München / Bayern – Der Bayerische Apothekerverband (BAV) kritisiert geplante Änderungen bei der Vergütung von rezeptpflichtigen Arzneimitteln. Nach Ansicht des Verbandes könnte eine geplante Erhöhung des Kassenabschlags die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken weiter verschärfen.
Bei der Mitgliederversammlung des BAV in München stand vor allem die geplante Anpassung des sogenannten Fixbetrags im Mittelpunkt. Dieser Betrag wird Apotheken pro abgegebener Packung eines rezeptpflichtigen Arzneimittels von den gesetzlichen Krankenkassen vergütet. Laut Koalitionsvertrag soll er schrittweise von 8,35 Euro auf 9,50 Euro steigen. Zum 1. Juli 2026 wurde er zunächst auf 9 Euro angehoben, ab Januar 2027 ist eine weitere Erhöhung auf 9,50 Euro vorgesehen.
Gleichzeitig soll nach Angaben des BAV ab Januar 2027 der Rabatt steigen, den Apotheken den gesetzlichen Krankenkassen gewähren müssen. Dadurch würde sich die Vergütung nach Darstellung des Verbandes um rund 30 Cent pro Packung verringern.
„Erst rauf, dann wieder runter. Wir wissen doch, dass Jojo-Effekte selten etwas Gutes bringen“, sagt BAV-Vorsitzender Dr. Hans-Peter Hubmann. Er kritisiert, dass Apotheken in den vergangenen Jahren bereits erheblich zur Entlastung der Krankenkassen beigetragen hätten. Durch eine frühere Vergütungskürzung von 2023 bis Anfang 2025 seien nach Angaben des BAV Einsparungen von rund 310 Millionen Euro entstanden.
Zahl der Apotheken weiter rückläufig
Der Verband verweist außerdem auf die Entwicklung der Apothekenzahlen in Bayern. Nach Angaben von BAV-Geschäftsführerin Alexandra Schmidt gab es Ende 2025 noch 2.617 Apotheken im Freistaat. Zehn Jahre zuvor seien es 3.205 gewesen. Das entspreche einem Rückgang um 588 Apotheken.
„Aber nur wirtschaftlich starke Apotheken können in einer alternden Gesellschaft politisch gewünschte Zusatzleistungen wie Impfungen oder weitere pharmazeutische Dienstleistungen erbringen“, sagt Schmidt.
Der BAV fordert deshalb, die geplante Erhöhung des Kassenabschlags nicht dauerhaft umzusetzen. Nach Ansicht des Verbandes gebe es andere Möglichkeiten, die gesetzlichen Krankenkassen finanziell zu entlasten.(Quelle: Bayerischer Apothekerverband / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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