Bayern – Der Vogel des Jahres 2026, das Rebhuhn, geht ab Mitte Februar auf Partnersuche. LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson erklärt: „Wer in den kommenden Tagen und Wochen ein scharrendes ‚Kirräck‘ beim Spaziergehen in der Dämmerung hört, kann sich glücklich schätzen. Denn das Rebhuhn ist in Bayern selten geworden.“ Für eine erfolgreiche Brut sind strukturreiche Lebensräume mit Blüh- und Brachflächen entscheidend – der LBV fordert deshalb den Ausbau entsprechender Förderprogramme.
Mit ihrem charakteristischen, rauen Revierruf machen die Männchen auf sich aufmerksam. Haben sich Hahn und Henne gefunden, bleiben sie sich nach einer ausgedehnten Kennenlernphase oft ein – wenn auch eher kurzes – Leben lang treu. Erst im Mai kommt es zur Paarung. Kurz darauf legt die Rebhenne bis zu 20 Eier. Bis das Gelege vollständig ist, können mehrere Wochen vergehen. Anschließend brütet die Henne 24 bis 25 Tage lang gut verborgen in dichter Vegetation, stets wachsam vor Nesträubern wie dem Fuchs.
Strukturreiche Lebensräume sind entscheidend
Damit Rebhühner ihren Nachwuchs erfolgreich großziehen können, sind strukturreiche Lebensräume notwendig. Entscheidend ist ein Mosaik aus Feldern, Wiesen, Hecken, Blühflächen und Brachen. Die LBV-Biologin erklärt: „Es muss dringend mehr Lebensraum durch Brach- und Blühflächen sowie Gehölze in der Agrarlandschaft geschaffen werden.“ Der LBV fordert die zuständigen Ministerien auf, Förderprogramme auszubauen und bessere Anreize für Landwirtinnen und Landwirte zu schaffen.
„Davon profitiert nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch wir Menschen. Denn eine vielfältige, lebendige Landschaft bietet Raum für Naturerleben und Erholung“, so Angelika Nelson.
Jeder kann helfen
Wer selbst dazu beitragen möchte, die Situation des Jahresvogels 2026 zu verbessern, kann schon beim Einkauf ansetzen: „Der Kauf von Bio-Produkten unterstützt eine naturverträglichere Landwirtschaft mit weniger Pestizideinsatz. Davon profitieren das Rebhuhn und viele andere Feldvögel“, erklärt die LBV-Biologin.
Rebhuhnerfassung als Einstieg ins Vogelmonitoring
Ein wichtiger Baustein für den Schutz des Rebhuhns ist die Kenntnis über aktuelle Vorkommen und Bestände. Der LBV engagiert sich als Partner des Dachverbands Deutscher Avifaunisten bei der Kartierung von Rebhühnern im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel (MsB). Die nächste Erfassungsperiode findet während der Balz von Mitte Februar bis Mitte März statt. Die Mitarbeit eignet sich besonders für Einsteiger, da sie zeitlich wenig aufwendig ist und der Fokus auf einer Art liegt. Mehr Informationen zum Brutbestandsmonitoring Rebhuhn: www.dda-web.de/monitoring/msb/module/rebhuhn
(Quelle: Pressemitteilung Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) / Beitragsbild: re)


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