Bayern -Bei Bayerns 21. Stunde der Wintervögel vom 9. bis 11. Januar 2026 zählten rund 29.600 Teilnehmer in über 21.300 Gärten insgesamt 626.600 Vögel. Die Mitmachaktion des LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern) und NABU zeigt: Seltene Gäste wie Kranich und Wiedehopf sorgten zwar für Aufsehen, der Trend weist jedoch weiterhin auf rückläufige Vogelzahlen hin.
Das winterliche Wetter mit Schnee, Eis und klirrender Kälte erschwerte vielen Vogelarten die Futtersuche im Freien. „Der große Einflug von Wintergästen aus dem Norden blieb heuer aus“, erklärt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. Stattdessen zogen manche heimischen Vögel wie Kraniche auf der Suche nach schnee- und eisfreien Flächen Richtung Süden.
Die durchschnittliche Vogelzahl pro Garten lag 2026 bei etwa 29 Individuen – leicht unter dem Vorjahreswert. Große Einflüge von Bergfinken oder Erlenzeisigen, die die Zahlen sonst erhöhen, blieben aus. „Ein schleichender, aber kontinuierlicher Rückgang der Vogelzahlen ist deutlich erkennbar“, so Nelson. Viele Arten leiden unter fehlenden Lebensräumen und einem Rückgang von Insekten als Nahrungsquelle.
Die Top Ten der Wintervögel
An der Spitze bleiben Haussperling, Kohlmeise und Feldsperling stabil. Dahinter folgen Amsel, Blaumeise, Buchfink, Elster, Grünfink, Rotkehlchen und Rabenkrähe. Der Bergfink, im Vorjahr noch Platz sieben, tauchte 2026 kaum auf.
Besondere Beobachtungen
Teilnehmer berichteten von fliegenden Kranichen und Kormoranen, die auf der Suche nach eisfreien Gewässern unterwegs waren. Besonders bemerkenswert waren seltene Überwinterer wie Wiedehopf, Bekassine, Zippammer und Brachvogel. „Der Wiedehopf ist eine wärmeliebende Langstreckenzieher-Art, die normalerweise südlich der Sahara überwintern“, erklärt Nelson. Meldungen mit Fotobeweis kamen unter anderem aus dem Landkreis Forchheim.
Die nächste Mitmachaktion, die Stunde der Gartenvögel, findet vom 8. bis 10. Mai 2026 statt. Dann werden Bürger erneut aufgerufen, Brutvögel in ihren Gärten und Parks zu zählen.
(Quelle: Pressemitteilung LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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