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Jetzt leben Studenten im Kloster St. Sebastian

Eingangstüre zum Wohnheim St. Sebastian

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

17. Oktober 2022

Lesezeit: 3 Minute(n)

Rosenheim –  In der über 400-jährigen bewegten Geschichte des Klosters St. Sebastian in Rosenheim wird jetzt ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das Gebäude wird zum Wohnheim für Studenten. Die ersten 22 sind bereits eingezogen.

Blick hinein in die Klosteranlage St. Sebastian mit Baustelle

Aktuell gibt es noch einiges zu tun. Fotos: Karin Wunsam

Die Chronik des Kapuziner-Klosters in Rosenheim beginnt im Jahr 1607. Die Einweihung erfolgte im Beisein von Herzog Maximilian und dessen Gemahlin Elisabeth. Stifter Martin Papin konnte diesen Tag nicht mehr miterleben. Er verstarb wenige Monate zuvor.
In den 80er Jahren stand die Auflösung des Rosenheimer Klosters dann erstmals zur Debatte. Die Kapuziner plagten schon zu dieser Zeit Nachwuchssorgen. Gesichert werden konnte der Fortbestand des Klosters damals mit Unterstützung des ehemaligen Kardinals Friedrich Wetter durch den Entschluss, zusätzlich Mitglieder des Frauenordens der „Klarissen-Kapuzinerinnen der ewigen Anbetung“ dort unterzubringen.

Blick zum neuen Anbau des Klosters St. Sebastian in Rosenheim

Der alte Gebäudekomplex wurde kernsaniert und erweitert.

Doch auch vor diesem Orden machte der Mangel an Nachwuchs nicht halt. Zuletzt waren die Klarissenen-Kapuzinerinnen in Rosenheim nur noch durch Schwester Maria Renate, Schwester Maria Fedelis und Schwester Mariette vertreten. Ihr Wirken war nicht öffentlich. Der Frauenorden der Klarissen lebt in strenger Klausur, das bedeutet ein Leben in Abgeschiedenheit und Armut. Einen Großteil ihrer Zeit widmen die gläubigen Frauen dem Gebiet.
2016 verabschiedeten sich die Schwestern aus Rosenheim und damit begann die Frage, was mit dem altehrwürdigen Gemäuern passieren soll. Nun, sechs Jahre später, ist wieder Leben  eingekehrt. Aus dem Kloster ist ein Studentenwohnheim geworden.
„Mit dem 1. Oktober sind bereits die ersten 22 Studierenden eingezogen“, wurde Innpuls.me auf Anfrage vom Erzbischöflichen Ordinariat München mitgeteilt. Die restlichen 38 von insgesamt 60 Plätzen sollen im Lauf des Wintersemesters vergeben werden, sobald die letzten Arbeiten an dem Gebäudekomplex fertiggestellt worden sind.

Anbautrakt wurde
entfernt und erneuert

In den vergangenen Jahren wurde das ehemalige Klostergebäude kernsaniert und erweitert. Dadurch entstand eine Wohn- und Gemeinschaftsfläche von fast 1800 Quadratmetern in zwei Gebäudeteilen. Der bestehende Anbautrakt des Klostergebäudes, der aus Denkmalschutzgesichtspunkten nicht erhaltenswürdig war, wurde entfernt und in Massivholz-Bauweise neu angelegt.  „Das bringt ökologische und ökonomische Vorzüge mit sich, darunter weniger Dämmungsbedarf und eine höhere Energieeffizienz“, so Hendrik Steffens, Pressesprecher des Erzbischöflichen Ordinariats München.
In dem neuen Anbautrakt gibt es 33 Zimmer mit einer Größe zwischen 21 und 24 Quadratmetern sowie ein 27 Quadratmeter großes, barrierefreies Zimmer im Erdgeschoss, jeweils inklusive Bad mit Dusche und WC. Zum Kochen steht den Studenten in jedem der drei Stockwerke eine Gemeinschaftsküche zur Verfügung.

Die Klosterkirche St. Sebastian in Rosenheim an der Loretowiese

Die Klosterkirche an der Loretowiese ist nach wie vor ein Ort der Ruhe und des Gebets für Gläubige.

Blick in die Klosterkirche St.Sebastian an der Loretowiese in Rosenheim

Blick in die Klosterkirche.

Im kernsanierten Bestandsgebäude sind 27 Zimmer mit einer Wohnfläche von 13 bis 21 Quadratmetern, davon 17 mit je eigener Sanitärzelle sowie zehn Zimmer mit gemeinschaftlichen Sanitärbereichen und ebenfalls einer großen Gemeinschaftsküche pro Stockwerk.
Auch der weitläufige Klostergarten und die Kapelle dürfen von den Studenten genutzt werden.  Die Wohnheimplätze werden nicht konfessions- oder religionsgebunden vergeben. Die Warmmiete beträgt pro Zimmer 380 Euro. Begleitet wird das Leben im ehemaligen Kloster durch eine Hausleitung und den Hochschulseelsorgern. Klösterliche Tradition und das Leben in der Moderne sollen dabei in Beziehung gesetzt werden.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Karin Wunsam)

Wer wissen will, wie die Studenten-Zimmer aussehen:

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