Rosenheim / Landkreis / Region – Eigentlich sollen sie Anwohner entlasten – doch nach dem Eindruck einiger Innpuls.me-Leser haben die Durchfahrtsverbote am gestrigen Samstag (27.12.2025) ihre Wirkung verfehlt. Trotz geltender Regeln kam es in einigen Gemeinden rund um Rosenheim wohl zu Verkehrsproblemen.
Wie eine Leserin unserer Redaktion schildert, waren am Samstag viele Orte entlang der Autobahnen rund um Rosenheim stark belastet. Grund dafür sei der sogenannte Bettenwechsel im Wintertourismus gewesen: An- und Abreiseverkehr aus den Skigebieten in Tirol und Salzburg habe sich nicht nur auf den Autobahnen, sondern auch auf den umliegenden Ortsstraßen gestaut.
Betroffen gewesen seien nach ihrem Eindruck unter anderem Rosenheim, Kolbermoor, Raubling sowie weitere Gemeinden im Inntal. Viele Autofahrer hätten trotz bestehender Durchfahrtsverbote die Autobahn verlassen und Ausweichstrecken durch die Orte genutzt. Die Leserin stellt daher die Frage, ob ausreichend kontrolliert werde – und ob die Regelungen in der Praxis tatsächlich greifen.
Ein anderer Leser aus dem Inntal ärgert sich: „Keine Spur von Feiertagsstimmung. Unsere Gemeinde war zeitweise komplett verstopft mit Skiurlauern. Die einen wollten heim, die anderen kamen an – und wir mittendrin. So viel zur staaden Zeit. „
Durchfahrtsverbote gelten seit August
Im Landkreis Rosenheim gelten seit dem Sommer 2025 situationsbedingte Durchfahrtsverbote bei Stau auf den Autobahnen. Ziel ist es, Ausweichverkehr von den Ortsdurchfahrten fernzuhalten und die Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden zu entlasten. Die Regelungen treten bei Stau auf der A8 und der A93 jeweils freitags, samstags, sonntags sowie an bayerischen Feiertagen in Kraft.
Betroffen sind im Landkreis Rosenheim unter anderem die Anschlussstellen Bad Aibling, Rosenheim-West, Rosenheim, Rohrdorf, Achenmühle, Frasdorf, Bernau, Felden, Reischenhart und Brannenburg. Autofahrer, die dort bei Stau von der Autobahn abfahren, müssen damit rechnen, von der Polizei wieder zurück auf die Autobahn geleitet zu werden. Entsprechende Beschilderungen weisen auf die Verbote hin, auch Navigationssysteme berücksichtigen diese laut Behördenangaben.
Kontrollen und Bußgelder
Nach offiziellen Angaben kontrolliert die Polizei die Einhaltung der Durchfahrtsverbote. In der Regel erfolgt zunächst eine mündliche Verwarnung. Bei Missachtung droht jedoch ein Bußgeld: 55 Euro für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen, 100 Euro für schwerere Fahrzeuge.
Neben dem Landkreis Rosenheim haben inzwischen auch andere Regionen in Bayern ähnliche Regelungen eingeführt, darunter der Landkreis Miesbach und die Gemeinde Farchant bei Garmisch-Partenkirchen. Hintergrund ist die zunehmende Belastung vieler Autobahnen zu Hauptreisezeiten – im Sommer Richtung Urlaubsregionen, im Winter vor allem in die Skigebiete.
Wahrnehmung vor Ort und offene Fragen
Die Zuschriften der Leser und Kommentare auf Social Media zeigen jedoch, dass es aus Sicht der Betroffenen weiterhin Probleme gibt – zumindest an stark frequentierten Reisetagen. Ob es sich dabei um Einzelfälle, eine außergewöhnliche Verkehrslage oder um grundsätzliche Schwächen bei Kontrolle und Umsetzung handelt, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen.
Klar ist: Die Durchfahrtsverbote sollen die Gemeinden schützen. Ob sie dieses Ziel in der Praxis immer erreichen, dürfte auch künftig Thema bei Polizei, Verwaltung und lokaler Politik bleiben.
Weitere Informationen zu Durchfahrtsverboten und betroffenen Regionen finden sich unter anderem auf der Internetseite des ADAC und Landkreis Rosenheim.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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