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Kurz nach 19 Uhr am Sonntagabend kam dann die Gewissheit: Andreas März ist nach sechs Jahren im Amt abgewählt. Die Stille, als er vor die Medien trat, die sichtbare Traurigkeit bei seinen Anhängern und Parteifreunden auf der einen Seite – und die große Freude bei Abuzar Erdogan und seinen Unterstützern auf der anderen. Was sie in diesen ersten Minuten einte, war eine gewisse Sprachlosigkeit darüber, was gerade geschehen war: Nach über 60 Jahren CSU an der Spitze sitzt nun erstmals wieder ein Sozialdemokrat im Chefsessel des Rosenheimer Rathauses.
Wie kam es dazu? Professionelle Wahlanalysten mögen andere Erklärungen haben, für mich war entscheidend: Erdogans Talent, sich öffentlich zu präsentieren und volksnah zu wirken. Wer heute Wähler gewinnen will, kommt an Social Media nicht vorbei – und dort hatte Erdogan klar die Nase vorn. Täglich neue Fotos, Videos, Botschaften, Kritik am Amtsinhaber, dazu öffentliche Herausforderungen – all das erzeugte Aufmerksamkeit und zeigte Wirkung. Bei Andreas März blieb es auf Social Media deutlich stiller und sachlicher.
Hinzu kamen die teils sehr kreativen Wahlkampfaktionen: Während März mit prominenter Unterstützung kostenlos Döner verteilte, lud Erdogan zu einer Kneipentour durch Rosenheims Nachtleben ein. Letzteres wurde auf Social Media deutlich positiver aufgenommen, die Döner-Aktion stieß teilweise auf Kritik – insbesondere gerade bei den konservativen Stammwählern der CSU.
Doch auch andere Faktoren spielten eine Rolle. Viele Wähler äußern seit Jahren, sie sähen kaum Unterschiede zwischen den Parteien oder hätten das Gefühl, dass ohnehin immer das Gleiche herauskommt. Das erklärt vielleicht die noch niedrigere Wahlbeteiligung von nur 45,5 Prozent – eine weitere mögliche Ursache für das Ergebnis. Manche Rosenheimer nutzten die Wahl zudem, um symbolisch eine „Watschn“ an die CSU zu verteilen.
Für die CSU war also einiges nicht optimal gelaufen. Profiteur ist die SPD, allen voran Abuzar Erdogan, der nun die kommenden sechs Jahre das Rathaus leiten wird. Aber leicht wird es auch für ihn nicht: Visionen zu teilen ist einfach, sie zu halten, eine ganz andere Herausforderung.
Und eines hat dieser geschichtsträchtige Wahlabend deutlich gezeigt: Die Sicherheit, dass amtierende Stadtoberhäupter quasi automatisch wiedergewählt werden, ist endgültig vorbei.
(Quelle: Kommentar Karin Wunsam / Beitragsbild: Fotomontage Karin Wunsam)


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Dann bleibt mal zu hoffen dass sich der Herr Arbeit nach diesem völlig vermurksten Wahlauftritt nicht zu fein ist sein Mandat für den Rosenheimer Stadtrat anzunehmen – oder ist er verschnupft (wie ein Herr Reiter in München) oder fühlt sich zu höherem berufen ?
Immerhin hat er ja auch für Stadtrat kandidiert und auch die meisten Stimmen aller Bewerber eingefahren …. sonst wird doch auch immer etwas von „Wählerwille“ schwadroniert ….