Bayern – In der aktuellen Tarifrunde bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Beschäftigten für Montag, 02. Februar 2026 in ganz Bayern zu ganztägigen Warnstreiks auf.
Betroffen sein können laut einer aktuellen Pressemitteilung von ver.di Bayern alle Verkehrsunternehmen, in denen der Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) Anwendung findet. Insbesondere in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt ist demnach mit erheblichen Auswirkungen zu rechnen. Die S-Bahnen sind nicht betroffen, da diese von der Deutschen Bahn betrieben werden.
Und mit Blick auf Rosenheim: Der Stadtverkehr Rosenheim meldet aktuell auf Instagram, dass die Verkehrsgesellschaft Rosenheim am Montag, 2. Februar, nicht bestreikt wird. Alle Busse verkehren regulär.
Der Tarifvertrag Nahverkehr findet in über 20 Unternehmen Anwendung und regelt damit die Entgelte und Arbeitsbedingungen von ca. 9.000 Beschäftigten.
Das sind die Forderungen von ver.di
ver.di fordert eine Entgeltsteigerung von 668,75€ sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. „Mit der Anhebung der Löhne würden Differenzen im Lohngefüge beglichen werden: Zum einen die, die innerhalb des Personals in den Werkstätten der Stadtwerkekonzerne besteht. Zum anderen könnten die Einstiegsgehälter im Fahrdienst in Bayern zu denen in Baden-Württemberg aufschließen. Eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und die Verlängerung der Mindestruhezeit auf elf Stunden würden der hohen Belastung im Schichtbetrieb entgegenwirken und wären somit ein wichtiges Element im Rahmen des Gesundheitsschutzes“, heißt es dazu in der Pressemitteilung.
Bereits im vergangenen Jahr fanden Gespräche zwischen ver.di und dem kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) statt. Im Rahmen dieser hatte ver.di gefordert, die Lohnsteigerungen aus dem Tarifvertrag im öffentlichen Dienst auf den Nahverkehr zu übertragen (Gehaltssteigerung von ca. 5,8% in zwei Schritten), um im Jahr 2026 ausschließlich über die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zu verhandeln. ver.di hatte dabei unterschiedliche Kompromisswege vorgeschlagen, die von den Arbeitgebern kategorisch abgelehnt wurden.
„Die Eskalation in der Tarifrunde liegt allein in der Verantwortung der Verhandler*innen auf der Seite der Arbeitgeber*innen“, so Katharina Wagner, Branchenkoordinatorin Busse und Bahnen. „Wir haben im letzten Jahr deutlich gemacht, dass wir die Arbeitsbedingungen und die Löhne der Beschäftigten in Bayern mit einer langfristigen Strategie verbessern und sichern wollen. Dies wäre über die Verabredung verschiedener Etappenziele möglich gewesen. Einzig zu einem Tarifabschluss, bei dem uns die Bedingungen diktiert werden, waren wir nicht bereit.“ Sinan Öztürk, stellvertretener Landesbezirksleiter ver.di Bayern betont: „Wir erwarten ein positives Signal der Arbeitgeber*innen schon vor der zweiten Verhandlungsrunde am 13. Februar 2026 und kein Mauern der anderen Seite, andernfalls ist mit steigender Intensität der Streiks in den kommenden Tagen und Wochen zu rechnen.“
(Quelle: Pressemitteilung ver.di Bayern / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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