Sontheimhaus, Rosenheim, 1970

Sontheimhaus, Rosenheim, 1970

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1970. Auf der historischen Aufnahme sehen wir den Rosenheimer Ludwigsplatz mit dem Sontheimhaus.

Wer das Foto zum ersten Mal betrachtet, dem fallen zunächst die vielen Autos, die Passanten und die großen Schaufenster ins Auge. Der Ludwigsplatz war damals noch weit von der heutigen Fußgängerzone entfernt. Statt Außengastronomie und flanierenden Besuchern prägten Verkehr und geschäftiges Treiben das Bild.
Der Blick fällt dabei unweigerlich auf zwei bekannte Namen: Huthmann und die Dresdner Bank. Beide gehörten damals für viele Rosenheimer ganz selbstverständlich zum Ludwigsplatz. Doch hinter der Fassade der Bank verbarg sich eine Geschichte, die viele ältere Rosenheimer bis heute mit einem anderen Namen verbinden.

Das Sontheimhaus blieb – das Café war schon Geschichte

Das Gebäude war als Sontheimhaus weit über Rosenheim hinaus bekannt. Seinen Namen verdankte es dem traditionsreichen Café Sontheim, das dort über viele Jahrzehnte eines der beliebtesten Kaffeehäuser der Stadt gewesen war. Generationen von Rosenheimern trafen sich hier auf Kaffee und Kuchen, ehe das Café noch vor 1970 seine Türen schloss.

Als dieses Foto entstand, war von dem Kaffeehaus allerdings nichts mehr übrig. In den ehemaligen Räumen befand sich inzwischen die Dresdner Bank. Dennoch hielt sich der Name Sontheimhaus hartnäckig im Sprachgebrauch. Viele Rosenheimer nannten das Gebäude noch lange so, obwohl dort längst keine Torten mehr serviert, sondern Bankgeschäfte erledigt wurden.

Direkt daneben betrieb Huthmann sein Haushaltswarengeschäft. Glas, Porzellan und allerlei Nützliches für den Haushalt gehörten zum Sortiment. Für viele Familien war das Geschäft über Jahrzehnte eine feste Adresse. In dem niedrigen Anbau auf der linken Seite des Gebäudes befand sich außerdem eine Leihbücherei – damals für viele Leser eine beliebte Möglichkeit, günstig an neuen Lesestoff zu kommen.

Eine Stadt im Wandel

Das Foto zeigt Rosenheim in einer Zeit des Umbruchs. Der Ludwigsplatz war noch keine Fußgängerzone. Autos bestimmten das Straßenbild, und ein bepflanzter Verkehrskreisel regelte den Verkehr. Gleichzeitig sind Kleidung, Fahrzeuge und das geschäftige Treiben typische Zeugnisse der frühen 1970er Jahre.

Wer heute am Ludwigsplatz steht und zum Mittertor blickt, erkennt die Häuserzeile auf der rechten Seite noch immer wieder. Die Gebäude sind erhalten geblieben, ihre Nutzung hat sich jedoch im Laufe der Jahrzehnte mehrfach verändert. Aus Bankfiliale und Traditionsgeschäften wurden andere Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe.
Gerade das macht historische Aufnahmen wie diese so faszinierend: Viele Fassaden sind fast dieselben geblieben – doch das Leben hinter ihnen hat sich immer wieder neu erfunden.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann – Foto Krämer / Artikel: Karin Wunsam)

Rosenheimer Hans-Klepper-Hallenbad: 55 Jahre alt – und jetzt geht es um die Zukunft

Rosenheimer Hans-Klepper-Hallenbad: 55 Jahre alt – und jetzt geht es um die Zukunft

Rosenheim – Das Hans-Klepper-Hallenbad gehört seit mehr als fünf Jahrzehnten zu Rosenheim. Das Bad aus dem Jahr 1970 ist inzwischen selbst ein Stück Stadtgeschichte – und sorgt immer wieder für Diskussionen. Während viele das Hallenbad als wichtigen Ort für Schwimmunterricht, Vereine und Freizeit schätzen, gibt es auch kritische Stimmen: zu klein, nicht mehr zeitgemäß und mit zu wenig Freizeitangebot für Familien. Nun stehen die Zukunft und eine mögliche Sanierung des Traditionsbads im Mittelpunkt.

Aktuell befindet sich das Hans-Klepper-Hallenbad in der Sommerpause. Die Wiedereröffnung ist für Montag, 14. September, geplant. Für viele Rosenheimer gehört das Bad seit Jahrzehnten zum Alltag – vom ersten Schwimmkurs über den Schulsport bis zum regelmäßigen Besuch in der Freizeit.
Das Gebäude in der Stemplingerstraße 1 wurde 1970 eröffnet und wird von den Stadtwerken Rosenheim (SWRO) betrieben. Modernisiert wurde es in den Jahren 2004 und 2006 in zwei Bauabschnitten. Seitdem wurde das Bad regelmäßig gewartet und instandgehalten. Doch nach mehr als 50 Jahren Betriebszeit stehen langfristig größere Maßnahmen an.

Bereits im Juni hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss mit einer möglichen Sanierung beschäftigt (wie berichtet). Damals ging es unter anderem um die Frage, welche Arbeiten notwendig sind, wie hoch die Kosten ausfallen könnten und ob Fördermittel des Bundes genutzt werden können.

Bestandsgutachten gibt Entwarnung – trotzdem stehen Maßnahmen an

Eine aktuelle Presseanfrage an die Stadtwerke Rosenheim liefert nun weitere Details zum Zustand des Bads und zu den weiteren Plänen.
Um eine Einschätzung der Lebensdauer des Hans-Klepper-Hallenbads zu erhalten, hatten die Stadtwerke Ende 2025 ein Bestandsgutachten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Laut Gutachten kann das Bad die nächsten zehn Jahre ohne Probleme weiterbetrieben werden.

Ein akuter Handlungsdruck besteht demnach nicht. Gleichzeitig haben die Stadtwerke die ohnehin in den kommenden Jahren notwendigen Arbeiten erneut geprüft und weitergedacht. Ziel ist, den Betrieb des Hans-Klepper-Hallenbads langfristig zu sichern – nach den aktuellen Planungen bis mindestens 2052.
Eine wichtige Rolle spielt dabei ein neues Bundesförderprogramm für die Sanierung von Schwimmbädern. Dieses wurde im ersten Quartal 2026 aufgelegt und umfasst insgesamt 250 Millionen Euro aus Bundesmitteln.

