Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1960. Auf der historischen Aufnahme sehen wir Eisschneider am Inn bei Rosenheim. Und weil es in den vergangenen Tagen ziemlich heiß war, haben wir heute für unsere Zeitreise ganz bewusst ein Motiv zum innerlichen Abkühlen ausgesucht. 😉
Dicke Eisplatten aus dem Inn zu schneiden, war einst eine wichtige Arbeit für die Rosenheimer Brauereien. Das Natureis wurde gebraucht, um das Bier in den warmen Monaten zu kühlen. Voraussetzung dafür waren allerdings längere Frostperioden, in denen der Inn ausreichend stark zufror.
War die Eisdecke dick genug, rückten die Arbeiter mit Eissägen und langen Haken an. Sie lösten schwere Eisblöcke aus dem gefrorenen Fluss und zogen sie ans Ufer. Die Arbeit war nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich, denn die Männer mussten sich dabei auf dem gefrorenen Fluss bewegen.
Eis für den Sommer
Die großen Eisblöcke wurden anschließend in tiefen Eiskellern eingelagert. Dort sollten sie möglichst lange erhalten bleiben und konnten später zur Kühlung des untergärigen Bieres verwendet werden. Dass im Jahr 1960 am Inn noch Eis geschnitten wurde, zeigt zugleich, dass sich die Kühltechnik damals bereits in einer Übergangsphase befand. Elektrische Kältemaschinen waren längst vorhanden, doch vorhandene Eiskeller und Natureis wurden teilweise weiterhin genutzt. Gerade wenn ein Winter ausreichend Eis lieferte, konnte diese Methode eine vergleichsweise einfache Möglichkeit sein, vorhandene Kühlmöglichkeiten zu nutzen. Mit der weiteren Verbreitung moderner Kältetechnik verschwand das Eisschneiden schließlich aus dem Alltag.(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann – Foto Hafner / Artikel: Karin Wunsam)


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