Rosenheim – Die Ausbreitung der Quaggamuschel im Chiemsee bereitet Politik und Experten zunehmend Sorgen. Nun soll ein Pilotprojekt helfen, die invasive Art einzudämmen. Die Regierungsfraktionen im Bayerischen Landtag wollen dafür insgesamt 60.000 Euro bereitstellen.
Traunstein/Rosenheim – Die Bekämpfung der Quaggamuschel im Chiemsee nimmt eine weitere Hürde. Über die sogenannte Fraktionsinitiative sollen die Mittel für ein Pilotprojekt zur Eindämmung der invasiven Muschelart bereitgestellt werden.
Nach Angaben der beiden Chiemsee-Abgeordneten Martin Brunnhuber (Freie Wähler, Traunstein) und Daniel Artmann (CSU, Rosenheim) sollen mit den Geldern konkrete Maßnahmen finanziert werden, um die weitere Ausbreitung der Quaggamuschel im Chiemsee zu verlangsamen und einzudämmen.
Invasive Art bedroht Ökosystem
Die Quaggamuschel gilt als invasive Art. Ursprünglich stammt sie aus dem Schwarzmeerraum und breitet sich seit einigen Jahren auch in bayerischen Gewässern aus. Die Muschel vermehrt sich sehr schnell und besiedelt große Flächen am Gewässergrund. Dabei kann sie heimische Arten verdrängen.
Zudem verändert sie das ökologische Gleichgewicht von Seen, indem sie große Mengen Plankton aus dem Wasser filtert. Auch technische Anlagen wie Wasserentnahmestellen oder Leitungen können durch die Muscheln beeinträchtigt werden.
Maßnahmen und Aufklärung geplant
Das geplante Projekt am Chiemsee soll gezielt Möglichkeiten zur Bekämpfung und Eindämmung der Muschelpopulation untersuchen und erproben. Vorgesehen sind unter anderem wissenschaftlich begleitete Maßnahmen zur Überwachung der Ausbreitung sowie Strategien zum Schutz besonders betroffener Bereiche. Ein weiterer Schwerpunkt soll auf der Aufklärung von Seenutzern liegen.
Die beiden Abgeordneten beobachten die Entwicklung der Quaggamuschel nach eigenen Angaben seit längerer Zeit mit großer Sorge – nicht nur im Chiemsee, sondern auch in anderen Gewässern der Region. Ziel sei es, möglichst früh wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
„Der Chiemsee ist eines der wichtigsten Natur- und Erholungsgebiete Bayerns, aber auch Lebensgrundlage der Berufsfischer am See. Deshalb müssen wir alles daransetzen, die Ausbreitung der Quaggamuschel möglichst früh zu bremsen“, betonen die beiden Abgeordneten.
Sollten sich die Maßnahmen bewähren, könnte das Projekt künftig als Modell für weitere Gewässer in Bayern dienen. Ziel sei es, frühzeitig Erfahrungen zu sammeln und erfolgreiche Strategien zu entwickeln, die auch an anderen Seen eingesetzt werden können.
Abschließend erklären Daniel Artmann und Martin Brunnhuber: „Wir müssen jetzt alle Register ziehen, um die Ausbreitung der Muschel einzudämmen.“
(Quelle: Abgeordnetenbüro Dr. Martin Brunnhuber / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)


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