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Rosenheimer Gefängnis, 1960er

Rosenheimer Gefängnis in der Münchener Straße in Rosenheim in den 1960er Jahren. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

8. Juli 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die 1960er Jahre. Auf der historischen Aufnahme ist das Rosenheimer Gefängnis in der Münchener Straße zu sehen – dort, wo sich heute das Buchgeschäft Thalia befindet.

Mitten im geschäftigen Rosenheimer Zentrum stand bis Ende der 1960er Jahre ein Gebäude, das heute fast vergessen ist: das ehemalige Amtsgerichtsgefängnis, im Volksmund auch „Fronfeste“ genannt. Wer heute durch die Münchener Straße spaziert, ahnt kaum noch, dass sich an dieser Stelle einst eine Justizvollzugsanstalt befand.

Errichtet wurde das Gefängnis zwischen 1856 und 1858. Damals lag die Münchener Straße noch am Rand der Stadt. Mit dem rasanten Wachstum Rosenheims und dem Eisenbahnbau entwickelte sich die Gegend jedoch zu einem belebten Stadtzentrum – und das Gefängnis rückte plötzlich mitten ins alltägliche Leben.

Gefängnis sorgte für Gesprächsstoff

Um die Jahrhundertwende häuften sich Beschwerden aus der Bevölkerung. Gefangene sollen immer wieder aus den Fenstern mit Passanten gesprochen und diese teils auch beschimpft haben. Viele Bürger forderten deshalb eine Verlegung der Haftanstalt.

Dazu kam es allerdings nicht. Stattdessen wurde das Gebäude in den Jahren 1900 und 1901 umfassend umgebaut. Unter anderem erhielt es eine deutlich höhere Umfriedung, um den Kontakt zwischen Gefangenen und Straßenpassanten einzuschränken.

Über viele Jahrzehnte waren dort durchschnittlich rund 35 Häftlinge gleichzeitig untergebracht. Während der Zeit des Nationalsozialismus diente das Gefängnis ab März 1933 außerdem als Sammelstelle für politische Gefangene, bevor diese in andere Haftanstalten oder Konzentrationslager weitergebracht wurden.

Das Aus für die „Fronfeste“

In den 1960er Jahren war das Gebäude technisch und hygienisch längst nicht mehr zeitgemäß. Unter anderem verfügte die Haftanstalt noch über ein veraltetes Kübelsystem anstelle moderner Sanitäranlagen. Am 30. Juni 1968 wurde das Gefängnis schließlich offiziell geschlossen. Die letzten rund 30 Insassen kamen in Justizvollzugsanstalten nach Mühldorf und Traunstein. Zwei Jahre später wurde das markante Gebäude abgerissen.

Beim Blick auf das historische Foto fällt noch ein weiteres Detail auf: Auch die beiden Nachbarn der ehemaligen „Fronfeste“ gibt es heute nicht mehr. Sowohl die traditionsreiche Engel-Apotheke als auch Südgummi, die links und rechts neben dem Gefängnis zu sehen sind, haben ihren Betrieb inzwischen eingestellt. Damit zeigt die Aufnahme gleich mehrere Stücke Rosenheimer Stadtgeschichte, die heute verschwunden sind.
(Quellen: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)

1 Kommentar

  1. Süd-Gummi war noch viele Jahre länger ein Stück weiter in der Münchener Straße. Auch Mode Stalf ( auf der Busreklame) ist Geschichte. Tja, ein ewiger Wandel . . . zum Besseren ? ? ?

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