Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die Zeit um ca. 1960. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist das legendäre Cafè Schick in der Gillitzerstraße 2 in Rosenheim.
Für fast zwei Jahrzehnte war das Café Schick einer der beliebtesten Treffpunkte der Stadt. Von seiner Eröffnung im Jahr 1954 bis zur Schließung 1972 war das Lokal ein Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Rosenheim und stand für den besonderen Zeitgeist der 1950er- und 1960er-Jahre.
Ein Café mit besonderer Atmosphäre
Eröffnet wurde das Café Schick von Emma Schick. Schnell entwickelte sich das Lokal zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt. Besonders war damals vor allem die moderne Gestaltung: Auf zwei Stockwerken gab es verschiedene Räume mit unterschiedlichen Einrichtungsstilen, die eine gemütliche und stilvolle Atmosphäre schufen.
Ein besonderes Highlight war ein großes Aquarium, das mitten im Raum als gläserner Raumteiler diente. Für viele Gäste gehörte dieser Blick auf die Unterwasserwelt genauso zum Cafébesuch wie Kaffee und Kuchen.
Zu den beliebten Spezialitäten des Hauses gehörten unter anderem die hausgemachte Biskuitrolle mit Früchten und die legendäre Weinschaumcreme.
Treffpunkt für Prominenz und Nachtschwärmer
Das Café Schick zog auch bekannte Gäste an. Zu den regelmäßigen Besuchern soll unter anderem die deutsche Fußballlegende Uli Hoeneß gehört haben.
Auch für das Rosenheimer Nachtleben spielte das Café eine besondere Rolle. Nach langen Abenden in den umliegenden Tanzlokalen wie dem „Papagei“ kehrten viele Nachtschwärmer noch ins Schick ein. Dort wartete das legendäre Katerfrühstück mit heißen Weißwürsten, frischen Brezen, Rollmops und der eiskalten Hausmarke.
Ein Stück Rosenheimer Stadtgeschichte verschwand
Das Café Schick befand sich in der Gillitzerstraße 2 im Herzen der Rosenheimer Innenstadt. Anfang der 1970er-Jahre veränderte sich das Viertel grundlegend: Viele der prunkvollen, aber inzwischen sanierungsbedürftigen Gillitzer-Bauten wurden abgerissen und später neu bebaut.
Mit dem Ende des Café Schick im Jahr 1972 verschwand damit auch ein Stück Rosenheimer Nachkriegsgeschichte.
Die historische Aufnahme erinnert heute an eine Zeit, in der Cafés noch echte gesellschaftliche Treffpunkte waren – Orte, an denen man sich traf, miteinander ins Gespräch kam und ein Stück Alltag genoss. (Quelle: historische Informationen / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)


0 Kommentare