Region Rosenheim – Die alte Bauernregel der Eisheiligen trifft in diesem Jahr offenbar voll ins Schwarze: Während der gestrige Muttertag noch mit frühsommerlich warmem Wetter verwöhnte, ist die Region Rosenheim zum heutigen Start der Eisheiligen spürbar in eine deutlich kühlere und unbeständige Wetterphase gerutscht. Statt Sonne und Wärme dominieren am Wochenbeginn Regen, Wolken und sinkende Temperaturen.
Am heutigen Montag, 11. Mai, zeigt sich das Wetter bereits deutlich frischer als noch am Vortag. Am Dienstag sollen die Temperaturen laut Prognose nicht einmal mehr die 10-Grad-Marke erreichen. Auch in den folgenden Tagen bleibt es demnach eher kühl und wechselhaft. Lediglich am Mittwoch sind kurze sonnige Abschnitte möglich, bevor sich das wechselhafte Wetter wieder durchsetzt.
Was sind die Eisheiligen?
Die Eisheiligen gehören zum festen Bestandteil des traditionellen Bauernkalenders und liegen im Zeitraum vom 11. bis 15. Mai. In diesen Tagen werden die Namenstage von Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius sowie der sogenannten „Kalten Sophie“ verortet.
Der Ursprung der Bezeichnung reicht weit zurück: Bereits im Mittelalter beobachteten Landwirte immer wieder Kälteeinbrüche und teils auch Spätfrost in dieser Zeit. Da viele Pflanzen im Mai bereits stark austreiben, konnten solche Wetterlagen empfindliche Schäden verursachen.
Die Namen selbst gehen auf christliche Heilige zurück, deren Gedenktage in diesen Zeitraum fallen. Im Laufe der Zeit wurden diese kirchlichen Daten mit den beobachteten Wetterphänomenen verknüpft.
Wie viel Wahrheit steckt in der Bauernregel?
Meteorologisch sind die Eisheiligen keine feststehende Wetterregel, sondern eine statistisch wiederkehrende Wetterlage. Im Mai kann es durch bestimmte Großwetterlagen noch einmal zu Vorstößen kalter Luftmassen aus dem Norden kommen.
Treffen diese polaren Luftmassen auf bereits frühlingshaft erwärmte Luft, kommt es zu einem deutlichen Temperatursturz. Ob es tatsächlich zu Frost kommt, hängt jedoch stark von der jeweiligen Wetterkonstellation ab.
Statistisch gesehen tritt ein ausgeprägter Kälteeinbruch in diesem Zeitraum nicht jedes Jahr auf – die Eisheiligen gelten eher als mögliche Wetterphase im Übergang vom Frühling zum Frühsommer.
Für Garten und Landwirtschaft bleibt eine alte Faustregel weiterhin aktuell: empfindliche Pflanzen besser erst nach den Eisheiligen dauerhaft ins Freie setzen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)


0 Kommentare