Die Stadt Rosenheim hat dafür eine Interessensbekundung vorbereitet. Die Stadtwerke Rosenheim erstellten die dazugehörige Projektskizze und eine erste Kalkulation. Im Juni war dabei von Kosten in Höhe von rund 1,64 Millionen Euro die Rede (wie berichtet).

Im weiteren Verlauf der Planungen zeigte sich jedoch, dass einzelne Maßnahmen umfangreicher ausfallen könnten. Ein Beispiel ist die große Fensterfront des Hallenbads. Diese sollte ohnehin erneuert und mit einer langfristig effizienteren Dreifachverglasung ausgestattet werden. Dabei stellte sich laut Stadtwerken heraus, dass die bestehende Unterkonstruktion nicht ausreichend tragfähig ist und ebenfalls erneuert werden muss.
Unabhängig vom Ausgang des Förderantrags sollen bereits 2027 Betonsanierungsarbeiten und die Abdichtung der Kelleraußenwände erfolgen.

Neues Bad am Nörreut soll Schulen und Vereine entlasten

Die Diskussion um das Hans-Klepper-Hallenbad dreht sich nicht nur um den baulichen Zustand, sondern auch um die Frage, wie Rosenheim künftig ausreichend Schwimmflächen anbieten kann. Vor allem Schulen und Vereine benötigen regelmäßig Wasserzeiten.
Eine zusätzliche Entlastung soll deshalb durch das neue Schwimmbad am Nörreut entstehen (wir berichteten). Dort erfolgte im Januar 2026 der Spatenstich (wie berichtet). Das neue Bad ist vor allem für den Schul- und Vereinsbetrieb gedacht und soll nach derzeitiger Planung 2027/2028 fertiggestellt werden.

Das Hans-Klepper-Hallenbad wird dadurch aber nicht ersetzt. Mit den geplanten Maßnahmen soll das Traditionsbad weiterhin ein Ort für Schwimmen, Sport und Freizeit bleiben. Ob und in welchem Umfang die Sanierung umgesetzt werden kann, hängt nun auch vom weiteren Verlauf des Förderverfahrens ab. Klar ist jedoch: Nach 55 Jahren steht das Rosenheimer Hallenbad vor einer neuen Phase seiner Geschichte.(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Raubstraftat in Flintsbacher Pension: Kripo sucht Zeugen

Raubstraftat in Flintsbacher Pension: Kripo sucht Zeugen

Flintsbach am Inn / Landkreis Rosenheim – Zwei bislang unbekannte Männer sollen am Mittwochabend (15.7.2026) in einer Pension in Flintsbach am Inn einen 33-Jährigen bedroht und Bargeld gefordert haben. Der Mann blieb unverletzt. Die Täter konnten mit einem Fahrzeug flüchten. Die Kriminalpolizei Rosenheim bittet nun um Hinweise aus der Bevölkerung.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ereignete sich der Vorfall  gegen 21 Uhr in einer Pension im Seeweg. Zwei bislang unbekannte Männer sollen den dort eingemieteten 33-Jährigen mit dem Tod bedroht und Geld gefordert haben. Dem Mann gelang es laut Polizei, vor den beiden Tatverdächtigen zu flüchten und sich in Sicherheit zu bringen. Verletzt wurde er nicht. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Täter außerdem wenige verschreibungspflichtige Medikamente aus der Tasche des 33-Jährigen genommen haben. Wie hoch der entstandene Schaden ist, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.
Kurz nach der Tat sollen die beiden Männer in einem schwarzen BMW Cabriolet in südliche Richtung geflüchtet sein. Eine Fahndung durch die Polizeiinspektion Brannenburg mit Unterstützung weiterer Dienststellen blieb bislang ohne Erfolg.

Polizei sucht drei mögliche Tatverdächtige

Die Ermittler beschreiben die beiden mutmaßlichen Täter wie folgt:

Tatverdächtiger 1:
männlich, etwa 1,70 Meter groß, sehr schlanke Statur schwarze kurze Haare, schwarzer Oberlippen- und Kinnbart etwa 18 bis 25 Jahre alt, bekleidet mit schwarzem Sweatshirt mit aufgedrucktem Tigerkopf, schwarz-grau gemusterter Jogginghose mit drei weißen Längsstreifen und schwarzen Turnschuhen

Tatverdächtiger 2:
männlich, etwa 1,70 Meter groß, sehr schlanke Statur,  schwarze kurze Haare,  etwa 18 bis 25 Jahre alt,  bekleidet mit grauem Jogginganzug mit Kapuze und schwarz-silbernen Turnschuhen

Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler davon aus, dass die beiden Männer möglicherweise gemeinsam mit einer dritten Person im BMW geflüchtet sein könnten.

Diese Person wird beschrieben als:

männlich, etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß, kräftige Statur
schwarze kurze Haare, schwarzer Drei-Tage-Bart
etwa 25 bis 30 Jahre alt bekleidet mit schwarzem Cap, schwarzem T-Shirt, schwarzer Hose und schwarzen Sneakers auffällige große Silberkette

Die ersten Ermittlungen übernahm die Polizeiinspektion Brannenburg. Inzwischen hat das Kommissariat 2 der Kriminalpolizei Rosenheim unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, die weiteren Ermittlungen übernommen.

Die Polizei bittet Zeugen, die am Mittwoch (15. Juli) zwischen 21 Uhr und etwa 21.20 Uhr im Bereich des Seewegs in Flintsbach am Inn verdächtige Personen oder Fahrzeuge – insbesondere ein schwarzes BMW Cabriolet – beobachtet haben, sich zu melden.

Auch Hinweise zu Personen, die der Beschreibung entsprechen, oder sonstige Beobachtungen, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten, nimmt die Kriminalpolizei Rosenheim unter der Telefonnummer 08031/2000 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die Hintergründe der Tat und der genaue Ablauf sind derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Nach Angaben der Polizei kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Tat einen Bezug zu Betäubungsmitteln haben könnte.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beittragsbild: Symbolfoto re)

Rosenheim: Ladendieb wird nach Streit mit Detektiv gestoppt

Rosenheim: Ladendieb wird nach Streit mit Detektiv gestoppt

Rosenheim –  Ein Ladendiebstahl in einem Supermarkt in der Ruedorfferstraße in Rosenheim ist am Donnerstagabend (16.7.2026) eskaliert.  Ein 28-Jähriger soll nach dem Verlassen des Geschäfts einen Mitarbeiter angegriffen und mit einem Stock gedroht haben.

