Saurüsselkopf / Landkreis Traunstein – Die Einsatzkräfte im Gebiet rund um den Saurüsselkopf bei Ruhpolding (Landkreis Traunstein) konnten die Lage über Nacht stabilisieren. Eine weitere Ausbreitung des Waldbrandes wurde nach aktuellem Stand vorerst gestoppt. Dennoch bleibt die Situation angespannt – eine Entwarnung gibt es weiterhin nicht.
Bereits am Montag (4. Mai 2026) war um 10.05 Uhr durch Landrat Andreas Danzer der Katastrophenfall ausgerufen worden (wir berichteten). Seither laufen die Löscharbeiten im schwer zugänglichen Gelände mit großem Kräfteaufgebot.
Nach Angaben des Landratsamtes Traunstein hat sich die Lage in der Nacht insgesamt deutlich beruhigt. Im westlichen Einsatzabschnitt kam es gegen Mitternacht zwar kurzzeitig zu stärkerer Flammen- und Rauchentwicklung, diese konnte jedoch rasch unter Kontrolle gebracht werden. Zusätzlich wurde das Gebiet gezielt benetzt, wodurch sich die Situation stabilisierte.
In der Nacht waren rund 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Unterstützung durch den Rettungsdienst im Einsatz. Verletzte Personen oder verletzte Einsatzkräfte wurden nicht gemeldet.
Luftunterstützung am Tag wieder im Einsatz
Mit Tagesanbruch wurden die Löscharbeiten aus der Luft wieder aufgenommen. Insgesamt sind im Laufe des Vormittags zunächst neun Hubschrauber im Einsatz vorgesehen. Der Kräfteansatz am Boden bleibt dabei auf hohem Niveau und wird laufend an die Lage angepasst.
Die betroffene Fläche wird derzeit auf eine dreistellige Hektarzahl geschätzt. Eine genauere Bewertung ist erst nach Abschluss der Löscharbeiten möglich, da auch Glutnester und schwer zugängliche Brandbereiche berücksichtigt werden müssen.
Weiterhin kommt es im Raum Ruhpolding und Umgebung zu Rauch- und Geruchswahrnehmungen. Nach aktuellen Prognosen kann sich diese Belastung im Tagesverlauf auch in Richtung Norden ausweiten. Die Lage wird fortlaufend überwacht.
Schutz von Trinkwasser und Bevölkerung im Fokus
Zentrales Ziel der Einsatzmaßnahmen bleibt der Schutz des Trinkwasserschutzgebiets Laubau. Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung oder die Trinkwasserversorgung besteht nach aktuellem Stand nicht.
Die bestehenden Sperrungen – darunter Betretungs- und Befahrungsverbote sowie die Sperrung der B305 – bleiben weiterhin aufrechterhalten. Das Einsatzgebiet darf nicht betreten werden. Auch der Einsatz privater Drohnen ist untersagt.
Die Behörden appellieren zudem weiterhin, das Gebiet weiträumig zu meiden und Zufahrten freizuhalten.
Ursachen noch unklar – Pressegespräch am Nachmittag
Zur Brandursache liegen weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Ermittlungen wurden aufgenommen.
Für die Bevölkerung bleibt ein Bürgertelefon des Landratsamtes Traunstein eingerichtet, das täglich erreichbar ist. Zudem informiert die Behörde fortlaufend über ihre Kanäle.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Traunstein / Beitragsbild: Copyright Kreisfeuerwehrverband Traunstein)


0 Kommentare