MĂŒnchen – Die umfangreichen BaumaĂnahmen der DB InfraGO im Jahr 2026 und in den Folgejahren werden den Bahnverkehr in Deutschland deutlich prĂ€gen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Westbahn und die Bayerische Regiobahn (BRB) ihre Forderungen fĂŒr eine bessere Planung, Koordination und operative Umsetzung wĂ€hrend der Sanierung der Bahninfrastruktur vorgestellt.
Westbahn-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Thomas Posch betont: âDie Sanierung und Modernisierung der Schieneninfrastruktur ist notwendig. Doch IntensitĂ€t, Dauer und Umsetzung der MaĂnahmen dĂŒrfen nicht zulasten der Reisenden gehen.â BRB-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Arnulf Schuchmann ergĂ€nzt, dass insbesondere im grenzĂŒberschreitenden Verkehr klare ZustĂ€ndigkeiten und funktionierende Kommunikation unverzichtbar seien.
Kernforderungen an DB InfraGO
Seit 2022 fĂ€hrt die Westbahn fĂŒnfmal tĂ€glich von MĂŒnchen nach Wien, seit Dezember 2024 auch zwei Verbindungen von Stuttgart ĂŒber MĂŒnchen nach Wien. Posch beschreibt die derzeitige Situation: âKurzfristige Baustellen, fehlende Abstimmungen und unklare ZustĂ€ndigkeiten. Das ist kein Ausnahmezustand, sondern gelebter Alltag. Das dĂŒrfen FahrgĂ€ste und alle Mitarbeitenden, die tagtĂ€glich mit den Herausforderungen konfrontiert sind, nicht lĂ€nger ausbaden. Jetzt ist der Zeitpunkt zu handeln. Es braucht endlich ein Baustellenmanagement, das funktioniert.â
Auf Basis dieser Erfahrungen hat die Westbahn drei zentrale Kernforderungen formuliert:
- FrĂŒhzeitige AnkĂŒndigungen: Baustellen mĂŒssen rechtzeitig kommuniziert werden, damit kurzfristige Ănderungen oder BauzeitverlĂ€ngerungen die Reisenden nicht treffen.
- Planungssicherheit: VerlĂ€ssliche und realistische Planungen sind nötig, damit FahrplĂ€ne und BetriebsablĂ€ufe nicht durch kurzfristige Ănderungen oder fehlende KapazitĂ€ten durcheinandergebracht werden.
- Klare ZustĂ€ndigkeiten: Verantwortlichkeiten mĂŒssen eindeutig definiert sein, um Abstimmungschaos, Fehlleitungen und widersprĂŒchliche Informationen zu vermeiden.
Posch unterstreicht: âSanierung ist richtig und wichtig, aber sie darf kein Ăberraschungs-Ei sein. Bahnunternehmen brauchen VerlĂ€sslichkeit, klare Kommunikation und Planungssicherheit aus einer Hand â das sind Mindestvoraussetzungen fĂŒr einen funktionierenden Bahnbetrieb.â
Konkrete Auswirkungen auf den Bahnverkehr
Schuchmann erlĂ€utert die Folgen mangelnder Baustellenplanung am Beispiel der Strecke RE5 MĂŒnchen â Rosenheim â Salzburg. Bereits 2026 kommt es hier aufgrund der Generalsanierung NĂŒrnberg â Regensburg â Passau zu EinschrĂ€nkungen und ZugausfĂ€llen. Kommt in den Jahren 2027 und 2028 die Sanierung Rosenheim â Freilassing und MĂŒnchen â Rosenheim, sind weitere Störungen und Schienenersatzverkehre zu erwarten.
Schuchmann kritisiert: âMan lĂ€sst uns am ausgestreckten Arm verhungern und verweigert uns einen zielgerichteten Dialog.â
Er weist zudem auf Probleme beim Schienenersatzverkehr hin: Die DB InfraGO organisiert die Busse, die BRB muss jedoch Fahrgastbeschwerden bearbeiten, obwohl sie keinen direkten Kontakt zu den Busunternehmen hat.
Ein weiteres Thema ist die Fahrgastinformation: Schuchmann fordert, sie mĂŒsse âneu gedacht und schneller, flexibler sowie verlĂ€sslicher im Sinne unserer FahrgĂ€ste werden.â
Die Westbahn und die BRB fordern ein funktionierendes Zusammenspiel von Planung, Bau und Betrieb und dass diese GrundsĂ€tze verbindlich in der weiteren Umsetzung der SanierungsmaĂnahmen der DB InfraGO verankert werden.
(Quelle: Pressemitteilung Westbahn / Bayerische Regiobahn / Beitragsbild; Copyright Westbahn):Â


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