Der 28-jährige wohnsitzlose Mann aus Eritrea betrat nach den Angaben der Polizei gegen 18 Uhr den Supermarkt. Laut Polizei beobachtete ihn ein Ladendetektiv dabei, wie er mehrere Lebensmittel in seinen Rucksack steckte.
An der Kasse bezahlte der 28-Jährige demnach lediglich einige Dosen Bier. Die übrigen Lebensmittel im Wert von rund 20 Euro ließ er laut Polizei im Rucksack und verließ das Geschäft, ohne diese zu bezahlen.
Als der Ladendetektiv den Mann auf den mutmaßlichen Diebstahl ansprach und ankündigte, die Polizei zu verständigen, soll der 28-Jährige den Mitarbeiter weggeschubst haben. Anschließend habe er einen Holzstock aus seiner Kleidung gezogen und versucht, damit nach dem Detektiv zu schlagen.

Weitere Mitarbeiter kamen hinzu und verhinderten, dass der Mann flüchten oder weiter zuschlagen konnte. Die verständigte Rosenheimer Polizei leitete gegen den 28-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des räuberischen Diebstahls ein.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Schmorendes Kabel löst Feuerwehreinsatz in Rosenheim aus.

Schmorendes Kabel löst Feuerwehreinsatz in Rosenheim aus.

Rosenheim – Ein schmorendes Kabel an einem E-Scooter hat am frühen Freitagmorgen (17.7.2026) in der Sepp-Sebald-Siedlung in Rosenheim für einen Feuerwehreinsatz gesorgt. Verletzt wurde niemand, auch ein größerer Schaden entstand nicht.

Nach Angaben der Polizei bemerkten Anwohner eines Mehrfamilienhauses gegen 4 Uhr Brand- beziehungsweise Rauchgeruch aus dem Keller und alarmierten die Einsatzkräfte.
Die Feuerwehr lokalisierte die Ursache in zwei Kellerräumen, die geöffnet werden mussten. In einem Abteil fanden die Einsatzkräfte einen E-Scooter, der zum Laden an einer Steckdose angeschlossen war. Das Ladekabel war offenbar aufgrund eines technischen Defekts verschmort und hatte die Rauchentwicklung verursacht.
Personen wurden nicht verletzt. Auch ein Sachschaden entstand nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Lediglich das Kabel ist nicht mehr verwendbar. Die Rosenheimer Polizei geht von einem technischen Defekt als Ursache aus
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsild: Symbolfoto re)

Streit in Unterkunft eskaliert: Stuhlbein trifft 28-jährigen im Gesicht

Streit in Unterkunft eskaliert: Stuhlbein trifft 28-jährigen im Gesicht

Rosenheim – Ein Streit zwischen zwei Bewohnern einer Gemeinschaftsunterkunft in der Rosenheimer Königsseestraße ist in der Nacht auf Freitag (17.8.2026)  eskaliert. Nach Angaben der Polizei endete eine zunächst verbale Auseinandersetzung mit einem geworfenen Stuhl.

Gegen 3.30 Uhr gerieten ein 22-Jähriger und ein 28-Jähriger in der Unterkunft aus bislang nicht näher genannten Gründen in Streit. Zunächst bewarfen sich die beiden Männer, nach den Angaben der Polizei, mit Lebensmitteln und Essensresten.
Die Auseinandersetzung eskalierte schließlich, als der 22-Jährige einen Stuhl nahm und diesen in Richtung seines Kontrahenten warf. Dabei traf ein Stuhlbein den 28-Jährigen im Gesicht.
Der Mann erlitt eine kleine blutende Schnittwunde sowie Prellungen und Schürfwunden. Der Rettungsdienst versorgte ihn vor Ort ambulant. Die alarmierte Rosenheimer Polizei trennte die beiden Beteiligten.

Gegen den 22-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Nach Angaben der Polizei waren beide Männer leicht alkoholisiert. Die Atemalkoholwerte lagen jeweils bei rund 0,5 Promille.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Nach jahrelanger Diskussion in Rosenheim: „Promille-Express“ fährt zum Herbstfest wieder sonntags

Nach jahrelanger Diskussion in Rosenheim: „Promille-Express“ fährt zum Herbstfest wieder sonntags

Rosenheim – Rund um den Busverkehr beim Rosenheimer Herbstfest gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen. Besonders die Frage nach einem erweiterten Angebot am Wochenende und am Sonntag sorgte für Kritik. Nun steht fest: Zur Wiesnzeit 2026 wird der sogenannte „Promille-Express“ ausgeweitet – auch sonntags sollen wieder zusätzliche Busverbindungen angeboten werden.

Dabei handelt es sich nicht um ein völlig neues Konzept. Bereits vor der Corona-Pandemie gehörte ein erweiterter Sonntagsverkehr zum Herbstfest dazu. Nach der Pandemie wurde dieses Angebot jedoch nicht wieder aufgenommen und war seitdem immer wieder Thema in Politik und bei Festbesuchern.

Die Stadt Rosenheim und die Verkehrsgesellschaft Rosenheim (VGR) kündigen nun an, den Fahrplan während des Herbstfestes erneut auszuweiten. Neben den verlängerten Nachtlinien unter der Woche und am Wochenende wird es damit auch wieder ein Sonntagsangebot geben. Oberbürgermeister Abuzar Erdogan sieht darin eine wichtige Ergänzung für die Herbstfestzeit: „Die Promille-Busse unserer Verkehrsgesellschaft gehören zum Herbstfest wie das Riesenrad und gebrannte Mandeln und das in diesem Jahr endlich auch wieder sonntags. Ganz ohne Parkplatzsuche ermöglichen wir allen eine gute Anreise zum Herbstfest an jedem Wochentag.“

Der lange Weg zurück zum Sonntagsverkehr

Der Begriff „Promille-Express“ begleitet die Diskussion um den Herbstfestverkehr in Rosenheim schon seit Jahren. Gemeint ist damit umgangssprachlich der zusätzliche Busverkehr während der Festzeit, der Besuchern eine sichere Heimfahrt ermöglichen soll.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Diskussionen über Umfang, Taktung und Finanzierung des Angebots. Besonders kritisch gesehen wurden die Einschränkungen an Wochenenden und die fehlenden zusätzlichen Verbindungen am Sonntag.

