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Hohenaschau früher besiedelt als bisher bekannt

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

29. März 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Hohenschau / Landkreis Rosenheim – Spannende Funde im Schloss Hohenaschau (Landkreis Rosenheim) zeigen: Die Region war schon weit früher besiedelt als gedacht. Archäologen entdeckten Keramik und Strukturen aus der Bronzezeit, dem Frühmittelalter und der Frühen Neuzeit – und erweitern damit die Geschichte des Schlossbergs um tausende Jahre.

Bei Grabungen im Innenhof des Schlosses kamen kürzlich Spuren aus drei Zeitschichten ans Licht. Direkt auf dem mächtigen Kalkfelsen über dem Priental wurde Keramik gefunden, die bis in die Bronzezeit (ab etwa 2300 v. Chr.) zurückreicht. Offenbar füllten die damaligen Siedler Felsspalten mit sandig-lehmigem Material auf, um auf dem höchsten Punkt ein Plateau zu schaffen und darauf eine Siedlungsfläche zu errichten. „Grabungsergebnisse wie diese sind ein Glücksfall: Sie zeigen, dass selbst an einem seit Jahrhunderten bekannten Ort noch ungeschriebene Geschichte im Boden bewahrt ist. Hohenaschau gewinnt mit den jüngsten Funden aus drei Zeitschichten eine neue historische Tiefe, die von der frühen Besiedlung in der Bronzezeit bis zur Schlossanlage der Neuzeit reicht“, sagt Prof. Mathias Pfeil, Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (BLfD).

Frühmittelalterliche Spuren auf dem Schlossberg

Auch die Nutzung in spätkarolingisch-ottonischer Zeit im 9. bis 11. Jahrhundert war bisher unbekannt. Keramik aus dieser Epoche stammt aus dem Abbruch einer Ofenanlage, deren Funktion noch unklar ist. Schriftlich taucht die Burg Hohenaschau erst in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts auf, doch die Funde legen nahe, dass der rund 75 Meter hohe Felsen bereits deutlich früher eine mittelalterliche Burganlage trug.

Mittelalter und Frühe Neuzeit: Mauerreste und Fresken

Als dritte Zeitschicht entdeckten die Archäologinnen und Archäologen Mauerstrukturen, Pflasterbeläge und Erdbefunde aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit – und das, obwohl die Bodenarbeiten für die Pflastererneuerung im Innenhof nicht besonders tief reichten. Aus einer Mauerecke lässt sich ein rechteckiges Gebäude rekonstruieren, bemalte Putzreste deuten auf Fresken in einzelnen Räumen hin. Ein Architekturfragment aus dem Bauschutt stammt vermutlich von einem Arkadengang aus der Frühen Neuzeit.

Blick auf Grabungsfläche. Foto: Copyright Nikolas Lorenz, Grabungsfirma ReVe

Befund aus der Bronzezeit mit dunklen Verfüllungen. Fotos: Nikolas Lorenz, Grabungsfirma ReVe

Doris Lackerbauer, Behördenleiterin des Staatlichen Bauamtes Rosenheim (Landkreis Rosenheim), ergänzt: „Wir freuen uns sehr über diesen außergewöhnlichen Fund. Dieser belegt, wie wichtig archäologische Begleitung auf historischen Liegenschaften ist; eine sehr gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Wer weiß, welche Geheimnisse das Schloss Hohenaschau in Zukunft noch für uns parat hält.“

Die archäologischen Untersuchungen erfolgten in enger Zusammenarbeit zwischen dem Staatlichen Bauamt Rosenheim (Landkreis Rosenheim), dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) und der Grabungsfirma ReVe. Beauftragt wurde die Untersuchung von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Eigentümerin des Schlosses.

Über Schloss Hohenaschau

Nach Errichtung der Höhenburg Ende des 12. Jahrhunderts entwickelte sich Hohenaschau über viele Jahrhunderte zum Herrschaftszentrum verschiedener Adelsfamilien. Nach Umbauten im 16./17. Jahrhundert und einer Neugestaltung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Schloss Eigentum der BImA. Heute dient es als Kulturstandort mit Museum, Führungen und Ferienunterkunft für das Sozialwerk der Bundesfinanzverwaltung.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege / Beitragsbild, Foto Nikolas Lorenz, Grabungsfirma ReVe)

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