Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die Zeit um ca. 1890. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist der Max-Josefs-Platz in Rosenheim.
Bei unserem heutigen Fotooldie lohnt wieder der Blick auf das Detail – da wären die für die diese Zeit typische Bekleidung mit den langen Röcken bei den Frauen, die Kutschen als Fortbewegungsmittel und die Buben, die barfuß unterwegs waren.
(Quelle: Beitragsbild: Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


Die Aufnahme ist leider ziemlich grob fehldatiert, sie dürfte aus der Zeit ungefähr von 1915 stammen. Belege dafür sind
1) Der 1897 fertiggestellte Gillitzerblock im Hintergrund.
2) Der Zustand der elektrischen Straßenbeleuchtung. Elektrifiziert wurde Rosenheim (frühestens) ab 1897/98, hier sehen wir bereits die 2.Generation von Lampen, bei der die ursprünglich kugelförmigen gegen tropfenförmige Glaskörper ausgestauscht worden sind. (Kurz nach 1915 bekommen die Lampen übrigens einen Schirm.)
3. Der Bauzustand des Hauses Max-Josefs-Platz Nr.7 (heute Peek&Cloppenburg). Wir sehen hier den Zustand nach der Renovierung (etwa um 1915?). Auf einem Foto, das Innpuls mit Jahreszahl 1912 veröffentlicht hat, (https://innpuls.me/max-josefs-platz-rosenheim-1912/ ) ist jedenfalls noch der alte Zustand zu sehen. (Leider ist es mir nicht gelungen, auf die schnelle herauszufinden, wann genau das Gebäude renoviert wurde und wann die bayerische Handelsbank dort Einzug gehalten hat.)
In jedem Fall ist auch diese Renovierung ein Beispiel dafür, dass der achtlose Umgang mit historischer Bausubstanz in Rosenheim lange Tradition hat!