Berchtesgaden – Der erst vor wenigen Tagen ausgewilderte junge Bartgeier „Alosa“ hat im Nationalpark Berchtesgaden für eine ungewöhnlich frühe Entwicklung im laufenden Projekt gesorgt. Der Jungvogel verließ die gesicherte Felsnische bereits nach kurzer Zeit und erkundet seitdem die Umgebung.
Früher Abflug überrascht Projektteam
Alosa wurde am 24. Juni gemeinsam vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und dem Nationalpark Berchtesgaden in rund 1.300 Metern Höhe ausgewildert. Bereits nach zwei Tagen verließ der Junggeier die geschützte Auswilderungsnische – deutlich früher als üblich.
Nach Angaben des Projektteams zeige sich der Vogel derzeit stabil und habe bereits Nahrung aufgenommen. Allerdings fehle ihm noch Erfahrung, etwa beim gezielten Anfliegen von Futterstellen. Auch die schwierigen Thermikbedingungen erschwerten derzeit die Orientierung in der Umgebung. Der Vogel werde deshalb engmaschig beobachtet.
Ungewöhnliches Verhalten schon seit Beginn
Laut Projektteam zeigte sich Alosa bereits bei der Vorbereitung und Auswilderung auffällig aktiv. Auch nach dem Verlassen der Nische erkundete der Junggeier zunächst das unmittelbare Umfeld und bewegte sich zeitweise außerhalb des gesicherten Bereichs.
Nach einer Rückführung in die Nische und zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen nutzte Alosa kurze Zeit später eine günstige Gelegenheit und flog schließlich in eine nahegelegene Steilwand ab. Dort wird der Junggeier seither weiter beobachtet.
Normalerweise bleiben junge Bartgeier nach der Auswilderung mehrere Wochen in der geschützten Nische, um ihre Flugmuskulatur aufzubauen und erste Flugversuche vorzubereiten.
Das Projekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers wird in diesem Jahr unter anderem vom Bayerischen Naturschutzfonds unterstützt.
(Quelle: LBV / Nationalpark Berchtesgaden / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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