Die Pflasterung des Max-Josefs-Platzes beschäftigt Stadtpolitik und Verwaltung seit Langem. Das historische Kopfsteinpflaster prägt die „gute Stube“ der Stadt, ist für Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Gehhilfen oder Kinderwagen aber nur eingeschränkt nutzbar.
Ende 2025 hatte der Stadtrat nach längerer Diskussion einen einstimmigen Beschluss für einen pragmatischen Ansatz gefasst. Vorgesehen war, das bestehende Pflaster weitgehend zu erhalten und durch einen glatten, fugenfreien Streifen zu ergänzen, der eine barrierefreie Querung ermöglichen soll. Zusätzlich wurden barrierefreie Anbindungen über angrenzende Straßen diskutiert.
Beschlossene Lösung derzeit gestoppt
Die beschlossene Variante wird derzeit jedoch nicht umgesetzt. Hintergrund sind urheberrechtliche Fragestellungen im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Entwurf des Platzes. Dabei geht es um mögliche Rechte des Planers, die bei baulichen Veränderungen berücksichtigt werden müssen. Damit liegt das Vorhaben vorerst auf Eis – trotz grundsätzlicher Zustimmung im Stadtrat.
CSU verweist auf Verfahren aus Neumarkt
Die CSU-Stadtratsfraktion bringt nun ein alternatives Vorgehen ins Gespräch. In einem Antrag an die Stadtverwaltung wird gefordert zu prüfen, ob ein spezielles Schleifverfahren für Kopfsteinpflaster eine Lösung darstellen könnte, ohne in bestehende Gestaltungsrechte einzugreifen.
Als Vergleichsprojekt nennt die CSU ein Vorhaben in Neumarkt in der Oberpfalz. Dort wurde im Frühjahr 2026 in der Unteren Marktstraße historisches Kopfsteinpflaster mit einem speziellen Verfahren abgeschliffen und dadurch geglättet, ohne den Natursteinbelag zu entfernen. Nach Angaben aus Medienberichten blieb das historische Erscheinungsbild dabei weitgehend erhalten.
Das Projekt wurde überregional diskutiert, da es nach Darstellung verschiedener Berichte den Erhalt der historischen Substanz mit einer verbesserten Begehbarkeit verbinden soll. Zudem wurde berichtet, dass die Maßnahme innerhalb kurzer Zeit umgesetzt werden konnte.
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Antrag mit Prüfauftrag an die Verwaltung
Die CSU-Fraktion bittet die Stadtverwaltung nun zu prüfen, ob ein solches Verfahren auch am Rosenheimer Max-Josefs-Platz angewendet werden kann. Im Fokus steht dabei die Frage, ob eine Umsetzung auf dem gesamten Platz oder nur in Teilbereichen möglich wäre und welche Auswirkungen auf Gestaltung und Kosten zu erwarten wären.
In der Begründung des Antrags verweist die Fraktion darauf, dass das Verfahren nach ihrer Einschätzung Vorteile bei Barrierefreiheit, Begehbarkeit und Lärmentwicklung haben könnte. Zudem wird auf mögliche Zeit- und Kosteneinsparungen sowie auf die Wiederverwendbarkeit des Materials hingewiesen.
Ob das Verfahren aus Neumarkt tatsächlich eine neue Perspektive für den Max-Josefs-Platz eröffnet, muss nun die Prüfung der Stadtverwaltung zeigen.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Info CSU-Stadtratsfraktion / Foto: Archiv Innpuls.me)


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