Rosenheim / Landkreis – Kleine Schritte, unsicheres Gehen, Vergesslichkeit oder Probleme mit der Blase: Viele ältere Menschen nehmen solche Veränderungen zunächst hin. Doch hinter den Beschwerden kann auch eine behandelbare Erkrankung stecken. Am RoMed Klinikum Rosenheim behandeln Ärzte Patienten mit einem sogenannten Hydrocephalus – einer Erkrankung, die häufig lange unerkannt bleibt.
Auch Frau M. dachte zunächst, ihre zunehmende Unsicherheit beim Gehen sei eine normale Alterserscheinung. Die heute 78-Jährige bemerkte, dass ihre Schritte kleiner wurden, sie häufiger stolperte und längere Wege zunehmend vermied. Später kamen Gedächtnisprobleme hinzu. „Man schiebt das erst einmal aufs Alter“, erzählt sie.
Genau das erleben nach Angaben des RoMed Klinikums viele Betroffene. Die Beschwerden entwickeln sich oft langsam und werden deshalb nicht selten zunächst anderen Ursachen zugeschrieben „Gangstörungen, Gedächtnisprobleme oder Inkontinenz werden nicht selten als normale Alterserscheinungen, Parkinson oder Demenz interpretiert“, sagt Prof. Dr. Joji Kuramatsu, Chefarzt der Neurologie am RoMed Klinikum Rosenheim.
Eine Erkrankung, die häufig spät erkannt wird
Die Diagnose bei Frau M. lautete schließlich Hydrocephalus. Dabei handelt es sich um eine Störung des Hirnwasserhaushalts: Hirnwasser kann sich im Gehirn stauen und dadurch verschiedene Beschwerden auslösen.
Hydrocephalus – die wichtigsten Fakten
- Beim Hydrocephalus staut sich Hirnwasser im Gehirn.
- Typische Beschwerden können Gangstörungen, Gedächtnisprobleme und Blasenschwäche sein.
- Die Erkrankung tritt besonders häufig im höheren Lebensalter auf.
- Die Symptome können mit Demenz, Parkinson oder normalen Alterserscheinungen verwechselt werden.
- Moderne Behandlungsmöglichkeiten können Beschwerden oft deutlich verbessern.
- Am RoMed Klinikum Rosenheim erfolgt die Behandlung interdisziplinär durch Neurochirurgie, Neurologie und Neuroradiologie.
Nach Angaben des RoMed Klinikums wird die Erkrankung gerade bei älteren Menschen häufig erst spät erkannt. Dr. Georgios Ntoulias, Chefarzt der Neurochirurgie, verweist darauf, dass bei Menschen über 80 Jahren etwa jeder Zwanzigste betroffen sei.
Eine frühzeitige Diagnose sei wichtig, so die Einschätzung der Ärzte, denn der Hydrocephalus könne in vielen Fällen behandelt werden.
Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen
Um Betroffene früher zu erkennen, arbeiten am RoMed Klinikum Rosenheim verschiedene Fachrichtungen zusammen. Im Neurozentrum sind Neurochirurgie, Neurologie und Neuroradiologie beteiligt. Auch Hausärzte und niedergelassene Neurologen spielen laut RoMed eine wichtige Rolle, da sie ihre Patienten oft über lange Zeit kennen und Veränderungen früh wahrnehmen können.
Bei der Diagnostik geht es nicht um einen einzelnen Befund. Entscheidend sei das Zusammenspiel aus Beschwerden, Krankheitsverlauf und Bildgebung, erklärt Dr. Charlotte Rüther, Chefärztin der Neuroradiologie.
MRT- und CT-Untersuchungen können Hinweise auf typische Veränderungen liefern. Zusätzlich kann ein sogenannter Liquorablassversuch durchgeführt werden. Dabei wird Hirnwasser entnommen und geprüft, ob sich Beschwerden wie Gangunsicherheit oder Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit verbessern.
Behandlung kann Alltag zurückbringen
Bestätigt sich die Diagnose, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Häufig wird ein Shuntsystem eingesetzt, das überschüssiges Hirnwasser ableitet. Moderne Systeme können individuell eingestellt werden.
Nach einer Operation können viele Patienten das Krankenhaus laut RoMed bereits nach wenigen Tagen wieder verlassen. Je nach Gesundheitszustand kann anschließend eine geriatrische oder neurologische Rehabilitation folgen.
Auch Frau M. erhielt eine entsprechende Behandlung. Nach dem Eingriff verbesserte sich ihre Situation. Die Unsicherheit beim Gehen nahm ab, Wege wurden wieder möglich.
„Gerade die Wiederherstellung der Gehfähigkeit bedeutet für ältere Menschen häufig einen enormen Gewinn an Lebensqualität“, sagt Dr. Ntoulias. Für das Ärzteteam am RoMed Klinikum Rosenheim ist die Botschaft deshalb klar: Nicht jede Veränderung im Alter muss einfach hingenommen werden. Hinter vermeintlichen Alterserscheinungen kann sich auch eine behandelbare Ursache verbergen.
(Quelle: Pressemitteilung RoMed Kliniken / Beitragsbild: Copyright Symbolfoto KI generiert)


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