Bayern / Rosenheim – Ob auf blühenden Wiesen, an Feldwegen oder im eigenen Garten, derzeit geben Bayerns Heuschrecken ihr ganz persönliches Sommerkonzert. Mit etwas Geduld lassen sich die kleinen Musiker nicht nur hören, sondern auch beobachten. Der LBV erklärt, worauf Naturfreunde achten sollten und wie der eigene Garten zum Lebensraum für die Tiere werden kann.
An warmen Sommertagen sind Heuschrecken besonders aktiv. Wer über Wiesen, Brachen oder an sonnigen Wegrändern unterwegs ist, kann derzeit eine große Vielfalt der Insekten entdecken.
„Es lohnt sich, dem Zirpen zu folgen und einmal genauer hinzusehen. Mit etwas Geduld lassen sich beeindruckende Sprünge, ungewöhnliche Farben und ganz unterschiedliche Gesänge erleben“, sagt Leonie Gloß, Heuschreckenexpertin beim LBV.
Dabei empfiehlt die Expertin, sich langsam zu nähern. Werden die Tiere durch schnelle Bewegungen gestört, verstummen sie, lassen sich fallen oder fliegen ein Stück davon.
Jede Art hat ihren eigenen Klang
Das bekannte Grillenzirpen stammt häufig von männlichen Heuschrecken. Je nach Art klingt ihr Gesang unterschiedlich. Sie erzeugen die Töne, indem sie ihre Hinterbeine an den Flügelkanten oder am Körper reiben oder beide Flügel aneinander bewegen.
„Die Tiere nutzen ihren Körper als Resonanzraum, um weit hörbar zu sein und so eine Partnerin anzulocken. Das ist Dating mit Körpereinsatz“, erklärt Gloß.
Nicht alle Heuschrecken musizieren auf dieselbe Weise. Die Eichenschrecke trommelt beispielsweise mit ihren Füßen auf Blätter oder Äste, andere Arten erzeugen knisternde Geräusche mit ihren Mundwerkzeugen.
Von Grünen Heupferden bis zu Weinhähnchen
Zu den größten Heuschreckenarten Bayerns zählt das Grüne Heupferd. Es wird bis zu vier Zentimeter lang und ist nicht nur auf Wiesen, sondern häufig auch in Städten und Siedlungen anzutreffen. Auch die Roesels Beißschrecke und die Gewöhnliche Strauchschrecke kommen dort regelmäßig vor.
„Bei Insektenbesuch in der Wohnung fängt man verirrte Heuschrecken am besten mit einem Glas und setzt sie vorsichtig nach draußen“, rät die Heuschreckenexpertin.
Während manche Arten nur bei Sonnenschein aktiv sind, sind Feldgrille und Weinhähnchen oft bis tief in die Nacht zu hören. Der Gemeine Grashüpfer gehört zu den häufigsten Arten in Bayern und begleitet mit seinem leisen Schnarren viele Sommertage zwischen Juni und September.
So wird der Garten zum Heuschrecken-Paradies
Heuschrecken gelten als Anzeiger für intakte Lebensräume. Gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt es auf hochgrasigen Wiesen, an natürlichen Wegrändern, auf Brachflächen und in naturnahen, giftfreien Gärten.
„Heuschrecken haben je nach Art ganz unterschiedliche Ansprüche. Im Garten hilft deshalb vor allem Vielfalt: kurze und länger stehende Grasbereiche, ungemähte Inseln und Pflanzenstängel, die über den Winter erhalten bleiben. Entscheidend ist außerdem, vollständig auf Pestizide zu verzichten“, sagt Leonie Gloß vom LBV.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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