Bayern – Die Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) hat Bilanz zur Wintersaison 2025/2026 gezogen. Trotz zahlreicher Lawinenabgänge im bayerischen Alpenraum kam es in diesem Winter zu keinem tödlichen Lawinenunfall.
Mit dem frühlingshaften Wetter und steigenden Temperaturen hat sich die Schneedecke im bayerischen Alpenraum deutlich zurückgezogen. Skitouren sind vielerorts nur noch eingeschränkt möglich. Damit geht eine ereignisreiche Lawinensaison zu Ende.
Der Winter 2025/2026 war laut Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt von einem massiven Altschneeproblem geprägt. Nach ersten Schneefällen Ende November folgte eine längere kalte und niederschlagsfreie Phase. Dabei bildete sich vor allem in schattseitigen Hängen eine instabile Schneeschicht. Diese blieb über die gesamte Saison als Schwachschicht in der Schneedecke bestehen und war im gesamten Alpenraum ein wesentlicher Auslöser für zahlreiche Lawinenabgänge.
Aus dem bayerischen Alpenraum wurden insgesamt sechs Lawinenereignisse mit Personenbeteiligung gemeldet – alle verliefen glimpflich.
Viel Arbeit für Lawinenkommissionen
Für die ehrenamtlichen Lawinenkommissionen in den Alpenregionen brachte die Saison einen hohen Aufwand mit sich. Sie überwachen die öffentliche Infrastruktur in ihren Gemeindegebieten und sprechen bei Bedarf Sperrempfehlungen aus, etwa für Straßen, Pisten oder Wanderwege.
Besonders im Februar war die Belastung hoch: Ein Tiefdruckkomplex brachte vielerorts mehr als einen Meter Neuschnee. In dieser Phase kam es über längere Zeit zur Lawinengefahrenstufe 4 („große Lawinengefahr“). Zahlreiche Lawinenabgänge waren die Folge, und immer wieder mussten Sperrungen veranlasst werden.
Die größten Schneehöhen der Saison wurden Ende März gemessen, als erneut teils über ein Meter Neuschnee innerhalb weniger Tage fiel. Durch das anschließende Tauwetter ist davon inzwischen kaum noch etwas übrig.
Weiterhin Vorsicht in höheren Lagen
In höheren, schattigen Lagen sowie in den Hochlagen liegt weiterhin Schnee. Bei starker Sonneneinstrahlung, Regen und Erwärmung sind daher weiterhin nasse Lawinen möglich. Diese können auch in tiefer gelegene, bereits schneefreie Bereiche vordringen und dort Wanderwege gefährden. Zusätzlich besteht auf harten Schneeflächen weiterhin Rutsch- und Verletzungsgefahr.
Sollte sich in den kommenden Wochen noch eine angespannte Lawinensituation entwickeln, informiert der Lawinenwarndienst Bayern auf seiner Internetseite. Dort finden sich auch Daten zu Schneehöhen, Temperaturen und Windverhältnissen aus den 20 automatischen Messstationen im bayerischen Alpenraum sowie der ganzjährige Wetterbericht des Deutschen Wetterdienstes.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) ( Beitragsbild: Copyright LfU – Kristian Rath)


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