Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1962. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist der ehemalige Rosenheimer Stadtsee – heute Liegefläche im Rosenheimer Freibad.
Der Stadtsee war einst ein beliebtes Naherholungsgebiet mitten in Rosenheim. Angelegt wurde er bereits 1891 vom Verschönerungsverein auf der sogenannten „Poschenwiese“. Über Jahrzehnte hinweg entwickelte sich das Gewässer zu einem Treffpunkt für die Bevölkerung – im Sommer für Spaziergänge und Kahnfahrten, im Winter sogar zum Eislaufen.
Vom Naturidyll zum Problemfall
Auf dem Foto aus dem Jahr 1962 zeigt sich der Stadtsee allerdings schon in seiner späten Phase. Das einstige Naturidyll hatte sich zunehmend zu einem Problemfall entwickelt. Der See war bereits deutlich verlandet, die Wasserqualität verschlechterte sich spürbar.
Gut erkennbar ist auf der Aufnahme auch die kleine Insel mit Baumbestand, die noch heute im Bereich der Freibadliegewiese existiert. Sie ist eines der wenigen sichtbaren Relikte des ehemaligen Stadtsees.
Die Ursachen für die Entwicklung lagen unter anderem in der intensiven Nutzung und den veränderten Bedingungen vor Ort. Auch die Einbindung in das Umfeld des später erweiterten Freibads trug zur Belastung des Gewässers bei.
Zuschüttung in den 1960er Jahren
Die Diskussion über die Zukunft des Stadtsees zog sich über mehrere Jahre. Mitte der 1960er Jahre fiel schließlich die Entscheidung: Der Stadtsee wurde zugeschüttet. Die Fläche ging anschließend in die Erweiterung des Rosenheimer Freibads über und wird bis heute als Liegewiese genutzt.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


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