Rosenheim – Mit einem wissenschaftlichen Symposium hat die Klinik für Urologie am RoMed Klinikum Rosenheim den Wechsel an ihrer Spitze begleitet. Im Mittelpunkt standen die Gesundheitsreform, der demografische Wandel sowie moderne Entwicklungen in der Robotik und der Krebsmedizin. Mehr als 70 Gäste aus Klinik, Praxis und Wissenschaft nahmen an der Veranstaltung teil.
Zum Auftakt sprach RoMed-Geschäftsführer Dr. Ulrich Schulze über die geplante Gesundheitsreform und deren Auswirkungen auf die medizinische Versorgung. Er verwies auf die engere Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung durch zwei neu erworbene urologische Kassensitze im Landkreis sowie auf die Bündelung der stationären Urologie in Rosenheim. Dort werden jedes Jahr rund 2.000 Patienten stationär behandelt.
„Wir erfüllen alle Voraussetzungen für die Zuteilung der Leistungsgruppe Urologie am Standort Rosenheim und sind daher optimistisch, dass das Bayerische Gesundheitsministerium diesem Antrag zustimmt“, sagte Schulze. Gleichzeitig machte er auf den wachsenden wirtschaftlichen Druck für Krankenhäuser aufmerksam. Um die Versorgung langfristig zu sichern, investiere der Klinikverbund unter anderem in Weiterbildung und den Ausbau der Robotik mit einem zweiten OP-Roboter-System.
Organerhalt, Krebsmedizin und die Herausforderungen der Zukunft
In den Fachvorträgen standen unter anderem organerhaltende Operationsverfahren bei Nierentumoren, komplexe Eingriffe nach Vorbehandlungen sowie die Folgen des demografischen Wandels im Fokus. Die Referenten betonten die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen und einer gut organisierten Versorgung älterer Patienten.
Auch die Uroonkologie spielte eine zentrale Rolle. Neue Therapien bei Krebserkrankungen bieten zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten, stellen das Gesundheitssystem angesichts teils sehr hoher Kosten jedoch vor wachsende Herausforderungen.
Einen Ausblick auf die Zukunft der operativen Urologie gab der designierte Chefarzt Dr. Christian Bach. Er stellte aktuelle Entwicklungen in der robotisch assistierten Chirurgie vor und machte deutlich, dass diese Technologie den Operateur unterstützt, ihn aber nicht ersetzt. „Seit über zehn Jahren wird regelmäßig angekündigt, dass man schon bald vollständig autonom fahren werde – und noch immer sitzt, bis auf wenige Einzelfälle, der Mensch am Steuer. In der Chirurgie wird es auf absehbare Zeit nicht anders sein. Die Robotik wird unsere Arbeit zunehmend unterstützen, den Operateur jedoch nicht ersetzen.“
Abschied nach 20 Jahren
Zum Abschluss verabschiedete sich Dr. Markus Wöhr nach 20 Jahren als Chefarzt der Urologie. „Ich übergebe die Abteilung mit großer Zuversicht in gute Hände und wünsche meinem Nachfolger alles Gute für die neue Aufgabe“, sagte er zum Ende des Symposiums. Die Veranstaltung klang bei einem Imbiss und Gesprächen zwischen den Teilnehmern aus.
(Quelle: Pressemitteilung RoMed Kliniken / Beitragsbild: Referenten und Organisatoren des wissenschaftlichen urologischen Symposiums (v.l.n.r.): Prof. Dr. Andreas Manseck, Prof. Dr. Peter Goebell, Dr. Markus Wöhr, Prof. Dr. Ulrich Humke, Prof. Dr. Dr. Axel Heidenreich, Dr. Hartwig Schwaibold, Dr. Christian Bach, Foto: Copyright Peter Schlecker)


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