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Schweinehalter in Bayern unter Druck: Verbände werben für fairen Preisrahmen

Zwei Schweine auf Wiese mit Hühnern. Foto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

23. Juli 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Bayern –  Viele Schweinehalter in Bayern stehen aktuell wirtschaftlich unter Druck. Nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands sind die Preise für Schlachtschweine und Ferkel deutlich gesunken, während die Produktionskosten für die Betriebe hoch bleiben. Der Verband spricht von einer angespannten Situation und fordert schnelle Unterstützung.

Gleichzeitig wollen der Bayerische Bauernverband und der Fleischerverband Bayern die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Metzgereien stärken. Ein freiwilliger Preisrahmen soll nach ihrer Vorstellung dazu beitragen, regionale Strukturen der Schweinehaltung und Verarbeitung zu erhalten.

Was bedeutet „Schweinekrise“?

Mit dem Begriff ist keine Tierseuche gemeint. Gemeint ist die wirtschaftlich schwierige Situation vieler Schweinehalter. Nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands reichen die aktuellen Erzeugerpreise für viele Betriebe nicht mehr aus, um die laufenden Kosten zu decken. Besonders betroffen seien Ferkelerzeuger und Schweinemäster.
Der Verband verweist außerdem darauf, dass einige Betriebe bereits geplante Investitionen zurückstellen würden – auch bei Vorhaben, für die staatliche Förderungen bewilligt wurden.

BBV fordert Unterstützung für Betriebe

Der Bayerische Bauernverband hatte deshalb zu einem Krisengespräch eingeladen. Daran nahmen nach Angaben des Verbands unter anderem Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sowie Vertreter aus Erzeugung, Schlachtung, Metzgerhandwerk und Gastronomie teil.

Der BBV fordert unter anderem:

  • Zinszuschüsse bei Darlehen der Rentenbank,
  • steuerliche Hilfsmaßnahmen,
  • Abschlagszahlungen auf Direktzahlungen.

BBV-Präsident Günther Felßner fasste die Lage aus Sicht des Verbands so zusammen:

„Jetzt muss schnell gehandelt werden, sonst geht unseren Schweinehaltern die Luft aus. Hier steht die gesamte Wertschöpfungskette von bayerischem Schweinefleisch im Feuer!“

Branche sieht regionale Versorgung gefährdet

Nach Ansicht des Bayerischen Bauernverbands geht es nicht nur um einzelne Betriebe, sondern um die gesamte Kette von der Landwirtschaft bis zur Verarbeitung. Auch Themen wie Herkunft und Regionalität spielten beim Krisengespräch eine Rolle. Der BBV appellierte laut eigener Mitteilung an Handel, Verarbeitung und Gastronomie, stärker auf bayerisches Schweinefleisch zu setzen.
Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber habe laut BBV den akuten Handlungsbedarf betont. Aus ihrer Sicht brauche es unter anderem Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität der Betriebe, eine Stärkung des Absatzes von heimischem Schweinefleisch sowie weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit.

Freiwilliger Preisrahmen für Landwirte und Metzger

Parallel zur politischen Diskussion werben der Bayerische Bauernverband und der Fleischerverband Bayern für mehr Verlässlichkeit zwischen Landwirten und Metzgereien.
Die beiden Verbände empfehlen Handwerksmetzgereien, mit ihren Vertragslandwirten für das Jahr 2026 eine freiwillige Preisuntergrenze von 1,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht zu vereinbaren.
Für den Fall einer späteren Markterholung empfehlen sie außerdem, im Rahmen individueller Vereinbarungen einen Orientierungswert von 2,20 Euro je Kilogramm als mögliche Preisobergrenze anzustreben.

Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine feste Vorgabe. Der Preiskorridor sei laut Verbänden lediglich ein Appell an die Fairness und eine Empfehlung für mögliche Vereinbarungen zwischen den jeweiligen Betrieben.

„Wir stehen zu unseren Landwirten“

Der Landesinnungsmeister des bayerischen Metzgerhandwerks, Konrad Ammon, erklärt:

„Wir stehen zu unseren Landwirten. Deswegen empfehlen wir auch eine absolute Preisuntergrenze von 1,60 Euro. Viele Betriebe haben uns bereits signalisiert, ohnehin schon eine Untergrenze mit ihrem Landwirt vereinbart zu haben. Wir können allerdings nur an Fairness appellieren. Die Entscheidung treffen immer beide Partner vor Ort. Aber eine gute Partnerschaft ist keine Einbahnstraße. Deswegen ist uns auch das klare Bekenntnis der Landwirte wichtig, die gegenseitige Bedeutung, die Unterstützung des Metzgerhandwerks und den fairen Preiskorridor auch im Falle von steigenden Preisen zu einem späteren Zeitpunkt nicht zu vergessen.“
(Quelle: Pressemitteilungen BBV / Beitragsbild: Symbolfoto: re)

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