Im Frühjahr dieses Jahres brachten die Grünen im Rosenheimer Stadtrat erneut einen Antrag zum Thema ein. Die Fraktion forderte, den erweiterten Herbstfestfahrplan dauerhaft zu verankern und die Nachtverkehrslinien während der Wiesnzeit auszuweiten. Vorgesehen waren unter anderem längere Betriebszeiten: montags bis mittwochs bis 23.30 Uhr, donnerstags bis 2 Uhr sowie freitags und samstags bis 4 Uhr morgens. Außerdem sollte geprüft werden, wie ein erweitertes Angebot am Sonntag wieder möglich gemacht werden kann.

Nun teilt die Verkehrsgesellschaft mit, dass dieser Sonntagsbetrieb umgesetzt wird. Die Grünen sehen darin die Umsetzung ihres Antrags. „Wir freuen uns sehr, dass unser Antrag angenommen wurde und die Stadtverwaltung den Wert eines sicheren Rückwegs erkennt“, erklärt Sonja Gintenreiter, Fraktionssprecherin der Grünen im Stadtrat. Sie ergänzt: „Es ist schön zu sehen, dass das Angebot in den sozialen Medien beworben wird. Uns war es ein besonderes Anliegen, dass wir explizit auch am Sonntag eine verlässliche Lösung schaffen, damit niemand sein Auto mit aufs Fest nehmen muss.“

Erweiterter Fahrplan während der Herbstfestzeit

Während des Rosenheimer Herbstfestes 2026 gibt es bei mehreren Buslinien nun angepasste Betriebszeiten. Nach Angaben der Verkehrsgesellschaft Rosenheim werden die Nachtlinien insbesondere an den Wochenenden verlängert. Auf einzelne Strecken bestehen in den Nächten von Donnerstag auf Freitag sowie von Freitag auf Samstag zusätzliche Fahrmöglichkeiten bis in die frühen Morgenstunden. 

Der „Promille-Express“ 419 verkehrt in diesem Jahr zwischen Stadtmitte und Herbststraße. Von dort fährt die Linie weiter als 421 beziehungsweise 422 über den Bahnhof Richtung Aising und Pang. Zusätzlich gibt es zwei Verstärkerkurse der Linie 419, die direkt zum Bahnhof fahren und dadurch zusätzliche Zuganschlüsse ermöglichen.
Für die Busfahrten gelten der reguläre MVV-Tarif sowie das Deutschland-Ticket.

Sonntagsfahrplan während des Herbstfestes
  • Linie 419 (weiter als Linie 421/422): erste Abfahrt 14.33 Uhr, letzte Abfahrt 23.35 Uhr
  • Linie 420 (Happing/Kastenau): erste Abfahrt 11.40 Uhr, letzte Abfahrt 23.35 Uhr
  • Linie 421 (Aising/Pang): erste Abfahrt 11.49 Uhr, letzte Abfahrt 23.40 Uhr
  • Linie 424 (Unterfürstätt/Egarten): erste Abfahrt 11.10 Uhr, letzte Abfahrt 23.10 Uhr
  • Linie 426 (Erlenau/Westerndorf): erste Abfahrt 11.42 Uhr, letzte Abfahrt 23.42 Uhr
  • Linie 427 (Krones/Oberwöhr): erste Abfahrt 11.44 Uhr, letzte Abfahrt 23.35 Uhr
  • Linie 429 (Kolbermoor): erste Abfahrt 11.03 Uhr, letzte Abfahrt 22.55 Uhr
Letzte Abfahrten Montag bis Samstag

 

  • Linie 420 (Happing/Kastenau): bis 3.35 Uhr
  • Linie 421 (Aising/Pang): bis 3.40 Uhr
  • Linie 422 (Pang/Aising): bis 2.10 Uhr
  • Linie 423 (Happing/Oberfeld): bis 0.05 Uhr
  • Linie 424 (Unterfürstätt/Egarten): bis 1.20 Uhr
  • Linie 426 (Erlenau/Westerndorf): bis 3.42 Uhr
  • Linie 427 (Krones/Oberwöhr): bis 1.35 Uhr
  • Linie 429 (Kolbermoor): bis 2.55 Uhr

Zusätzlich fährt während der Herbstfestzeit wieder das kostenlose Wiesn-Bockerl zwischen Bahnhof, Max-Josefs-Platz und Kaiserstraße/Loreto. Die Verkehrsgesellschaft weist darauf hin, dass für die Fahrten der reguläre MVV-Tarif gilt. Auch das Deutschland-Ticket wird anerkannt.

Mit dem erweiterten Angebot gibt es nach mehreren Jahren Diskussion wieder eine zusätzliche Möglichkeit, das Herbstfest ohne eigenes Auto zu besuchen. Ob sich der Sonntagsverkehr dauerhaft bewährt, wird sich nach der Wiesnzeit zeigen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Innpuls-Tagebuch: Zwischen Komfort und Verantwortung im eigenen Garten

Innpuls-Tagebuch: Zwischen Komfort und Verantwortung im eigenen Garten

Rosenheim – Seit der Diskussion um ein mögliches Nachtfahrverbot für Mähroboter in Rosenheim schaue ich mit etwas anderen Augen auf meinen eigenen Garten. Denn die Debatte wirft eine spannende Frage auf: Warum fällt es uns eigentlich so schwer, einen Garten einfach einmal wachsen zu lassen?

Ich verstehe sehr gut, warum Mähroboter so beliebt sind. Ein kleiner technischer Helfer, der selbstständig seine Runden dreht, den Rasen kurz hält und uns Arbeit abnimmt, klingt schließlich verlockend. Gerade in einer Zeit, in der Freizeit für viele Menschen ein kostbares Gut geworden ist, scheint es naheliegend, möglichst viele lästige Aufgaben an Maschinen abzugeben.

Mähroboter sind längst in vielen deutschen Gärten angekommen. Aktuelle Statistiken zeigen, dass immer mehr Haushalte auf automatische Helfer setzen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Sie sparen Zeit, erleichtern die Gartenarbeit und passen perfekt zu unserem Wunsch nach Komfort und Effizienz.

Vielleicht spielt aber noch etwas anderes eine Rolle: unsere besondere Beziehung zu Ordnung und Struktur. Ein gepflegter Garten, ein exakt geschnittener Rasen und ein ordentlicher Vorgarten gelten in unserer Gartenkultur traditionell als Zeichen dafür, dass ein Haus gut gepflegt wird. Der Mähroboter passt hervorragend zu diesem Bild. Er sorgt zuverlässig dafür, dass der Rasen immer gleichmäßig kurz bleibt – ohne dass wir selbst viel Zeit investieren müssen.

