Hilpoltstein / Bayern – Wie kommen Schwalbenschwanz, Taubenschwänzchen und Admiral mit dem heißen und trockenen Sommer in Bayern zurecht? Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) bittet im Rahmen des Projekts „Falter im Fokus“ um aktuelle Meldungen aus ganz Bayern.
Derzeit sind alle drei Fokusarten aktiv. „Im August und September lohnt es sich die Augen offen zu halten: Während sich die Flugzeit des Schwalbenschwanzes langsam ihrem Ende nähert, können Taubenschwänzchen und Admiral in den kommenden Wochen für gewöhnlich noch häufiger gesehen werden“, erklärt LBV-Schmetterlingsexperte Simon Habermann.
Bereits im Frühsommer hatten Fachleute aus verschiedenen Regionen Bayerns von geringeren Individuenzahlen bei zahlreichen Schmetterlingsarten berichtet. Die anhaltende Hitze und Trockenheit könnte die Situation zusätzlich beeinflussen.
„In vielen Regionen Bayerns scheinen momentan zwar viele verschiedene Schmetterlingsarten vorzukommen, allerdings teilweise nur in geringer Anzahl“, sagt Habermann. Ein möglicher Grund: Bei lang anhaltender Hitze und fehlendem Regen können Futterpflanzen der Raupen und Blütenpflanzen vertrocknen.
Weniger Schmetterlinge gemeldet
Wie stark die Auswirkungen sind, hängt von der jeweiligen Art, ihrem Lebensraum und der Region ab. Zudem sind viele tagaktive Falter bei hohen Temperaturen eher in den kühleren Morgen- und Abendstunden unterwegs und werden deshalb tagsüber möglicherweise seltener wahrgenommen.
Auch die bisherigen Daten aus dem Projekt „Falter im Fokus“ weisen auf geringere Zahlen hin. Während im Juli 2025 mehr als 1.000 Meldungen der drei Fokusarten eingingen, wurden im Juli 2026 bislang weniger als 250 Individuen gemeldet.
Schwalbenschwanz könnte bis September fliegen
„Derzeit ist die zweite Generation des Schwalbenschwanzes in vielen Teilen Bayerns unterwegs. Das bedeutet, dass nun die Falter fliegen, die sich aus den Raupen des Frühsommers entwickelt haben“, erklärt Habermann.
Normalerweise endet die Flugzeit nun langsam. In besonders warmen Regionen oder Jahren kann jedoch eine dritte Generation entstehen.
„In besonders warmen Regionen oder Jahren kann jedoch noch eine dritte Generation schlüpfen, die bis weit in den September hinein aktiv ist“, so der LBV-Experte. Meldungen aus den kommenden Wochen könnten Hinweise darauf geben.
Taubenschwänzchen und Admiral beobachten
Taubenschwänzchen und Admiral sind derzeit besonders aktiv. Das wärmeliebende Taubenschwänzchen profitiert von den Sommertemperaturen und kann häufig beim Blütenbesuch beobachtet werden.
Beim Admiral könnte die Zahl der Beobachtungen mit der Reife des Obstes wieder steigen. „An gärendem Fallobst von Zwetschgen-, Apfel- oder Birnbäumen findet der Wanderfalter eine wichtige Energiequelle“, erklärt Habermann.
Der LBV ruft dazu auf, Beobachtungen von Schwalbenschwanz, Taubenschwänzchen und Admiral zu melden. Die Daten sollen helfen, die aktuelle Situation der drei Arten besser einzuschätzen und langfristige Veränderungen bei Bayerns Schmetterlingen zu dokumentieren.
Meldungen sind über das Projekt „Falter im Fokus“ beim LBV möglich.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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