Rosenheim – Das Tierheim Rosenheim wendet sich wegen eines finanziellen Engpasses an die Öffentlichkeit. Nach einem Hilferuf sind bereits über 76.000 Euro an Spenden von Bürgern eingegangen. Stadt und Landkreis leisten eine Soforthilfe in Höhe von 20.000 Euro. Im Rosenheimer Stadtrat wird unterdessen über eine mögliche Erhöhung der Fundtierpauschale diskutiert.
Mit eindringlichen Worten hatte sich der Tierschutzverein Rosenheim e.V. vor wenigen Tagen an die Öffentlichkeit gewandt. In dem Instagram-Beitrag heißt es: „Uns fällt es unendlich schwer, diese Worte zu schreiben – doch ohne eure Hilfe steht das Tierheim des Tierschutzvereins Rosenheim e.V. vor dem Aus.“
Nach weiteren Mitteilungen auf Instagram sind inzwischen bereits über 76.000 Euro an Spenden eingegangen. Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Tierheim mit Spendenaufrufen an die Öffentlichkeit wendet. In der Vergangenheit gab es immer wieder einmal finanzielle Probleme.
20.000 Euro Soforthilfe von Stadt und Landkreis
Schnell reagierten auch die Kommunen. Wie die Stadt Rosenheim mitteilt, überreichten Oberbürgermeister Andreas März und Landrat Otto Lederer am gestrigen Dienstag (24.2.2026) eine Spende in Höhe von insgesamt 20.000 Euro als Soforthilfe für den Erhalt des Tierheims.
März erklärte, dass die Kommunen gesetzlich zur Annahme von Fundtieren verpflichtet seien. Ohne Tierheim würden diese im ungünstigsten Fall in Rathäusern abgegeben, was weder räumlich noch im Sinne des Tierwohls leistbar sei. Es liege daher im öffentlichen Interesse, dass das Rosenheimer Tierheim erhalten bleibe.
Landrat Otto Lederer ergänzte: „Beim Tierschutz und der Tiergesundheit handelt es sich um Daueraufgaben, denen wir uns jeden Tag aufs Neue stellen. Die aktuelle Situation von Tierheimen ist in finanzieller Hinsicht oft mehr als bedenklich. Die vielen Aufgriffe führen zu hohen Futter- und Tierarztkosten, die meist nur noch mit Spenden und ehrenamtlicher Arbeit aufgefangen werden können. Umso wichtiger ist es, dass Kommunen und Tierschutzorganisationen konstruktiv zusammenarbeiten. Als Landkreis werden wir unseren Beitrag leisten und uns weiterhin für tragfähige, nachhaltige Lösungen einsetzen.“
Die 10.000-Euro-Spende des Landkreises wird aus Mitteln der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling finanziert. Die andere Hälfte stammt aus dem städtischen Haushalt.
Fundtierpauschale seit Jahren Thema
Die Stadt Rosenheim unterstützt das Rosenheimer Tierheim bislang mit der vertraglich geregelten Fundtierpauschale von 50 Cent pro Fundtier und ergänzt diese freiwillig um weitere 50 Cent über städtische Stiftungen und Sparkassenmittel. Nach Angaben der Stadt seien damit die Ausgaben des Tierheims für Fundtiere aus dem Stadtgebiet Rosenheim gedeckt. Den Betrieb finanziert das Tierheim jedoch hauptsächlich über Spenden, Erbschaften und Mitgliedsbeiträge.
Der Tierschutzverein hatte die bisherigen Vereinbarungen mit mehreren Städten und Gemeinden im Landkreis gekündigt, um neue Finanzierungswege, etwa eine Einzelabrechnung, zu prüfen. Eine einheitliche Lösung steht noch aus.
Im Rosenheimer Stadtrat wurde die Fundtierpauschale wiederholt diskutiert. Bereits 2025 sprach sich unter anderem AfD-Stadtrat Andreas Kohlberger für eine Erhöhung aus.
SPD-Antrag sieht 2 Euro pro Einwohner vor
Am 19. Februar 2026 reichte die SPD-Fraktion einen Antrag zur Sicherstellung der Fundtierversorgung ein. Darin heißt es wörtlich: „Der Stadtrat möge beschließen: 1. Die weitere Nutzung des Tierheims als Fundtierstelle: Die Stadt Rosenheim beauftragt den Tierschutzverein Rosenheim e.V. für die Unterbringung und die Versorgung von Fundtieren und erhöht dazu die Fundtierpauschale mit sofortiger Wirkung auf 2,00 Euro pro Einwohner, um die Deckung der geschätzten jährlichen Kosten sicherzustellen.“
In der Begründung führt die SPD weiter aus:
„Die aktuelle Finanzierung ist nicht mehr deckungsgerecht, was dazu führt, dass dem Tierheim Ende 2026 das Aus droht.“
Die Fraktion nennt eine feste, kostendeckende Pauschale als wirtschaftlichste Lösung und schlägt vor, falls dies nicht umgesetzt wird, ein Konzept für eine alternative Fundtierabwicklung vorzulegen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Infos: Stadt Rosenheim / SPD-Fraktion Rosenheim / Tierschutzverein Rosenheim / Beitragsbild: Stadt Rosenheim)


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