Dazu kommt unsere Begeisterung für Technik. Deutschland ist ein Land der Tüftler und Ingenieure. Geräte, die sich automatisch steuern lassen, die per App funktionieren und uns Arbeit abnehmen, faszinieren viele Menschen. Es hat zweifellos etwas Beeindruckendes, wenn ein kleiner Roboter selbstständig seine Bahnen zieht und man ihm beinahe entspannt bei seiner Arbeit zuschauen kann.

Und trotzdem hat mich die Diskussion über den Mähroboter noch einmal über etwas anderes nachdenken lassen: Nicht jede Arbeit, die uns Technik abnehmen kann, müssen wir auch tatsächlich abgeben.

Was uns Technik abnimmt – und was wir vielleicht gewinnen, wenn wir darauf verzichten

Ich bin weit davon entfernt, Technik grundsätzlich kritisch zu sehen. Im Gegenteil: Viele technische Errungenschaften möchte ich im Alltag nicht mehr missen. Kaum jemand möchte heute noch seine Wäsche wie früher mühsam von Hand waschen und schrubben, bis die Finger wund sind. Aber manchmal lohnt es sich trotzdem, innezuhalten und sich zu fragen: Brauche ich diese Erleichterung wirklich?

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mir irgendwann unbedingt einen Wäschetrockner anschaffen wollte. Natürlich hat ein solches Gerät viele Vorteile. Gerade für Menschen mit wenig Platz oder einem vollen Familienalltag kann es eine große Hilfe sein. Es spart Zeit und erleichtert die Arbeit.
Am Ende habe ich mich trotzdem bewusst dagegen entschieden. Und ehrlich gesagt: Ich vermisse ihn nicht. Im Gegenteil. Heute genieße ich es manchmal sogar, nach langem Sitzen am Schreibtisch eine Pause einzulegen, die Wäsche auf die Terrasse zu bringen und sie draußen aufzuhängen. Dabei höre ich die Vögel zwitschern, bekomme ein bisschen Bewegung und habe einen Moment, in dem ich nicht auf einen Bildschirm schaue.

Vielleicht ist genau das der Punkt, der mich auch über den Mähroboter nachdenken lässt. Nicht jede eingesparte Minute ist automatisch ein Gewinn. Manchmal liegt der Wert einer Tätigkeit auch darin, dass sie uns mit unserer Umgebung verbindet.

Vor einigen Jahren haben wir uns deshalb entschieden, in unserem Garten etwas mehr Mut zur Wildnis zu haben. Gemäht wird inzwischen tatsächlich nur noch zweimal im Jahr. Dabei greifen wir inzwischen sogar wieder zu einer ganz alten Technik: der Sense. Das klingt vielleicht zunächst etwas romantisch, ist aber vor allem pragmatisch. Unser Gras ist inzwischen so hoch und vielfältig, dass ein klassischer Rasenmäher dafür gar nicht mehr geeignet wäre. Also haben wir wieder gelernt, mit der Sense umzugehen. Und ich muss sagen: Es hat etwas sehr Beruhigendes. Man arbeitet langsam, hört die Geräusche der Natur und greift gleichzeitig deutlich schonender in den Lebensraum ein als mit einem lauten Motorgerät. 

Ich gebe zu: Am Anfang war unser „wilder Garten“ für mich eine echte Umstellung. Denn für Menschen, die einen perfekt gepflegten Garten mit exakt geschnittenem Rasen verbinden, wirkt unser Garten heute vermutlich extrem ungepflegt.
Früher hat mich das ehrlich gesagt auch immer wieder einmal verunsichert. Wenn Besuch kam und jemand etwas irritiert auf das hohe Grün schaute, war mir das durchaus ein wenig unangenehm. Heute ist das anders.

Denn unser Mut wurde von der Natur belohnt. Der Garten hat sich nach und nach seinen eigenen Weg gesucht. Immer wieder entdecke ich neue Pflanzen, die plötzlich auftauchen. Thymian ist von alleine gewachsen, dazu viele andere Kräuter und Blumen, die inzwischen sogar in der Küche Verwendung finden.

Vor allem aber ist der Garten lebendig geworden. Kleine Wildbienen, verschiedene Schmetterlinge, eine Kreuzspinne und viele andere kleine Bewohner gehören inzwischen ganz selbstverständlich dazu. Und auch Igel kommen regelmäßig zu Besuch. Weniger ist halt manchmal tatsächlich mehr

Natürlich weiß ich: Nicht jeder Garten kann oder möchte so aussehen. Und natürlich hat ein Mähroboter für viele Menschen seine Berechtigung. Technik kann unser Leben leichter machen. Es geht deshalb nicht darum, technische Entwicklungen abzulehnen.
Vielleicht lohnt es sich aber, manchmal zu hinterfragen, was wir tatsächlich brauchen – und ob unsere Vorstellung von Ordnung immer auch die beste Lösung ist.

Denn gerade beim Garten zeigt sich ein spannender Widerspruch: Wir Menschen versuchen oft, die Natur möglichst genau nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Gleichzeitig wünschen wir uns mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
Vielleicht müssen wir deshalb unser Bild von einem schönen Garten ein Stück weit verändern. Ein Garten muss nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. Manchmal entstehen die schönsten Dinge gerade dort, wo wir nicht ständig eingreifen.
Und auch der Verzicht auf häufiges Mähen ist letztlich eine ganz pragmatische Entscheidung. Ich spare mir Arbeit und Zeit. Diese gewonnene Zeit geht nicht verloren – ich nutze sie nur anders. Ich beobachte, was wächst, welche Tiere kommen und welche Überraschungen die Natur bereithält.

Wenn heute jemand beim Blick auf meinen Garten meint: „Einmal mähen wäre aber auch mal wieder nötig, oder?“, dann schmunzle ich nur noch. Denn inzwischen weiß ich: Ich habe nichts verloren, weil ich weniger mähe. Ich habe etwas gewonnen.

