Rosenheim – Schuhplattler, Goaßlschnalzer, Blasmusik und Volkstänze prägten am Samstag (27.6.2026) das Bild in der Rosenheimer Innenstadt. Trotz hochsommerlicher Temperaturen blieben viele Passanten stehen, lauschten den Klängen und spendeten den Mitwirkenden immer wieder Applaus. Der Brauchtumstag zeigte einmal mehr, wie lebendig Tradition in Rosenheim ist – und setzte zugleich neue Akzente.
Wechselten mehrmals ihren Standort: der Rosenheimer Spielmannszug Fotos: Innpuls.me
Neu war in diesem Jahr die Beteiligung des Vereins Kinhuadi, der auf dem Max-Josefs-Platz traditionelle Trachten und Brauchtum aus dem Kongo präsentierte. Der Vereinsname bedeutet übersetzt „Zusammenhalt“ – und genau darum sollte es an diesem Tag gehen: Menschen über Brauchtum und Kultur miteinander ins Gespräch zu bringen.
Erstmals gab es nicht nur bayerisches Brauchtum.
Bereits am Morgen hatte ein volksmusikalischer Frühschoppen den Aktionstag eröffnet. Danach verwandelten sich der Max-Josefs-Platz und weitere Orte der Altstadt in eine Bühne für Trachtenvereine, Musikgruppen und Brauchtumspfleger.
Veranstaltet wurde der Brauchtumstag gemeinsam vom Kulturamt der Stadt Rosenheim und dem Trachtenverein „D `Innviertler“ Rosenheim.
Schuhplattler, Volkstänze, Goaßlschnalzer und der Rosenheimer Spielmannszug wechselten sich mit musikalischen Darbietungen in den umliegenden Wirtshäusern ab. Auf dem Max-Josefs-Platz präsentierten sich außerdem verschiedene Vereine sowie erstmals auch der Stadtjugendring mit einem Informationsstand. Wer wollte, konnte sich sogar eine traditionelle Trachtenfrisur machen lassen.
An diesem Trachtentanz beteiligten sich gleich mehrere RosenheimerTrachtenvereine.
Gemeinsam für lebendiges Brauchtum
Ein schönes Zeichen setzte das Miteinander der Rosenheimer Trachtenvereine. Gemeinsam tanzten sie auf dem Max-Josefs-Platz und machten deutlich, dass der Brauchtumstag längst zu einem Gemeinschaftsprojekt geworden ist.
Für Wolfgang Hauck, Leiter des städtischen Kulturamts, könnte der Aktionstag künftig noch vielfältiger werden. Er kann sich vorstellen, dass sich weitere Kultur- und Brauchtumsgruppen beteiligen und zeigen, wie facettenreich gelebte Tradition in Rosenheim tatsächlich ist. „In den kulturpolitischen Leitlinien der Stadt Rosenheim wurde festgelegt, dass wir in unserer Stadt lebendiges Brauchtum haben wollen“, sagte Hauck. Der Brauchtumstag leiste dazu einen wichtigen Beitrag und bringe die Menschen zusammen.
Gelassen trotz Sommerhitze
Eine Herausforderung waren in diesem Jahr die hochsommerlichen Temperaturen. Die Trachtler nahmen die Hitze jedoch mit Gelassenheit. „Wir passen uns eben an und schauen, was der Tag so bringt. Wenn die Hitze zu groß wird, tanzen wir vielleicht etwas kürzer oder weichen auf Schattenplätze aus“, sagte Alfred Licht, erster Vorstand des traditionsreichen Rosenheimer Trachtenvereins „G.T.E.V. D’Innviertler“ Rosenheim. Für ausreichend Getränke war ebenfalls gesorgt.
Auch viele Besucher ließen sich von der Hitze nicht abschrecken. Immer wieder blieben Passanten stehen, verfolgten die Auftritte oder klatschten im Takt der Musik mit. So wurde der Brauchtumstag auch in diesem Jahr zu einem lebendigen Schaufenster für Tradition – und zeigte zugleich, dass Brauchtum in Rosenheim offen für neue Impulse ist.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Karin Wunsam)





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