Bayern – In Bayern wächst der Protest gegen die wirtschaftliche Lage der Apotheken: Eine laufende Online-Petition hat bereits zehntausende Unterstützer gefunden. Gleichzeitig warnt der Bayerische Apothekerverband vor einem anhaltenden Rückgang der Apothekenzahl im Freistaat und bundesweit.
Deutlicher Rückgang bei Apotheken
Nach Angaben des Bayerischen Apothekerverbandes (BAV) gab es in Bayern zu Beginn des Jahres 2026 noch 2.614 öffentliche Apotheken. 2016 waren es noch 3.230. Auch in Oberbayern ist die Entwicklung deutlich: Dort sank die Zahl im gleichen Zeitraum von 1.121 auf rund 900 Apotheken.
Bundesweit liegt die Apothekendichte laut Verband unter dem EU-Durchschnitt. Während in Deutschland rund 20 Apotheken auf 100.000 Einwohner kommen, sind es europaweit etwa 31.
BAV warnt vor Folgen für Versorgung
„Die sinkende Apothekenzahl hat gravierende Folgen“, sagt Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes e.V. (BAV). Für Patientinnen und Patienten bedeuteten die Entwicklungen längere Wege und teilweise längere Wartezeiten, zudem steige die Belastung für das Personal in den verbleibenden Apotheken.
Als Ursachen nennt der Verband unter anderem eine aus seiner Sicht unzureichende Vergütung und steigende Betriebskosten. Die letzte Anpassung des Apothekenhonorars erfolgte laut BAV im Jahr 2013.
Petition mit zehntausenden Unterstützern
Unter dem Titel „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag jetzt umsetzen!“ läuft seit Februar eine Online-Petition der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auf der Plattform Open Petition. Bundesweit haben nach Angaben des Verbandes bereits mehr als 250.000 Menschen unterschrieben, davon über 35.000 in Bayern.
Der Bayerische Apothekerverband fordert in diesem Zusammenhang die im Koalitionsvertrag vereinbarte Anhebung des Apothekenhonorars auf 9,50 Euro pro rezeptpflichtigem Arzneimittel. Gleichzeitig kritisiert der Verband geplante finanzielle Veränderungen im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen, die aus seiner Sicht zusätzliche Belastungen für Apotheken bedeuten würden.
„Wir verstehen, dass im Gesundheitswesen Spardruck herrscht“, so Dr. Hubmann. Apotheken hätten jedoch bereits in der Vergangenheit einen erheblichen Beitrag zur Kostendämpfung geleistet. Jetzt müsse die Politik die im Koalitionsvertrag zugesagten Rahmenbedingungen umsetzen, um die Versorgung langfristig zu sichern.
Zur Petition geht es hier.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Apothekerverband / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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