Rosenheim / Landkreis Rosenheim – Die Hagelabwehr Rosenheim hatte in den vergangenen Tagen viel zu tun. Am vergangenen Wochenende (1. und 2. August) waren die Hagelflieger insgesamt fast neun Stunden im Einsatz. Vor allem das Inntal, aber auch weitere Teile des Landkreises Rosenheim, waren von schweren Gewittern und Hagel bedroht.
Hagelflieger über dem Chiemsee mit Blick auf die Gewitterzelle am 5. August 2026. Fotos: Hagelabwehr Rosenheim
Besonders intensiv war der Einsatz laut einer Pressemitteilung des Landratsamts Rosenheim am Sonntag (2. August). Die Piloten waren an diesem Tag jeweils bis zu zwei Stunden in der Luft und arbeiteten dabei an derselben Gewitterzelle.
Auch am Mittwoch (5. August) wurde die Hagelabwehr aktiv. Eine Gewitterzelle zog aus dem Inntal in Richtung Norden über Achenmühle, Riedering und Söllhuben. Aus Riedering wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu drei Zentimetern gemeldet.
Gewitterzelle bei Stephanskirchen abgefangen
Nach Angaben des Landratsamts entwickelte sich die Gewitterzelle zunächst nur langsam und verharrte nahezu an Ort und Stelle. Dann nahm sie deutlich an Dynamik und Geschwindigkeit zu. Die Hagelflieger konnten die Zelle auf Höhe Stephanskirchen abfangen und mit der Ausbringung von Silberjodid beginnen.
Sicht auf die Eggstätt-Hemhofer-Seenplatte am 5. August 2026.
Bereits nach wenigen Minuten habe die Maßnahme laut Landratsamt Wirkung gezeigt. „Im weiteren Verlauf gingen keine weiteren Hagelmeldungen ein, obwohl die Gewitterzelle vom Boden aus weiterhin deutlich sichtbar war“, so der Wortlaut in der Pressemitteilung.
Nicht jeder vorbereitete Einsatz führt allerdings auch zu einem Start. Andrea Lindner, Leiterin der Rosenheimer Hagelflieger, beschreibt die Arbeit der Piloten so: „Unsere Piloten sind nicht nur im Einsatz beschäftigt, sondern verfolgen die Wetterlage an ihren Bereitschaftstagen quasi schon beim Zähneputzen. Es gibt Tage in der Hagelabwehr, an denen bereits morgens klar ist: Da kommt was. Das Potenzial für schwere Gewitter mit Regen, Wind und Hagel liegt in der Luft. Dann sind die Piloten bereit.“
Im Juli habe es dagegen immer wieder Situationen gegeben, in denen ein Einsatz kurz vor dem Start abgebrochen wurde. Grundlage dafür seien die aktuellen Radaraufnahmen und die Abstimmung mit Meteorologen gewesen. „Dann heißt es, die Flugzeuge wieder einzuräumen und auf den nächsten Alarm zu warten“, so Lindner.
Hagelflieger live verfolgen
Die Einsatzflüge des Hagelfliegers mit dem Kennzeichen D-GITY können über die App „RO-BERTA“ und einen Livestream auf YouTube verfolgt werden.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Hagelabwehr Rosenheim)




Als der erste Hagelflieger eine Piaggio mit Herrn Selbertinger als Pilot in den 1970er Jahren vom Flugzeug aus die Gewitterzellen erfolgreich „beschoss“ war sogar meine abergläubige Oma überzeugt und hat die schwarze Wetterkerze nur noch zusätzlich angezündet – doppelt hilft besser 😉!
Es gehört sicherlich eine Menge Mut dazu, direkt in eine so bedrohliche Wolkenwand zu fliegen!
Schön, daß wir und das Umland immer noch von den Einsätzen profitieren !!!