Bayern / Rosenheim – Mit den sommerlichen Temperaturen sind auch Wespen wieder vermehrt unterwegs – besonders an Kaffeetafeln und Grillabenden im Freien. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) erklärt, wie sich Stiche vermeiden lassen und warum Wespen trotz ihres schlechten Rufs wichtige Helfer in der Natur sind.
Sobald Kuchen, Grillgut oder süße Getränke im Freien auf dem Tisch stehen, lassen Wespen meist nicht lange auf sich warten. Nach Angaben des LBV hat der warme und trockene Frühling 2026 dazu geführt, dass es, ähnlich wie im Vorjahr, viele Wespen gibt.
Bis etwa Ende August versorgt das Wespenvolk noch die Larven im Nest. Vor allem im Spätsommer gehen viele Arbeiterinnen auf Nahrungssuche für sich selbst. „Wespen, die eine Aufgabe im Stock haben, jagen Insekten oder gehen an das vorbereitete Grillfleisch. An den Kuchen kommen vor allem die ‚Rentnerwespen‘, die keine Aufgabe mehr haben und nur sich selbst versorgen“, erklärt LBV-Insektenexpertin Tarja Richter.
Ruhe bewahren und Wasser statt Pusten
Wer einer Wespe begegnet, sollte hektische Bewegungen vermeiden. Nach Angaben des LBV reagieren die Tiere außerhalb ihres Nestes in der Regel nicht aggressiv, solange sie sich nicht bedroht fühlen.
„Die Wespe auf keinen Fall wegpusten, denn das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffsstimmung. Eine wirksame Methode im Umgang mit Wespen ist es, das Insekt mit zerstäubtem Wasser zu besprühen. Die Wespe denkt, es fängt an zu regnen und flüchtet zurück in ihr Nest“, empfiehlt Tarja Richter. Wichtig sei dabei, ausschließlich sauberes Wasser zu verwenden und Sprühflaschen gründlich von Reinigungsmittelresten zu befreien.
Diese Maßnahmen helfen
Um Wespen fernzuhalten, empfiehlt der LBV, Speisen und Getränke im Freien abzudecken und Essensreste nach dem Grillen zügig wegzuräumen. Kinder sollten möglichst mit einem Strohhalm trinken und nach dem Essen Mund und Hände gereinigt werden. Auch Mülleimer und Kompost sollten stets geschlossen bleiben.
Von vermeintlichen Hausmitteln wie Kupfermünzen oder Wespenfallen rät der Naturschutzverband dagegen ab. Fangfallen locken zusätzliche Tiere an und sind zudem nach dem Bundesnaturschutzgesetz unzulässig, da Wespen ohne vernünftigen Grund gefangen oder verletzt werden.
Wichtige Helfer für Natur und Garten
Trotz ihres schlechten Rufs erfüllen Wespen eine wichtige Aufgabe im Ökosystem. Sie regulieren die Bestände anderer Insekten wie Stechmücken oder Kohlweißling-Raupen. Wespen nützen den Menschen also auch in Landwirtschaft und Gartenbau. Sie bestäuben auch einige Pflanzenarten, wie Fenchel oder Wilde Möhre. Als geflügelte Gesundheitspolizei beseitigen sie zudem Aas.
Trotz ihres ökologischen Nutzens genießen sie bei vielen einen schlechten Ruf als Störenfriede beim gemütlichen Grillen im Garten. „Doch wer bei Wespen gleich ans Stechen denkt, liegt falsch“, sagt Tarja Richter dazu. „Nur etwa jede fünfte der weltweit rund 137.000 Wespenarten hat einen Wehrstachel. An den Esstisch auf der Terrasse kommen nur die Gemeine und die Deutsche Wespe, die beiden verbreitetsten Arten.“ Wer die Tiere nicht bedrängt oder nach ihnen schlägt, habe daher meist nichts zu befürchten.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)


0 Kommentare