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Rosenheim: NGG kritisiert Lohnpraxis in Gastronomie nach Mehrwertsteuer-Senkung

Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent gesenkt. SpĂŒrbar sei aber davon kaum etwas bei Bediensteten und GĂ€sten, meint die NGG Rosenheim-Oberbayern mit Blick auf den Schnitzelteller. Foto: Copyright NGG NGG | Alireza Khalili

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich fĂŒr die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.
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12. Februar 2026

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Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-GaststĂ€tten (NGG) Rosenheim-Oberbayern sieht die Mehrwertsteuer-Senkung fĂŒr die Gastronomie kritisch. Nach Ansicht der Gewerkschaft profitieren viele Betriebe in Rosenheim von der steuerlichen Entlastung, ohne dass BeschĂ€ftigte oder GĂ€ste in gleichem Maß davon profitieren.

Seit Jahresbeginn gilt fĂŒr Speisen in Hotels, Restaurants und GaststĂ€tten der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent statt 19 Prozent. Nach Darstellung der NGG bleibt dadurch bei einem Umsatz von zehn Euro in etwa 95 Cent zusĂ€tzlich im Betrieb.

Manuel Halbmeier, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der NGG Rosenheim-Oberbayern, sagt wörtlich: „Von jedem 10-Euro-Schein, den der Gast im Restaurant lĂ€sst, bleiben dadurch rund 95 Cent zusĂ€tzlich fĂŒr den Gastronomen ĂŒbrig. Das Geld landet zwar in der Kasse – aber nicht im Portemonnaie der BeschĂ€ftigten.“ Laut Halbmeier zeigt sich auch fĂŒr die GĂ€ste kaum ein Effekt: „Ein Rutscheffekt der Preise auf den Speisekarten in Rosenheim ist wie erwartet ausgeblieben.“

Rechnung ohne Wirt gemacht?

Der NGG-GeschĂ€ftsfĂŒhrer bewertet die Situation kritisch:
„Da hat die Bundesregierung die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn die allermeisten Gastronomen in Rosenheim stecken das Geld, das durch das Schnitzel-Steuergeschenk fĂŒr sie ĂŒbrig bleibt, in die eigene Tasche.“

Die Gewerkschaft weist zudem darauf hin, dass viele BeschÀftigte in Rosenheim nur den gesetzlichen Mindestlohn erhalten. Halbmeier wörtlich:
„Denn gleichzeitig bezahlen viele Gastronomen ihren BeschĂ€ftigten in der KĂŒche und im Service nur den gesetzlichen Mindestlohn. Das ist schĂ€big. Und noch dreister wird es, wenn sich Gastwirte oder Restaurantbesitzer auch noch darĂŒber beklagen, dass sie 1 Euro und 8 Cent beim Stundenlohn draufzahlen mĂŒssen, weil der gesetzliche Mindestlohn zum Jahresbeginn auf 13,90 Euro pro Stunde gestiegen ist. Das ist jedoch das absolute Minimum.“

Zum Thema faire Bezahlung ergÀnzt Halbmeier:
„Wer seine BeschĂ€ftigten in der KĂŒche oder im Service mit dem Mindestlohn abspeist, bezahlt keinen anstĂ€ndigen Lohn. Entscheidend und wirklich fair ist nur der Tariflohn.“
Nach Angaben der NGG liegt dieser fĂŒr eine gelernte und erfahrene Fachkraft in Bayerns Gastronomie bei 19,62 Euro pro Stunde.

Die Gewerkschaft spricht zudem von einer verbreiteten Tarifflucht in der Branche:
„Viele Gastwirte und Hoteliers in Rosenheim schlagen einen weiten Bogen um den Tariflohn. Und damit auch um ZuschlĂ€ge an Sonn- und Feiertagen und um Urlaubsregelungen. Die Gastronomie gehört zu den ‚Rekord-Branchen der Tarifflucht‘.“
FĂŒr diese Situation macht die NGG auch den Bayerischen Hotel- und GaststĂ€ttenverband (DEHOGA Bayern) verantwortlich.

Nach Angaben der NGG arbeiten in Rosenheim rund 1.570 BeschĂ€ftigte in der Gastronomie – von der KĂŒche ĂŒber den Service bis zur Hotelrezeption. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.

BeschĂ€ftigte können nach Angaben der NGG ihren Lohnzettel prĂŒfen lassen und sich ĂŒber den aktuellen Tariflohn informieren:
(08031) 14 030 | region.rosenheim‑oberbayern@ngg.net
(Quelle: Pressemitteilung NGG Rosenheim-Oberbayern /  Beitragsbild: Copyright: NGG | Alireza Khalili )

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