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Bauernverband fordert konkrete Umsetzung der EU-Nutztierstrategie

Aufgehende Sonne auf Acker

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

8. Juli 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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München / Rosenheim – Die EU-Kommission hat am gestrigen Dienstag (7.7.2026) ihre Strategie für die Tierhaltung bis etwa 2040 vorgestellt. Der Bayerische Bauernverband (BBV) begrüßt die darin genannten Ziele, fordert aber konkrete Maßnahmen zur Umsetzung.

Die Strategie der EU-Kommission soll nach deren Angaben die europäische Tierhaltung widerstandsfähiger, wettbewerbsfähiger und nachhaltiger machen. Außerdem wird darin die Bedeutung der Tierhaltung für die Ernährungssicherung hervorgehoben.

Der BBV bewertet diese Ziele grundsätzlich positiv, sieht aber noch offene Fragen bei der praktischen Umsetzung. „Unsere Tierhalter brauchen jetzt handfeste Antworten“, sagt Isabella Timm-Guri, Direktorin des Fachbereichs Erzeugung und Vermarktung im BBV. „Es braucht ein wirksames Finanzinstrument für Investitionen, verbindliche Standards statt nationaler Alleingänge und eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung. Sonst bleibt die Strategie überwiegend ein Papier mit guten Absichten – während die Tierhaltung in der EU weiter schrumpft.“

Forderung nach fairen Wettbewerbsbedingungen

Nach Einschätzung des BBV beschreibt die EU-Kommission mit ihrer Analyse die aktuellen Herausforderungen der Tierhaltung zutreffend. Der Verband verweist dabei unter anderem auf steigende Kosten, wachsende Standards, hohen Investitionsbedarf und den Wettbewerbsdruck durch Importe aus Drittstaaten mit niedrigeren Produktionsstandards.

Der BBV fordert nach eigenen Angaben klare Regelungen für den Umgang mit Importware. Diese dürften aus Sicht des Verbands nicht durch die Handelspolitik der EU wieder infrage gestellt werden.

Auch innerhalb der Europäischen Union fordert der BBV einheitliche Wettbewerbsbedingungen. Positiv bewertet der Verband das geplante EU-weite Ende der Käfighaltung bei Legehennen. Bei weiteren Regelungen, etwa zur Sauenhaltung, müsse die Entwicklung nach Ansicht des BBV EU-weit einheitlich erfolgen.

Unterstützung für Investitionen und Herkunftskennzeichnung gefordert

Der Verband fordert zudem Unterstützung für notwendige Investitionen in der Tierhaltung. Die EU-Kommission beziffert den möglichen Bedarf für Investitionsförderungen auf bis zu 8,4 Milliarden Euro. Der BBV sieht jedoch kritisch, dass die Strategie nach seiner Einschätzung stark auf eine bessere Marktvergütung setzt.
Entscheidend werde aus Sicht des BBV das bislang nur allgemein beschriebene „spezielle Finanzinstrument für den Tierhaltungssektor“. Dieses müsse nach Auffassung des Verbands schnell, einfach und wirksam ausgestaltet werden. Außerdem fehle der Strategie nach Ansicht des BBV eine Aussage zum Bestandsschutz bereits getätigter Investitionen.

Kritisch äußert sich der BBV auch zur Herkunftskennzeichnung. Freiwillige Kennzeichnungen seien aus Sicht des Verbands zwar wichtig, aber in ihren Möglichkeiten ausgereizt. Fortschritte etwa bei verarbeiteten Produkten oder im Bereich der Außer-Haus-Verpflegung seien nach Einschätzung des BBV nur durch verpflichtende EU-Regelungen möglich.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerischer Bauernverband / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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