Felßner betont, dass „gerade in angespannten Zeiten, [es] durch entschiedenes politisches Handeln Perspektiven [braucht], um die Chancen der Land- und Forstwirtschaft zu nutzen“. Seiner Ansicht nach müssen Berlin und Brüssel jetzt handeln, zudem nimmt Bayern mit dem Vorsitz der Agrarministerkonferenz 2026 eine entscheidende Rolle ein. Felßner verweist auf die Aussagen von Ministerin Michaela Kaniber zu Entwaldungsverordnung, Naturwiederherstellungsverordnung und Bodenüberwachungsgesetz und fordert „konkrete Initiativen gegenüber der Bundesregierung und über den Bundesrat – neben einer Befassung bei der Agrarministerkonferenz“.
EU-Haushalt und GAP: Felßner warnte vor geplanten Kürzungen im EU-Haushalt ab 2028. Seiner Einschätzung nach sichert die GAP Ernährung, Stabilität und Versorgungssicherheit in Europa, und Kürzungen würden die regionale Landwirtschaft sowie die Versorgung gefährden. Der BBV fordert nach Ansicht von Felßner klare Prioritäten für die Agrarpolitik und Planungssicherheit für die Zeit nach 2028.
Jahr der Landwirtin
Zudem fordert Felßner neben Unterstützung junger Menschen und familiengeführter Betriebe auch mehr Initiativen für weibliche Betriebsleiterinnen: „Frauen sind schon heute tragende Säulen der Landwirtschaft. Aber aktuell werden nur neun Prozent der bayerischen Höfe von einer Frau geführt. Wir sind überzeugt, dass deutlich mehr möglich ist. Und hier wollen wir entschlossen anschieben und gemeinsam mit Politik und Gesellschaft verlässliche Rahmenbedingungen schaffen – über das UN-Jahr 2026 der Landwirtin hinaus.“
Düngerecht: Ein weiterer Schwerpunkt der Pressekonferenz war nach Darstellung von Felßner die Düngeverordnung. Er bezeichnet das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts als „Wendepunkt“ und fordert, dass das Düngerecht grundlegend überarbeitet wird. Felßner spricht sich für weniger Bürokratie, mehr Fachlichkeit und wirksamen Wasserschutz aus. Er hofft auf Impulse von Ministerin Kaniber, die das Düngerecht „neu denken will nach dem Leitbild fair und verursachergerecht“.
Preislage an den Agrarmärkten: Nach Meinung von Felßner ist die aktuelle Lage an den Agrarmärkten alarmierend, insbesondere bei gleichzeitig hohen Betriebskosten. Er verweist auf die niedrigen Preise bei tierischer Veredelung, Milchmarkt und Ackerbau und appelliert „an alle Akteure der Lebensmittelkette, ihre Verantwortung ernst zu nehmen“. Felßner betont, dass Heimische Landwirtschaft auch bedeute, über dem Weltmarktpreis zu bezahlen, um langfristig stabile Lieferbeziehungen zu sichern. Zugleich kritisiert er, dass steigende Auflagen und Marktöffnungen die Betriebe belasten und „beim Stallbau fragt man sich, wie bei immer höheren Auflagen und Kosten beim Bau noch Platz für die Weiterentwicklung der Tierhaltung bleibt“.
Mercosur-Abkommen: Felßner erklärt, dass der Agrarteil des geplanten Handelsabkommens nach wie vor „inakzeptabel“ sei. Seiner Meinung nach könnten Importe aus Brasilien trotz der EU-Schutzklauseln die europäischen Verbraucherstandards nicht erfüllen. Er fordert eine verbindliche Umsetzung der angekündigten zusätzlichen Mittel und Anpassungen bei Düngemittelimporten. Auch bei Naturwiederherstellung, Nitratrichtlinie und Wasserrahmenrichtlinie erwartet Felßner nach eigener Aussage „grundsätzliche Korrekturen für ausreichend Praxistauglichkeit“.
Fazit: Felßner betont: „Die Land- Forstwirtschaft ist bereit Verantwortung zu tragen. Aber sie braucht politische Verlässlichkeit. 2026 muss ein Jahr der Entscheidungen werden. Der Bayerische Bauernverband liefert konkrete Lösungsansätze. Jetzt müssen Bayern, Berlin und Brüssel handeln und den entsprechenden Rahmen dafür setzen.“ Er verweist zudem auf die angekündigten EU-Bürokratieabbau-Maßnahmen, stellt jedoch klar, dass die Betriebe bislang kaum davon profitiert hätten. Felßner fordert „ein echtes Auflagenmoratorium – keine neuen Pflichten, keine neuen Hürden und parallel einen Abbau an Auflagen.“
Weitere Infos und der gesamte Forderungskatalog ist hier einsehbar.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerischer Bauernverband / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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