München / Bayern – Die erste Tarifverhandlungsrunde für die rund 320.000 Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel ist am gestrigen Freitag (8.5.2026) in München ohne Ergebnis beendet worden. Darauf weist der Handelsverband Bayern (HBE) hin.
Nach Angaben der Arbeitgeberseite wurde in der ersten Runde bewusst kein eigenes Angebot vorgelegt. Der Auftakt habe zunächst dazu gedient, die wirtschaftliche Lage der Branche darzustellen. Der HBE befürchtet nach eigenen Angaben, dass im laufenden Jahr in Bayern knapp 1.000 Geschäfte verloren gehen könnten. Dabei seien Neueröffnungen bereits gegengerechnet worden. Besonders viele mittelständische Händler stünden demnach unter Druck.
Die Gewerkschaft Verdi fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten unter anderem eine monatliche Entgelterhöhung von 222 Euro sowie 150 Euro mehr für Auszubildende. Zusätzlich verlangt Verdi eine deutliche Anhebung der unteren Beschäftigtengruppen auf ein Mindesteinkommen von 14,90 Euro pro Stunde.
„Viele Betriebe stehen unter Druck“
HBE-Tarifgeschäftsführerin Dr. Melanie Eykmann erklärte dazu: „Die Forderungen von Verdi gehen weit über das hinaus, was der Einzelhandel derzeit verkraften kann. Viele Betriebe stehen durch schwache Umsätze, steigende Kosten und eine anhaltende Kaufzurückhaltung erheblich unter Druck. Vor diesem Hintergrund ist ein Abschluss in dieser Größenordnung nicht darstellbar.“
Nach Angaben der Arbeitgeberseite solle auch in den weiteren Gesprächen auf einen „verantwortungsvollen Tarifabschluss“ hingearbeitet werden. Ziel sei es, faire Einkommen mit der Sicherung von Arbeitsplätzen und Unternehmensstandorten in Einklang zu bringen.
Die Tarifverhandlungen werden am Dienstag, 16. Juni 2026, in München fortgesetzt.
Der Handelsverband Bayern ist die Interessenvertretung des bayerischen Einzelhandels. Nach Verbandsangaben erwirtschaften in Bayern rund 58.000 Einzelhandelsunternehmen mit etwa 320.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von mehr als 70 Milliarden Euro.
(Quelle: Pressemitteilung Handelsverband Bayern / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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