Rosenheim – Die Tourismuszahlen für Rosenheim entwickeln sich weiter positiv. Im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur wurde jetzt die Bilanz für das Jahr 2025 vorgestellt. Dabei ging es nicht nur um steigende Gästezahlen, sondern auch um die Frage, wohin sich der Tourismus in der Stadt künftig entwickeln soll. In der Diskussion wurde deutlich: Langfristig hofft man darauf, einmal die Voraussetzungen für eine Tourismusabgabe zu erreichen.
Die Entwicklung des Rosenheimer Tourismus zeigt weiter nach oben: Im Jahr 2025 wurden nach den im Ausschuss vorgestellten Zahlen rund 237.000 Gästeankünfte und 356.000 Übernachtungen gezählt. Das entspricht jeweils einem Plus von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Oberbürgermeister Abuzar Erdogan und die Mehrheit der Stadträte waren sich einig, dass sich dieses Ergebnis sehen lassen kann. Gleichzeitig wurde deutlich: Die Stadt sieht noch weiteres Potenzial, um den Tourismus in Rosenheim weiter auszubauen.
37 Stadtführungen – die Rosenheim-Cops bleiben Publikumsmagnet
Ein wichtiger Bestandteil des touristischen Angebots sind weiterhin die Stadtführungen. Mittlerweile werden in Rosenheim 37 verschiedene Führungen angeboten. Besonders erfolgreich bleibt dabei die Führung „Auf den Spuren der Rosenheim-Cops“. Sie ist weiterhin der Bestseller und lockte im vergangenen Jahr 29.345 Teilnehmer an. Die Verbindung zur beliebten Fernsehserie bleibt damit ein wichtiger Faktor für Besucher der Stadt.
Tourist Info und Stadtmarketing neu aufgestellt
Wie aus dem Bilanzbericht der Stadt hervorgeht, war das Jahr 2024/2025 von strukturellen Weiterentwicklungen geprägt. Besonders hervorgehoben wurde die organisatorische Zusammenführung der Tourist Info mit dem Stadtmarketing.
Auch die touristische Infrastruktur wurde weiterentwickelt: Die Tourist Info am Busbahnhof in der Heilig-Geist-Straße 15 wurde modernisiert und neu gestaltet.
Langfristige Perspektive: eine Tourismusabgabe?
Zum spannenden Punkt der Diskussion wurde allerdings eine Zukunftsperspektive, die derzeit noch nicht unmittelbar bevorsteht: die mögliche Einführung einer Tourismusabgabe.
Grünen-Stadtrat Peter Rutz sagte dazu: „Wir brauchen dringend weitere Hotels und außerdem attraktive Veranstaltungen in unserer Stadt, um die Tourismusabgabe akquirieren zu können.“
Gemeint ist damit: Rosenheim müsste zunächst weiter wachsen und mehr Übernachtungsgäste gewinnen, um überhaupt die gesetzlichen Voraussetzungen für eine solche Abgabe zu erreichen. Zusätzliche Hotels und attraktive Veranstaltungen wurden dabei als mögliche Stellschrauben genannt.
Auch Oberbürgermeister Abuzar Erdogan machte deutlich, dass es wichtig sei, weitere Möglichkeiten zu schaffen, um den Tourismus in Rosenheim anzukurbeln und damit langfristig die Voraussetzungen für eine Tourismusabgabe zu schaffen.
Tourismusabgabe und Kurtaxe sind nicht dasselbe
Der Begriff Tourismusabgabe wird häufig mit der Kurtaxe verwechselt. Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Abgaben.
Tourismusabgabe (Fremdenverkehrsbeitrag):
Sie wird nicht von Gästen bezahlt, sondern von Unternehmen, die wirtschaftlich vom Tourismus profitieren – beispielsweise Hotels, Gaststätten oder je nach Satzung auch weitere Betriebe. Die Einnahmen dienen der Tourismusförderung.
Kurbeitrag (Kurtaxe):
Diesen zahlen in der Regel die Gäste selbst, meist pro Übernachtung. Er dient der Finanzierung touristischer Einrichtungen. Die aktuelle Diskussion in Bad Aibling betrifft den Kurbeitrag beziehungsweise den dort eingeführten Tageskurbeitrag – nicht eine Tourismusabgabe.
Noch fehlen rund 115.000 Übernachtungen
Aktuell kann Rosenheim eine solche Abgabe allerdings noch nicht einführen. Nach dem Bayerischen Kommunalabgabengesetz können Gemeinden, die nicht als Kur- oder Erholungsort anerkannt sind, einen Fremdenverkehrsbeitrag in der Regel erst dann erheben, wenn die Zahl der jährlichen Fremdenübernachtungen das Siebenfache der Einwohnerzahl übersteigt.
Bei derzeit rund 67.200 Einwohnern wären dafür etwa 470.700 Übernachtungen pro Jahr notwendig. Mit den aktuell erreichten 356.000 Übernachtungen ist Rosenheim zwar auf einem guten Weg, bis zu dieser Marke fehlen aber noch rund 115.000 Übernachtungen.
Wie viel Geld könnte eine Tourismusabgabe bringen?
Wie hoch die Einnahmen durch eine solche Abgabe für Rosenheim einmal ausfallen könnten, lässt sich derzeit nicht seriös beziffern. Die Höhe hängt unter anderem davon ab, welche Betriebe später einbezogen würden und wie groß deren wirtschaftlicher Vorteil durch den Tourismus ist.
Konkrete Berechnungen oder Planungen gibt es bei der Stadt derzeit nicht. Fest steht aber: In Kommunen, die eine solche Abgabe erheben, können die Einnahmen unter anderem für Tourismusmarketing und touristische Ange
Für Rosenheim bleibt eine solche Abgabe damit zunächst eine langfristige Perspektive. Der Weg dorthin führt über mehr Übernachtungsgäste, zusätzliche Angebote und den weiteren Ausbau des Tourismusstandorts.
(Quelle: Artikel: Karin Wusnam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)


0 Kommentare