Vielleicht ist das die eigentliche Frage hinter der Diskussion um Mähroboter: Nicht, ob Technik gut oder schlecht ist. Sondern ob wir manchmal bewusst auf eine Erleichterung verzichten können, wenn wir dafür etwas anderes zurückbekommen.
Vielleicht ist der größte Komfort am Ende nicht der Roboter, der die Arbeit übernimmt. Vielleicht ist es der Garten, der weniger Arbeit macht, weil wir aufgehört haben, ihn ständig verändern zu wollen.

Liebe Grüße aus der Redaktion

Karin

Weiter kein Nachtfahrverbot für Mähroboter in Rosenheim: Warum die Grünen diesmal dagegen stimmten

Weiter kein Nachtfahrverbot für Mähroboter in Rosenheim: Warum die Grünen diesmal dagegen stimmten

Rosenheim – Ausgerechnet Bündnis 90/Die Grünen stimmten diesmal gegen einen Antrag für ein Nachtfahrverbot von Mährobotern – obwohl sie selbst einen nahezu identischen Vorstoß im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem ÖDP-Stadtrat und der FDP-Stadträtin eingebracht hatten. Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz folgte mehrheitlich der Empfehlung der Stadtverwaltung und lehnte den Antrag der AfD-Stadtratsfraktion ab.

Rosenheim wird damit weiterhin kein Nachtfahrverbot für Mähroboter einführen. Der Antrag der AfD sah vor, den Betrieb von autark arbeitenden Rasenmähern im gesamten Stadtgebiet von der Dämmerung bis zum Morgengrauen zu untersagen. Verstöße sollten als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Außerdem sollte die Stadt eine Informationskampagne starten, um Gartenbesitzer über die Gefahren nächtlicher Mähvorgänge für Igel und andere Wildtiere aufzuklären.
Zur Begründung verwies die AfD darauf, dass der Einsatz von Mährobotern in den vergangenen Jahren stark zugenommen habe und insbesondere Igel durch die Geräte verletzt oder getötet werden könnten. Bei Gefahr flüchten die Stacheltiere nicht, sondern rollen sich zusammen. Dadurch können sie den rotierenden Messern der Geräte nicht ausweichen.

Neben der AfD stimmte auch die Fraktion Freie Wähler/UP gegen den Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung. Die übrigen Ausschussmitglieder folgten der Empfehlung, auf eine Allgemeinverfügung zu verzichten.

Bereits 2025 Thema im Ausschuss

Die Forderung nach einem Nachtfahrverbot war in Rosenheim allerdings nicht neu. Bereits im Frühjahr 2025 hatten Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit dem ÖDP-Stadtrat und der FDP-Stadträtin einen nahezu inhaltsgleichen Antrag eingebracht. Auch damals ging es darum, zu prüfen, ob eine Allgemeinverfügung nach dem Vorbild anderer Kommunen zum Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Tieren möglich ist.

Weiterer interessanter Lesestoff passend zum Thema: 

Die Stadtverwaltung hatte sich bereits damals gegen ein solches Verbot ausgesprochen. Als Gründe wurden unter anderem genannt, dass eine Kontrolle auf privaten Grundstücken praktisch nicht möglich sei und dafür auch das notwendige Personal fehle. Außerdem seien Betreiber von Mährobotern bereits heute verpflichtet, den Artenschutz zu beachten. Statt eines Verbots setzte die Stadt deshalb auf Information und Aufklärung. Der Ausschuss beschloss, die Bürger über Igelschutz, eine tierfreundliche Gartengestaltung und den verantwortungsvollen Einsatz von Mährobotern zu informieren. Nach Angaben der Verwaltung wurde diese Kampagne anschließend umgesetzt.

Auf die Frage der Kontrollierbarkeit verwiesen auch die Grünen in der aktuellen Debatte. Grünen-Stadtrat Peter Weigel sagte: „Eine Überwachung ist meiner Meinung nach nicht durchführbar.“ Deshalb sprach er sich dafür aus, es bei dem bereits gefundenen Kompromiss zu belassen.
Auch Zweiter Bürgermeister Daniel Artmann hält ein Nachtfahrverbot nicht für zielführend. Vielmehr müsse man die Bürger für das Thema Igelschutz sensibilisieren und an deren Eigenverantwortung appellieren.
Unterstützung für den Kurs der Verwaltung kam auch aus der CSU. Stadträtin Maria Bichler verwies darauf, dass sich die Technik bei Mährobotern weiterentwickelt habe. Ihrer Meinung nach gebe es inzwischen Geräte, die Igel und andere Tiere erkennen und umfahren könnten. Zudem seien die Roboter für viele Gartenbesitzer eine Zeitersparnis. „Man muss Privates bei den Leuten lassen“, gab sie zu bedenken.

Anders bewertete Dr. Beate Burkl von den Freien Wählern/UP die Situation. Sie sieht weiterhin eine erhebliche Gefahr für Igel und andere Tiere durch Mähroboter. Dabei gehe es nicht nur um die Nachtstunden. „Nicht nur in der Nacht. Auch am Tag werden Tiere durch Mähroboter getötet“, sagte sie.

Bundesweite Entwicklung hat sich seit 2025 verändert

Die Stadtverwaltung verwies in der aktuellen Sitzung erneut auf ihre bereits im Jahr 2025 vertretene Einschätzung. Damals hatte sie unter anderem ausgeführt, dass eine Allgemeinverfügung aus Sicht der Verwaltung im Vollzug nicht umsetzbar sei. Ein wirksamer Igelschutz lasse sich besser durch den Erhalt geeigneter Lebensräume sowie durch Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung erreichen.

Während die Stadt Rosenheim also weiterhin auf Aufklärung statt Verbot setzt, hat sich die Situation in anderen Kommunen inzwischen weiterentwickelt. Seit der ersten Debatte im Rosenheimer Ausschuss haben zahlreiche Städte und Landkreise Nachtfahrverbote oder zeitliche Einschränkungen für Mähroboter eingeführt. Dazu zählen unter anderem Köln, Mainz, Stuttgart, Oberhausen und Ulm. Auch der Deutsche Städtetag spricht sich mittlerweile für ein bundesweites Nachtfahrverbot zum Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Tieren aus.
Rosenheim hält dennoch an seiner bisherigen Linie fest: Statt einer Allgemeinverfügung setzt die Stadt weiterhin auf Information, Aufklärung und die Eigenverantwortung der Gartenbesitzer.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Kaufhaus Karstadt, Rosenheim, 1974

Kaufhaus Karstadt, Rosenheim, 1974

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1974. Auf der historischen Aufnahme sehen wir das Kaufhaus Karstadt in Rosenheim.

