Rosenheim – Ein Jahr nach Einführung des dezentralen Biomüllsystems hat die Stadtverwaltung im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz erstmals eine Bilanz vorgelegt. Aus ihrer Sicht werden die Wertstoffinseln gut angenommen und die Zahlen fallen positiv aus – allerdings stießen die Ergebnisse nicht bei allen auf Zustimmung.
System im Alltag angekommen
Seit Ende Januar 2025 wird der Bioabfall in Rosenheim über ein dezentrales Sammelsystem an Wertstoffinseln im Stadtgebiet erfasst.
Hintergrund ist der Bürgerentscheid von 2024. Dabei hatten sich die Rosenheimer Bürger gegen eine andere Form der haushaltsnahen Biomüllerfassung ausgesprochen. Stattdessen wurde beschlossen, den Bioabfall über mehrere im Stadtgebiet verteilte Sammelstellen zu entsorgen. Aktuell gibt es 21 Standorte mit insgesamt 27 Containern.
Aus Sicht der Stadtverwaltung hat sich das System inzwischen gut etabliert. Die eingesetzten 660-Liter-Kunststoffcontainer hätten sich bewährt, hieß es im Ausschuss. Sie sind flüssigkeitsdicht, schwarz, mit braunem Deckel ausgestattet und verfügen über eine „Deckel-in-Deckel“-Lösung für den Einwurf.
Die Leerung erfolgt durch den Baubetriebshof einmal wöchentlich am Freitag sowie zusätzlich nach Bedarf. Auch die Reinigung der Container wird regelmäßig durchgeführt – im Jahr 2025 bislang sechsmal.
„Nach dem ersten Jahr seit der Einführung sind die Erfahrungen durchweg positiv“, erklärte Ralf Seeburger, Leiter des städtischen Umwelt- und Grünflächenamts. Die Container würden gut angenommen, teilweise seien an stärker frequentierten Standorten zusätzliche Behälter aufgestellt worden. Insgesamt zeige sich eine steigende Tendenz bei der Nutzung.
Auch aus Sicht des Baubetriebshofs funktioniere die Trennung weitgehend zuverlässig. Fehleinwürfe seien nur vereinzelt festgestellt worden. Wo es der Platz zulässt, wurden bei hoher Nutzung zusätzliche Container ergänzt.
Mehr erfasste Menge als früher
Auch konkrete Zahlen legte die Verwaltung vor: Pro Leerungstag werden rund 2,6 Tonnen Biomüll gesammelt, im Monat etwa 10,5 Tonnen. Zum Vergleich: Mit dem früheren Biopresscontainer wurden insgesamt rund 7 Tonnen pro Jahr erfasst. Aufgrund der positiven Resonanz wurde bereits eine weitere Lieferung von 30 Containern bestellt.
Diskussion über Ergebnisse und Einordnung
Kritischer bewertete Daniela Dieckhoff (Bündnis 90/Die Grünen) die vorgelegten Zahlen. Sie äußerte weiterhin Kritik am System und stellte insbesondere die erfassten Mengen in Frage. Rechne man die Werte auf die Einwohnerzahl um, entspreche dies nur etwa 2 Kilogramm Biomüll pro Person und Jahr. In anderen Städten seien deutlich höhere Werte üblich – teilweise bis zu 70 Kilogramm.
Aus den Reihen der CSU wurde entgegnet, dass in Rosenheim ein Teil der Bioabfälle im privaten Gartenkompost lande und daher nicht im Sammelsystem auftauche.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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