München / Bayern – Angesichts steigender Spannungen zwischen Europa und den USA warnt der Bund der Selbständigen – Gewerbeverband Bayern e. V., dass Deutschland bei Gasimporten aus den USA besonders verwundbar ist. Der Verband fordert, dass die EU und die Bundesregierung ausreichend Vorbereitungen treffen, bevor sie gegenüber Washington klare Kante zeigen.
BDS-Bayern Hauptgeschäftsführer Michael Forster fasst das Dilemma zusammen: „Schließlich beziehen wir ca. 20 Prozent unseres Gasbedarfes aus den USA. Damit ist die USA in der Lage, hierzulande maßgeblich an der Gaspreisschraube zu drehen.“
Während Staatschefs und Regierungen derzeit über Schutzzölle und die Brüchigkeit unserer Verteidigungsbündnisse debattieren, richtet der bayerische Gewerbeverband den Blick auf die Gefahren für kleine und mittelständische Unternehmen. Zwar seien Handwerker und lokale Dienstleister oft nicht direkt von Exportzöllen betroffen, doch die indirekten Folgen einer Eskalation – etwa starke Verteuerung der Energie und Verwerfungen an den Kapitalmärkten – könnten verheerend sein.
Michael Forster betont: „In der hitzigen Debatte wird das bisher übersehen: Die USA sind mittlerweile ein sehr wichtiger Gaslieferant. Hier sind wir verwundbar. Sollte dieser Konflikt eskalieren und die USA als Druckmittel die Lieferungen drosseln oder die Preise diktieren, stehen wir schon wieder vor einer Kostenexplosion, die viele nicht überleben würden.“
Für das Gewerbe in Bayern, das bereits unter hohen Betriebskosten leide, wäre ein erneuter Energiepreisschock kaum zu verkraften. Hinzu komme die Gefahr destabilisierter Finanzmärkte, die Kredite verteuern und die Planungssicherheit für Investitionen erheblich einschränken könnten.
Warnung vor blinden Aktionismus
Der Verband spreche sich ausdrücklich für ein souveränes Europa aus, betont Forster. Doch Souveränität dürfe nicht blinder Aktionismus sein, sondern erfordere sorgfältige Vorbereitung.
Der Bund der Selbständigen – Gewerbeverband Bayern e. V. fordert daher die Bundesregierung auf, unverzüglich Notfallpläne für die Energieversorgung zu erarbeiten, die eine größtmögliche Unabhängigkeit von US-Importen priorisieren, und Schutzschirme für den Mittelstand vorzubereiten, um mögliche Kollateralschäden eines Handelskonflikts abzufedern.
Michael Forster warnt: „Wenn wir im Falle der Fälle überrascht feststellen, dass Industrie- und Mittelstand sterben, da wir keine Energie mehr zu sinnvollen Preisen beziehen können, haben wir einen Wirtschaftskrieg begonnen, ohne vorher die Hausaufgaben zu machen. Erst runter vom Ast, dann sägen!“
(Quelle: Pressemitteilung Bund der Selbständigen – Gewerbeverband Bayern e. V. / Beitragsbild: Symbolfoto:


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