Das Bild zeigt eine Szene, die heute fast wie eine Reise in eine andere Zeit wirkt: Kunden fahren auf der offenen Rolltreppe durch das Kaufhaus, viele tragen die typische Mode der 1970er-Jahre. Gleichzeitig zeigt die Aufnahme, welche Bedeutung das Kaufhaus damals für Rosenheim und die gesamte Region hatte.

Die Rolltreppe war nicht nur ein praktisches Verkehrsmittel zwischen den Etagen. Sie stand für Modernität und Einkaufserlebnis. Im Hintergrund ist ein Schild mit der Aufschrift „Lebensmittel und Brotzeitecke“ zu erkennen. Denn große Warenhäuser boten damals weit mehr als Kleidung, Haushaltswaren oder Elektronik. Sie waren Einkaufsort, Treffpunkt und für viele Menschen ein Stück Großstadtgefühl.

Ein modernes Einkaufsparadies entsteht

Das Gebäude auf dem Foto war 1974 noch relativ neu. Erst am 16. April 1970 wurde das damalige Karstadt-Kaufhaus an der Ecke Münchener Straße/Gillitzerstraße eröffnet.
Dem Neubau waren umfangreiche Abrissarbeiten im historischen Gillitzerblock vorausgegangen. Mit dem neuen Kaufhaus entstand mitten in Rosenheim ein modernes Einkaufszentrum, das Kunden aus der gesamten Region anzog. Entworfen wurde das Gebäude vom Münchner Architekten Paolo Nestler. Die markante Waschbetonfassade entsprach dem Zeitgeschmack der 1970er-Jahre. Im Inneren setzte man auf Großzügigkeit, offene Verkaufsflächen und technische Neuerungen – darunter die weithin sichtbaren Rolltreppen.

Rolltreppen waren einst eine Attraktion

Was heute selbstverständlich erscheint, war damals noch etwas Besonderes. Eine Rolltreppe in einem Kaufhaus war in den 1960er- und 1970er-Jahren ein Symbol für Fortschritt und modernen Konsum.
Die erste Rolltreppe Rosenheims befand sich allerdings nicht bei Karstadt. Diese Premiere hatte bereits 1960 das Kaufhaus Juhasz der Gebrüder Albin und Vilmos Juhasz im damals neu errichteten ersten Hochhaus der Stadt an der Brixstraße.
Als Juhasz sein Geschäft auf den ersten Stock erweiterte, wurde die Rolltreppe schnell zur Attraktion. Viele Menschen kamen nicht nur zum Einkaufen, sondern auch, um einmal mit der damals ungewöhnlichen Technik zu fahren.

Karstadt griff dieses Erlebnis später in deutlich größerem Maßstab auf. Beim Neubau von 1970 wurden die Rolltreppen zum prägenden Element des Hauses und vermittelten den Besuchern ein Gefühl von Modernität und Großstadt.

Karstadt als Besuchermagnet der Region

In den 1970er-Jahren befanden sich große Warenhäuser auf ihrem Höhepunkt. Karstadt bot ein Vollsortiment unter einem Dach: Kleidung, Haushaltswaren, Spielzeug, Unterhaltungselektronik und auch Lebensmittel gehörten zum Angebot.
Gerade die Lebensmittelabteilungen mit Frischetheken und kleinen Imbissbereichen waren damals typisch für große Warenhäuser. Die auf dem Foto erkennbare „Brotzeitecke“ zeigt diesen Wandel: Einkaufen wurde nicht nur als Erledigung verstanden, sondern als Erlebnis.
Viele Menschen aus dem Landkreis kamen damals gezielt nach Rosenheim, um bei Karstadt einzukaufen. Das Kaufhaus wurde zu einem festen Bestandteil des Stadtlebens.

Vom Karstadt zum Galeria-Gebäude

Das Gebäude, das auf dem Foto von 1974 zu sehen ist, blieb allerdings nicht unverändert. Ende der 1990er-Jahre wurde das Kaufhaus umfassend umgebaut und erweitert.
Am 9. Juli 1997 eröffnete das neue „Erlebniskaufhaus“ mit einer deutlich veränderten Architektur und der heute bekannten Glasfassade. Das Erscheinungsbild aus den 1970er-Jahren verschwand damit weitgehend.
Auch der Name Karstadt gehört inzwischen zur Geschichte des Hauses. Im Oktober 2024 wurde der bekannte Schriftzug abmontiert. Heute trägt das Gebäude den Namen Galeria.

Die historische Aufnahme aus dem Jahr 1974 erinnert damit an eine Zeit, in der ein Besuch im Kaufhaus noch ein besonderes Erlebnis war. Die Rolltreppe, die Kunden in die nächste Etage brachte, stand damals für Aufbruch, Fortschritt und eine neue Art des Einkaufens – und wurde selbst zu einem Teil der Rosenheimer Stadtgeschichte.

(Quelle: Beitragsbild: Herbert Borrmann – Foto Hafner / Artikel: Karin Wunsam)

Straßennamen in Rosenheim: Albrecht-Dürer-Straße

Straßennamen in Rosenheim: Albrecht-Dürer-Straße

Rosenheim – Albrecht Dürer war ein Künstler, der bereits vor 500 Jahren eine eigene „Marke“ hatte: Sein berühmtes AD-Monogramm machte seine Werke unverwechselbar. Heute erinnert auch in Rosenheim eine Straße an den Nürnberger Maler und Grafiker. Die Albrecht-Dürer-Straße im Happinger Malerviertel erzählt dabei nicht nur von Kunstgeschichte, sondern auch von der Entwicklung eines Rosenheimer Stadtteils.

In unserer Serie „Straßennamen in Rosenheim“ geht es jeden Donnerstag um die Namen hinter den Straßenschildern. Viele davon nimmt man im Alltag kaum bewusst wahr – doch sie erzählen Geschichten über Menschen, Orte und die Entwicklung der Stadt. Die Albrecht-Dürer-Straße ist eine von insgesamt 23 Straßen im Rosenheimer Stadtgebiet, die nach Künstlern benannt wurden. Die Spur führt diesmal in das Happinger Malerviertel – und zu einem Mann, der seiner Zeit in vielerlei Hinsicht voraus war.

