Rosenheim – Auch in Rosenheim gehören sie längst zum Stadtbild: Stadttauben auf Dächern, Plätzen, in Innenhöfen oder entlang der Mangfall. Viele Menschen sehen sie kritisch – nicht selten werden sie als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet. Vor allem der Kot, der Gehwege, Fassaden und Parkbänke verschmutzt, sorgt regelmäßig für Ärger. Auch die Sorge vor möglichen Krankheitserregern spielt in der öffentlichen Wahrnehmung eine Rolle.
Gleichzeitig sind Stadttauben aber weit mehr als nur „lästige Begleiter“ des urbanen Alltags. Sie sind das Ergebnis einer langen gemeinsamen Geschichte mit dem Menschen und haben erstaunliche Fähigkeiten entwickelt, um in Städten wie Rosenheim zu überleben.
Hier sind 10 Fakten, die viele so nicht kennen:
- Stadttauben in Rosenheim stammen von Haustieren ab
Auch die Tiere in Rosenheim sind Nachfahren der Felsentaube. Ihre Vorfahren wurden vom Menschen gezüchtet – unter anderem als Brieftauben und Nutztiere. - Sie sind extrem ortstreu – auch mitten in der Stadt
Viele Rosenheimer Stadttauben bleiben ihr Leben lang in wenigen Straßenzügen rund um ihren „Stammplatz“, etwa in der Innenstadt oder an Bahnhofsbereichen. - Orientierung wie ein Navigationssystem
Tauben finden sich auch in Rosenheim erstaunlich gut zurecht. Sie nutzen Sonne, Erdmagnetfeld und markante Gebäude wie die Kirchen oder den Inn als Orientierungshilfe. - Sie füttern ihre Jungen mit „Milch“
Tauben produzieren Kropfmilch – eine besondere, eiweißreiche Substanz, mit der sie ihre Küken versorgen. - Tauben erkennen Menschen wieder
Studien legen nahe, dass Stadttauben Gesichter unterscheiden können – auch einzelne Menschen in der Innenstadt oder am Salingarten. - Ihr Kot ist kein „Seuchenherd“, aber ein Problem
Die oft befürchtete massive Krankheitsübertragung ist wissenschaftlich deutlich geringer als angenommen. Problematisch bleibt vor allem die aggressive Wirkung des Kots auf Gebäude und Denkmäler. - Sie leben oft in stabilen Paarbeziehungen
Viele Taubenpaare bleiben auch im Rosenheimer Stadtgebiet dauerhaft zusammen und ziehen gemeinsam mehrere Bruten pro Jahr groß. - Sie passen sich erstaunlich gut an die Stadt an
Ob Ludwigsplatz, Bahnhof oder Mangfallufer – Stadttauben nutzen jede Nische, um zu überleben und Brutplätze zu finden. - Ihr Verhalten ist lernfähig und flexibel
Stadttauben lernen schnell, wo es Futter gibt – und auch, welche Bereiche für sie gefährlich sind. - Ihre Population hängt stark vom Menschen ab
Das Taubenaufkommen wird nicht nur durch Brutplätze bestimmt, sondern vor allem durch verfügbare Nahrung – etwa durch Fütterung oder Abfälle.
So bleibt das Bild der Stadttaube zwiegespalten: Für viele ein Ärgernis im Stadtbild, für andere ein faszinierendes Tier, das sich still und angepasst in den urbanen Alltag eingliedert – auch mitten bei uns in Rosenheim.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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