichen dafür sind jetzt schon vielerorts deutlich sichtbar, wie hier in einem Garten in Stephanskirchen. Dort läuten aktuell die Schneeglöckchen den Frühling ein.
Hierzu noch ein schönes Gedicht von Franz Alfred Muth (1839 – 1890), Kaplan im Limburg, Domkaplan in Frankfurt am Main und ab 1871 Pfarrer in Dombach und Lyriker (Quelle: aphorismen.de)

Schneeglöckchen
Horch, liebliches Läuten!
Was will es doch sein?
O selig Bedeuten,
Ei, Frühling soll`s sein!

Und hast du im Herzen
Noch Eis und noch Schnee
Noch Sorgen und Schmerzen,
Nun fort mit dem Weh!

Schneeglöckchen rührt helle
Die Glöcklein so fein  – 
Wie ist`s, due Geselle,
Du stimmst doch mit ein?
(Quelle: Franz Alfred Muth / Beitragsbild: Ferdinand Staudhammer)

Tag der Poesie am Arbeitsplatz

Tag der Poesie am Arbeitsplatz

Rosenheim / Bayern / Welt – Am heutigen Dienstag, 11. Januar wird der Tag der Poesie am Arbeitsplatz gefeiert. Mi diesem Tag soll einerseits darauf aufmerksam gemacht weren, dass das Schreiben für viele Dichter eine Nebentätigkeit war. Außerdem soll dazu aufgerufen werden, selbst einmal kreativ zu werden – vielleicht heute in der Mittagspause? Es reicht aber auch schon, wenn man sich eine kurze Auszeit von Hektik und Trubel nimmt und bekannte Poesie auf sich wirken lässt.
Wir haben dafür für Euch ein Werk vonr Rainer Maria Rilke ausgewählt:

Was mich bewegt

Man muss den Dingen
Die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen –
und dann
Gebären…
Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit …
Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.
(Rainer Maria Rilke)