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Gespinstmotten statt Eichenprozessionsspinner: Bäume im Landkreis Rosenheim kahlgefressen

Starker Gespinstmottenbefall an einem Ahorn. Foto: Landratsamt Rosenheim-Bauhof Tuntenhausen

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

9. Juni 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim / Landkreis – Große Gespinste in Bäumen sorgen derzeit im Landkreis Rosenheim für viele Rückmeldungen. Entwarnung gibt es zumindest teilweise: Meist handelt es sich nicht um den gefürchteten Eichenprozessionsspinner, sondern um harmlose Gespinstmotten.

Bei der Gartenfachberatung am Landratsamt Rosenheim gingen zuletzt zahlreiche Meldungen über auffällige Gespinste in Bäumen ein, die teils bereits stark kahlgefressen sind. Häufige Vermutung: der Eichenprozessionsspinner. Diese Einschätzung ist in den meisten Fällen jedoch falsch.

Stattdessen handelt es sich um Gespinste der einheimischen Gespinstmotten. Diese konnten sich aufgrund der trockenwarmen Witterung im Mai besonders gut entwickeln. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 50 verschiedene Arten dieser Schmetterlinge.

Die Raupen befallen je nach Art unterschiedliche Wirtspflanzen. Besonders häufig sind derzeit die Trauben-Kirsche, das Pfaffenhütchen und der Gewöhnliche Schneeball betroffen. Im Extremfall können ganze Bäume nahezu vollständig entlaubt werden.

Meist harmlos für Bäume

Trotz des teils massiven Erscheinungsbilds gilt der Befall durch Gespinstmotten als weitgehend unproblematisch. Die Tiere bilden nur eine Generation pro Jahr und verpuppen sich im Laufe des Junis. Die betroffenen Gehölze treiben in der Regel wieder aus und erholen sich rasch.

Für Menschen und Pflanzen besteht laut Fachleuten keine Gefahr. Die Raupen und späteren Falter sind weder gesundheitlich bedenklich noch für die Bäume dauerhaft schädlich. Ein Handlungsbedarf besteht daher nicht.

Wachsamkeit beim Eichenprozessionsspinner

Dennoch raten die Experten zur Aufmerksamkeit, da der Eichenprozessionsspinner ähnliche Symptome verursachen kann. Besonders betroffen sind Eichen an freien, sonnigen Standorten oder in kleinen Gruppen.
Die Raupen bilden ihre Nester meist an Astansätzen. Ihre Brennhaare können starke Hautreizungen, Augen- und Atemwegsbeschwerden sowie allergische Reaktionen auslösen. Auch ältere Nester bleiben über Jahre gefährlich.

Aus diesem Grund wird dringend davon abgeraten, Gespinste selbst zu entfernen. Hinweise und weiterführende Informationen gibt es bei der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft unter www.lwf.bayern.de.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Landratsamt Rosenheim-Bauhof Tuntenhausen)

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