Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die Zeit um ca. 1920. Auf der historischen Aufnahme sehen wir das traditionsreiche Rosenheimer Lokal „Fischküche“.
Das Bild zeigt das Gasthaus sowohl von außen als auch im Inneren – eine Momentaufnahme aus einer Zeit, in der die Fischküche längst zu einem festen Bestandteil des Rosenheimer Stadtlebens geworden war. Schon damals war das Haus in der Gillitzerstraße mehr als nur eine Gaststätte: Es war Treffpunkt, Wirtshaus und ein Ort gelebter bayerischer Alltagskultur.
Die Geschichte der Fischküche reicht bis ins Jahr 1907 zurück. Damals eröffnete Benedikt Bierbichler an dieser Stelle zunächst das „Rosenheimer Volksstüberl“. Schnell entwickelte sich das Haus zu einem beliebten Lokal, in dem insbesondere Fischgerichte eine besondere Rolle spielten – ein Markenzeichen, das dem Wirtshaus schließlich seinen bis heute bekannten Namen gab.
Bereits in den frühen Jahren des Betriebs wurde das Haus stetig erweitert und weiterentwickelt. Auch eine eigene kleine Brautradition prägte zeitweise die Geschichte des Anwesens. Um 1920, der Zeit der hier gezeigten Innenaufnahme, präsentierte sich die Fischküche als klassisches bürgerliches Wirtshaus mit einfacher, funktionaler Ausstattung und dichter, geselliger Atmosphäre.
Bemerkenswert ist, dass die Fischküche bis heute besteht. Auch wenn sich Ausstattung, Betrieb und Umfeld im Laufe der Jahrzehnte mehrfach verändert haben, bleibt der Name ein fester Bestandteil der Rosenheimer Gastronomielandschaft. Das Haus steht damit exemplarisch für ein Stück Stadtgeschichte, das den Wandel der Zeit über mehr als ein Jahrhundert hinweg begleitet hat.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


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