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Einwecken: Was früher notwendig war, ist heute wieder beliebt

Einweck-Utensilien in der Schaufenster-Ausstellung im Städtischen Museum Rosenheim. Foto: Josefa Staudhammer

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

3. August 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Einwecken – wer kennt das Wort nicht? Vielleicht kommen beim Lesen auch gleich Erinnerungen hoch: Gläser mit Kirschen im Keller, selbstgemachte Marmelade auf dem Frühstückstisch oder der große Topf, in dem im Sommer Obst und Gemüse für die kalte Jahreszeit haltbar gemacht wurden. Im Schaufenster des Städtischen Museums Rosenheim im Mittertor dreht sich die aktuelle Ausstellung um genau dieses Thema.

Zu sehen sind verschiedene Utensilien, die früher zum Einwecken verwendet wurden. Manches davon dürfte noch bekannt sein, anderes ist inzwischen aus vielen Küchen verschwunden. Und trotzdem ist das Einwecken keineswegs nur eine Erinnerung an vergangene Zeiten. Seit einigen Jahren wird die alte Methode wieder häufiger aufgegriffen.

Warum heißt es eigentlich „Einwecken“?

Die Geschichte beginnt allerdings lange bevor der Name Weck zum Synonym für das Haltbarmachen im Glas wurde. Bereits 1804 entwickelte der Franzose Nicolas Appert ein Verfahren, mit dem Lebensmittel durch Erhitzen haltbar gemacht werden konnten. Ursprünglich ging es dabei um die Versorgung des Militärs.

Erst viele Jahrzehnte später wurde daraus das „Einwecken“. Johann Weck erwarb 1893 das Patent für die Methode. 1900 gründete er gemeinsam mit dem Kaufmann Georg von Eyck im baden-württembergischen Öflingen die Firma J. Weck & Co.
Das Unternehmen machte das Verfahren mit einer für die damalige Zeit modernen Werbestrategie bekannt: Kochbücher, Zeitschriften und praktische Vorführungen sollten die Menschen für das Einkochen begeistern. Mit Erfolg. Der Name Weck wurde so eng mit der Methode verbunden, dass daraus das Verb „einwecken“ entstand. Bereits 1907 fand das Wort Eingang in den Duden.

Was früher Notwendigkeit war, ist heute Hobby

Früher hatte das Einwecken vor allem einen praktischen Grund: Die Ernte des Sommers sollte möglichst lange reichen. Obst und Gemüse wurde haltbar gemacht und für die Monate aufbewahrt, in denen im Garten nichts mehr zu holen war.
Mit Kühlschrank und Gefriertruhe veränderten sich die Möglichkeiten der Vorratshaltung. Das Einwecken verlor nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend an Bedeutung.

Heute entdecken viele Menschen die Methode wieder – allerdings häufig aus anderen Gründen. Wer einen eigenen Garten hat, kann eine reiche Ernte haltbar machen, statt überschüssiges Obst oder Gemüse wegzuwerfen. Auch regionale und saisonale Lebensmittel lassen sich auf diese Weise für später aufbewahren.

Dazu kommt der Reiz, alte Familienrezepte wieder aufleben zu lassen oder neue Rezepte auszuprobieren. So findet sich neben dem klassischen Einweckglas mit Glasdeckel, Gummiring und Metallklammer heute auch das moderne Schraubglas in vielen Küchen.

Vom klassischen Weckglas bis zum Schraubglas

Das Grundprinzip ist bis heute ähnlich geblieben: Lebensmittel kommen in geeignete Gläser und werden durch Erhitzen haltbar gemacht. Beim Abkühlen entsteht ein Unterdruck, der den Deckel fest verschließt.
Allerdings ist beim Einkochen nicht jedes Lebensmittel gleich unkompliziert. Gerade bei säurearmen Lebensmitteln wie Gemüse, Fleisch oder Fisch sind die richtige Methode und die entsprechenden Temperaturen besonders wichtig. Wer selbst einkocht, sollte deshalb auf zuverlässige und aktuelle Anleitungen achten.

Die aktuelle Schaufenster-Ausstellung im Städtischen Museum Rosenheim zeigt mit ihren historischen Utensilien, wie sich eine einst alltägliche Methode der Vorratshaltung über die Jahrzehnte verändert hat – und wie sie heute wieder ihren Platz in manchen Küchen findet.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

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