Rosenheim – Ob Konzerte, Fußball-WM oder Festivals: Tickets sind oft schnell vergriffen – und tauchen kurz darauf deutlich teurer auf Zweitplattformen wieder auf. Die Verbraucherzentrale Bayern fordert gemeinsam mit weiteren Organisationen strengere Regeln.
Konzerte von Top-Acts, große Sportereignisse oder Festivals: Die Nachfrage nach Tickets ist oft riesig – und das Angebot schnell erschöpft. Laut Verbraucherzentrale Bayern landen viele Karten kurze Zeit später auf Zweitplattformen wie Viagogo, StubHub oder Ticketbande – häufig zu deutlich höheren Preisen.
Was ursprünglich als Möglichkeit gedacht war, Tickets privat weiterzugeben, habe sich laut Verbraucherzentrale Bundesverband, Verbraucherzentrale Bayern und dem Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) zunehmend zu einem professionellen und intransparenten Markt entwickelt.
Weiterverkauf grundsätzlich sinnvoll
Die Organisationen betonen, dass ein fairer Zweitmarkt wichtig ist. Wer verhindert ist, soll sein Ticket unkompliziert weitergeben können. Für viele Käufer ist diese Möglichkeit sogar entscheidend beim Kauf.
Problematisch werde es jedoch, wenn Tickets gezielt in großen Mengen aufgekauft und mit hohen Aufschlägen weiterverkauft werden. Der weltweite Ticket-Wiederverkaufsmarkt wird laut den genannten Quellen auf rund 13 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Preisaufschläge von 250 Prozent und mehr seien dokumentiert. Zudem berichtet etwa ein Drittel der Fans, bereits Erfahrungen mit Ticketbetrug gemacht zu haben.
Risiken für Käufer
Aus Sicht der Verbraucherzentrale Bayern birgt der Kauf über nicht autorisierte Plattformen erhebliche Risiken. Dazu zählen fehlende Transparenz über den ursprünglichen Ticketpreis und den Anbieter, Probleme bei personalisierten Tickets oder sogar ungültige beziehungsweise mehrfach verkaufte Karten.
„Der gewerbsmäßige Weiterverkauf von Tickets darf kein Geschäftsmodell auf Kosten der Verbraucherinnen und Verbraucher sein. Wer ein Ticket auf dem Zweitmarkt erwirbt, muss nachvollziehen können, zu welchem Preis es ursprünglich angeboten wurde, von wem es stammt und ob es tatsächlich gültig ist“, erklärt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern.
Forderung nach klaren Regeln
Die beteiligten Organisationen begrüßen, dass das Thema Ticketzweitmarkt im Koalitionsvertrag aufgegriffen wurde. Aus ihrer Sicht braucht es nun konkrete gesetzliche Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem mehr Transparenz über Originalpreise und Preisaufschläge, klare Angaben zur Identität der Anbieter sowie wirksame Maßnahmen gegen überhöhte Preise.
„Es braucht dringend gesetzliche Leitplanken, die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Ticketkauf auf dem Zweitmarkt schützen und Transparenz herstellen. Die Bundesregierung sollte die im Koalitionsvertrag beschlossene verbraucherfreundlichere Regulierung zeitnah umsetzen. Sie muss für klare und verlässliche Rahmenbedingungen sorgen, damit der Fußball-WM und der Festivalsaison kein Ticketärger im Weg steht“, sagt Jutta Gurkmann vom Verbraucherzentrale Bundesverband.
(Quelle: Pressemitteilung Verbraucherschutz / Beitragsbild: Symbolfoto. ai generiert)


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