Wasserburg / Landkreis Rosenheim – Bei mehreren Molkereien in Oberbayern kommt es am morgigen Donnerstag (23.07.2026) zu einem Warnstreik. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat Beschäftigte von vier Betrieben zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Betroffen sind auch zwei große Unternehmen in Wasserburg am Inn.
Nach Angaben der NGG Rosenheim-Oberbayern beteiligen sich mehr als 350 Beschäftigte aus drei Molkereien und einer Käserei an dem Warnstreik. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen in der bayerischen Milchwirtschaft, die nach Angaben der Gewerkschaft derzeit festgefahren sind.
Betroffen sind:
- die Privatmolkerei Meggle in Wasserburg am Inn (Landkreis Rosenheim),
- die Privatmolkerei Bauer in Wasserburg am Inn (Landkreis Rosenheim),
- das Milchwerk Jäger in Haag (Landkreis Mühldorf),
- die Bergader Privatkäserei in Waging am See (Landkreis Traunstein).
Die NGG Rosenheim-Oberbayern kündigt außerdem einen „Milch-Protest-Zug“ durch Wasserburg am Inn an.
Gewerkschaft fordert höhere Löhne und zusätzliche Entlastungstage
Die NGG fordert in den Tarifverhandlungen ein Lohnplus von 4,1 Prozent für ein Jahr. Für Auszubildende sollen die Vergütungen um 80 Euro pro Monat steigen. Außerdem fordert die Gewerkschaft eine zusätzliche Zahlung im Umfang von fünf Arbeitstagen, die Beschäftigte flexibel nutzen können sollen.
Die Arbeitgeber hätten zuletzt nach Angaben der NGG ein Angebot von 2,1 Prozent für 13 Monate vorgelegt. Außerdem kritisiert die Gewerkschaft, dass keine Anpassung bei der Übernahme von Fahrtkosten zur Berufsschule für Auszubildende vorgesehen sei. „Es wird Zeit, dass die Beschäftigten der Milchwirtschaft in Oberbayern jetzt einmal ordentlich auf die Sahne hauen. Den Arbeitgebern muss klar sein, dass sie ihren Fuß von der Lohnbremse nehmen müssen“, sagt Manuel Halbmeier von der NGG Rosenheim-Oberbayern.
Die Gewerkschaft kritisiert außerdem, dass der Arbeitgeberverband der bayerischen Ernährungswirtschaft eine Zusage zu zwei zusätzlichen Entlastungstagen wieder zurückgenommen habe. „Das ist für alle Beschäftigten von Molkereien und Käsereien in Oberbayern ein Schlag ins Gesicht“, so NGG-Geschäftsführer Manuel Halbmeier.
Warnstreik als Druckmittel in den Tarifverhandlungen
Halbmeier, der für die NGG auch selbst an den Tarifverhandlungen beteiligt ist, bezeichnet den geplanten Warnstreik als Reaktion auf die bisherige Entwicklung der Gespräche. „Die Arbeitgeber haben eine Rolle rückwärts am Verhandlungstisch gemacht: Sie sind auf ihr Einstiegsangebot aus der ersten Verhandlungsrunde zurückgefallen. Das gab’s hier noch nie. Der Warnstreik in Oberbayern ist damit auch ein Warnschuss an die Arbeitgeber, dass sie mit ihren Beschäftigten so nicht umgehen können“, sagt Halbmeier. Nach Angaben der NGG geht es bayernweit um die Arbeitsbedingungen und Löhne von rund 19.000 Beschäftigten in Molkereien und Käsereien.
Zu möglichen Auswirkungen auf die Produktion oder Lieferungen äußerte sich die Gewerkschaft in ihrer Mitteilung nicht.
(Quelle: Pressemitteilung NGG / Beitragsbild: Symbolfoto re)


Aha.
Die Gewerkschaft fordert also zusätzliche Entlastungstage während der Kanzler dieser Republik gleichzeitig beständig wiederholt, dass die Deutschen viel zu wenig arbeiten ….
Wie geht das denn zusammen ?