Ein Künstler, der seinen Namen zur Marke machte

Als Albrecht Dürer im Jahr 1471 in Nürnberg geboren wurde, war Kunst vor allem eines: Handwerk. Maler arbeiteten meist im Auftrag von Kirchen, Fürsten oder wohlhabenden Bürgern. Dürer veränderte dieses Bild grundlegend.
Er verstand sich nicht nur als ausführender Handwerker, sondern als schöpferischer Künstler, der Wissen, Wissenschaft und Gestaltung miteinander verband. Er beschäftigte sich mit Mathematik, Geometrie und der Frage, wie sich Schönheit und Proportionen berechnen lassen.

Vor allem aber wusste Dürer, wie wichtig ein eigener Wiedererkennungswert war. Er signierte seine Arbeiten konsequent mit seinem berühmten AD-Monogramm. Damit schuf er eines der frühesten Beispiele für eine Künstler-Marke: Wer dieses Zeichen sah, wusste, von wem das Werk stammte.

Vom Nürnberger Atelier in die ganze Welt

Dürer war Maler, Zeichner und Grafiker – doch seine größte Reichweite erzielte er nicht nur mit Gemälden, sondern mit seinen Druckgrafiken. Durch Holzschnitte und Kupferstiche konnten seine Arbeiten vervielfältigt und weit verbreitet werden. Bilder wie der „Feldhase“, die „Betenden Hände“ oder die Holzschnittfolge „Die Apokalypse“ machten ihn in ganz Europa bekannt.

Damit gelang Dürer etwas Außergewöhnliches: Seine Kunst war nicht mehr nur wenigen Menschen in Fürstenhöfen oder Kirchen zugänglich. Seine Werke konnten von vielen gesehen und gekauft werden. Schon zu Lebzeiten war sein Name weit über seine Heimatstadt Nürnberg hinaus bekannt.

Warum Dürer auf so vielen Straßenschildern steht

Wer durch deutsche Städte fährt, begegnet dem Namen Albrecht Dürer immer wieder. Neben der ausführlichen Form „Albrecht-Dürer-Straße“ gibt es auch zahlreiche „Dürerstraßen“.
Dass gerade dieser Künstler so häufig zum Namensgeber wurde, hat mehrere Gründe. Bereits im 19. Jahrhundert wurde Dürer zu einer wichtigen Figur der deutschen Kunstgeschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten viele Städte bei der Benennung neuer Wohngebiete nach Persönlichkeiten, die für Kultur und Bildung standen.
Dürer passte besonders gut in diese Zeit: Sein Name war bekannt, seine Bedeutung unbestritten und seine Biografie frei von politischen Belastungen. Für neue Stadtviertel war er damit ein idealer Namensgeber. Auch in Rosenheim wurde dieses Prinzip aufgegriffen.

Das Malerviertel in Happing entsteht

Die Albrecht-Dürer-Straße liegt im westlichen Stadtgebiet von Rosenheim im Stadtteil Happing. Sie ist Teil eines Viertels, in dem mehrere Straßen nach Künstlern benannt wurden.
Solche Themenviertel waren vor allem im 20. Jahrhundert beliebt. Statt Straßennamen ohne Zusammenhang zu vergeben, erhielten neue Wohngebiete eine gemeinsame Linie. Das erleichterte die Orientierung und gab den Quartieren eine eigene Identität.

Die Entstehung des Happinger Malerviertels hängt eng mit dem Wachstum Rosenheims nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen. Über Jahrhunderte war Happing ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf südlich der Stadt.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem Zuzug vieler Menschen stieg der Bedarf an Wohnraum deutlich. Da innerhalb der Stadt kaum noch ausreichend Flächen vorhanden waren, rückten die Wiesen und Felder rund um Happing in den Fokus der Stadtplanung.
In den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden dort neue Wohngebiete. Die Albrecht-Dürer-Straße wurde Teil dieser Entwicklung. Die Eingemeindung Happings am 1. Juli 1967 verband den früher eigenständigen Ort schließlich dauerhaft mit Rosenheim.

23 Künstlernamen im Rosenheimer Stadtgebiet

Die Albrecht-Dürer-Straße ist dabei nur eine von vielen Verbindungen zwischen Rosenheim und der Kunstgeschichte. Insgesamt 23 Straßen im Stadtgebiet tragen die Namen von Künstlern.
Dazu gehören unter anderem die nach der Malerin Maria Caspar-Filser (1878–1968) benannte Straße oder die nach Friedrich Wilhelm Doppelmayr (1776–1845) benannte Straße.

Besonders im Happinger Malerviertel zeigt sich, dass Straßennamen mehr sind als reine Orientierungshilfen. Sie können ein Viertel prägen und gleichzeitig Wissen über Menschen vermitteln, deren Leben viele Jahrhunderte zurückliegt.

Ein Straßenschild verbindet zwei Zeiten

Wer heute durch die Albrecht-Dürer-Straße fährt, sieht zunächst eine ganz normale Wohnstraße. Doch hinter dem Namen liegen zwei Geschichten: die des Künstlers Albrecht Dürer, der vor mehr als 500 Jahren die Kunstwelt veränderte, und die Geschichte eines Rosenheimer Stadtteils, der in einer Zeit großer Veränderungen neu entstand.
So erinnert die Albrecht-Dürer-Straße nicht nur an einen berühmten Maler der Renaissance. Sie erzählt auch davon, wie aus ehemaligen Dorfrändern neue Wohnviertel wurden – und wie ein einzelnes Straßenschild eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart schaffen kann.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: ai generiert)

Flucht vor Kuhherde: Wanderer bei Sturz verletzt

Flucht vor Kuhherde: Wanderer bei Sturz verletzt

Kreuth / Landkreis Miesbach – Ein 63-jähriger Wanderer ist am Mittwoch (15.7.2026) bei der Flucht vor einer Kuhherde im Gemeindebereich Kreuth (Landkreis Miesbach) leicht verletzt worden. Nach Angaben der Polizei war der Mann gemeinsam mit seiner Frau auf einer Bergtour unterwegs, als die Tiere den beiden aus bislang ungeklärter Ursache hinterherliefen.

Der Mann aus Mittelfranken war gegen 13.30 Uhr mit seiner Frau unterwegs, als es nach Angaben der Polizei zu der Begegnung mit der Kuhherde kam.
Auf der Flucht vor den Tieren stürzte der 63-Jährige und zog sich leichte Verletzungen zu. Seine Frau setzte einen Notruf ab. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kreuth versorgten den Verletzten vor Ort und begleiteten ihn anschließend ins Tal.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Bad Wiessee / Beitragsbild: Symbolfoto re)