Landkreis Rosenheim – Ein gut gepflegter Obstbaum kann über 50 Jahre alt werden und jedes Jahr viele Kilo Obst liefern – eine sorgfältige Pflege und Erziehung ist dafür entscheidend. Das nötige Wissen vermittelt die Ausbildung zum Obstbaumwart. In einem feierlichen Rahmen wurden nun 55 frisch gebackene Baumwarte aus Oberbayern geehrt. Vier der neuen Baumwarte stammen aus dem Landkreis Rosenheim: Florian Schex, Michael Bliemel, Samuel Klee und Michael Kammermeier.
In 110 Stunden eigneten sich die Teilnehmer umfassende Kenntnisse und praktische Fähigkeiten im Bereich der Obstbaumkultur an. Der Schwerpunkt lag klar auf der Praxis: Etwa zwei Drittel der Zeit verbrachten die Teilnehmer vor oder auf einem Obstbaum. Zehn Module, unter anderem zum Erziehungsschnitt, der Obstverwertung und Baumgesundheit, ergänzten die Ausbildung. Damit sind die Absolventen bestens gerüstet für die Pflege von Obstbäumen sowie für die Beratung von Obstbauern und Hobbygärtnern.
Viel gelernt über Streuobstwiesen
„Die Ausbildung war eine großartige Gelegenheit, mein Wissen über Obstbäume zu vertiefen und praktische Erfahrungen zu sammeln“, berichtete einer der Absolventen. „Ich hätte nicht gedacht, was es bei Streuobstwiesen alles zu beachten gilt und fühle mich nun gut gerüstet, um in der Praxis zu arbeiten und mein Wissen weiterzugeben.“
Markus Breier vom Bezirksverband für Gartenkultur und Landespflege hob die Bedeutung der Ausbildung hervor: „Die Obstbaumwart-Ausbildung ist ein wichtiger Schritt zur Förderung der Obstkultur in Oberbayern. Die Absolventen werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, die Tradition des Obstbaus in unserer Region zu bewahren und weiterzuentwickeln.“
Laut Martin Landes, Leiter des Kurses, besteht die größte Herausforderung im Streuobstanbau nicht darin, alte Bestände zu pflegen, sondern darin, dass neu gepflanzte Bäume gesund und zukunftsfähig wachsen. Entscheidend seien die richtige Pflanzhöhe, ein jährlicher fachgerechter Erziehungsschnitt und die ausreichende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Auch das Freihalten der sogenannten Baumscheibe – offener Boden im Umkreis von 30 bis 40 Zentimetern um den Stamm – helfe den Bäumen, sich schneller am Standort zu etablieren.
Die Ausbildung wurde vor zwei Jahren von Streuobstberater Martin Landes in Zusammenarbeit mit oberbayerischen Kreisfachberatern im Rahmen des Bayerischen Streuobstpakts ins Leben gerufen. Auch das Landwirtschaftsministerium erkennt die Ausbildung an, wodurch Absolventen im Auftrag des staatlichen Streuobstpflegeprogramms KULAP I82 Maßnahmen ausführen dürfen.
Das Angebot ist beliebt: Der Jahrgang 2026 ist bereits ausgebucht. Möglichkeiten zur Weiterbildung bestehen weiterhin. Das Landratsamt Rosenheim veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege Rosenheim e. V. jährlich mehrere zweitägige, kostenlose Obstbaum-Schnittkurse, in denen Grundlagen vermittelt werden. Weitere Informationen finden Interessierte unter: www.landkreis-rosenheim.de
.(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim ( Beitragsbild: Copyright Hans Stoll)


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